Neues Review von Metallized.de:
Vielleicht haben wir bei dem selbst betitelten Debüt-Album von Portrait aus Schweden DAS Newcomer-Album des noch recht jungen Jahres 2008 vor uns. Aber ich greife schon wieder vor. Für diejenigen, die das sehr gute Demo (Portrait - Welcome to my funeral Demo [Classic Heavy Metal]) und die tolle 7? der Band noch nicht kennen, sei gesagt, dass es sich um eine recht junge Band handelt, die sich einer Spielart des Metals verschrieben hat, die es so eigentlich seit über 20 Jahren nicht mehr gibt. Man könnte die Musik durchaus als Speed Metal bezeichnen, jedoch stilistisch in einer Zeit angesiedelt, als es weder diese Bezeichnung noch einige der Referenzalben (Kill ?em All, Show no Mercy, etc.) dieser Richtung gab. Hier wird fleißig die härteren Iron Maiden der Di?Anno Ära mit obskureren Einflüssen wie Evil, Witchcross und natürlich den allgegenwärtigen Mercyful Fate gemischt, wobei aber auch die Eigenständigkeit nicht auf der Strecke bleibt. Mercyful Fate bleibt jedoch gerade wegen des stark an den King erinnernden Gesangsstils von Phillip Svennefelt die Hauptreferenz.
Die Scheibe beginnt mit dem treibenden Stück namens ?Hell?, dessen Openerposition wohlverdient ist, bietet er doch alles, was das Album auch im weiteren Verlauf ausmacht. Weiter geht?s mit ?A Ghastly Silence?, das extrem gute Gitarrenleads aufweist und einen schon mal auf das folgende ?Village of the Fallen Angel? vorbereitet. Dieser Song besitzt im Mittelteil einen der besten Riffs, die ich kenne. Wahnsinn! Wem da nicht der Schädel aus dem Genick springt, dem ist wohl auch nicht mehr zu helfen. ?Consecration? bewegt sich meist im Midtempo und wird vom eher schnelleren ?A Thousand Nightmares? abgelöst. Die NWOBHM Einflüsse der Schweden hört man gerade bei diesem Song mehr als deutlich. ?Bow unto the Devil? bedient sich dann wieder exzessiv doppelstimmiger Gitarrenleads und gallopierenden Drums, während ?Beware the Demons? zu Anfang um einiges düsterer rüberkommt. Abgeschlossen wird dieses Album von der epischen Hymne ?The Adversary?. Eine neun-Minuten-Offenbarung um den Gefallenen Lichtbringer.
Das Album ist einfach nur bestialisch gut. Mehr Metal als hier geht eigentlich nicht. Das fängt bei der tollen Instrumentierung an, zieht sich über die druckvolle Produktion hin zu den guten Texten und dem absolut stimmigen Cover. Vielleicht eins der besten Debüt-Alben überhaupt. Sollte man haben, sollte man In- und Auswendig kennen. Absolute Kaufempfehlung!
Bewertung: 10/10 Punkten
Florian ?exumer? Malm fĂĽr
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Sblood, thou stinkard, I’ll learn ye how to gust … wolde ye swynke me thilke wys?