German Underground

Schreibt euch die Finger wund über das große Thema "Metal" - über neue Platten, neue Bands, Konzerte etc.

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Re: German Underground

Beitragvon General » 11. Juni 2009, 02:31

Sowas wie Lokalpatriotismus kann ich höchsten für Bands aus meiner Stadt oder der Region empfinden und das nur, weil man halt gerne was Eigenes hat (ist wie z.B. beim Fußball). :smile2:[/quote]

Klar. Ist z.B. der FC Bayern erfolgreich, dannn finden das 95 % der deutschen Fußballfans AA (danke Imperator).
Egal, ob das für den deutschen Fußball von Vorteil ist. Neidgesellschaft, ik hör dit trapsen...
Statt sich für andere Deutsche zu freuen, freut man sich in Deutschland darüber, dass Deutsche auf die Mütze kriegen. Hat aber wohl eher einen historisch(sozialen) Hintergrund...
Ready for the Journey ..

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Re: German Underground

Beitragvon QuickNick » 11. Juni 2009, 02:57

Ja sicher hat das einen historischen Hintergrund und Ich finde es ziemlich gut, dass man seinem eigenen Land gegenüber kritisch bleibt. Es gibt wenig Schlimmeres, als blauäugigen Patriotismus, der sich in Zeiten der Verunsicherung dann nochmal überhöht. Daraus resultiert ähnlich viel Scheiße wie aus religiösem Fundamentalismus!

Übrigens, dass 95% der Leute den Erfolg Bayerns kagge finden, liegt einfach daran, dass die Bayern kagge (oder AA) sind..! :cool2: Diese ganze Neiddebatte wird eindeutig überstrapaziert IMO!
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Re: German Underground

Beitragvon OldAnno » 11. Juni 2009, 09:46

Kubi hat geschrieben:
Ulle hat geschrieben:So etwas wie "Lokalpatriotismus" existiert in Deutschland nicht!!!
Ich sag immer eines: Skandinavische Fans unterstützen skandinavische Bands, US Fans unterstützen US Bands und deutsche Fans unterstützen skandinavische und US Bands.
Dazu dann noch dieses extreme Szenendenken, welches auch nur in Deutschland existiert. Das ist mir zu modern, das ist mir zu altbacken, das klingt zu hart, zu weich, zu komplex...blablabla. Engstirnigkeit rules, die "Ausländer" sind da stilistisch wesentlich unbefangener, Griechenland vielleiht mal ausgenommen :D
Das ist jetzt vielleicht alles sehr überspitzt formuliert, aber der Kern trifft das Ganze schon und wir erleben das als Band seit 15 (!!!) Jahren am eigenen Leib.
Mehr als 100 mal gehörter O-Ton: "Euren Namen hab ich natürlich schon gehört, aber ich dachte immer ihr macht mehr so _______ (gewünschten Begriff eintragen) Mucke". Reingehört wird erst gar nicht, egal welche Bands das jetzt betrifft!
Man könnte kotzen, wenn es einem nicht irgendwo dann doch scheißegal wäre :D

Was das KIT betrifft bin ich trotzdem ausnahmslos Olivers Meinung. Im streng traditionellen Bereich gibt es nur äußerst wenige deutsche Newcomerbands die qualitativ gut sind, warum sollte man also Bands buchen, die qualitativ einfach nicht mithalten können? Wenn es etwas moderner oder komplexer wird, gibt es sicherlich so Einiges, aber das ist für das KIT-Publikum dann einfach nicht so wirklich interessant. Hätten Watchtower ihr Debüt vor drei Jahren aufgenommen, würden die auf dem KIT auch kein Schwein interessieren, so sind sie eben Kult und damit isch de Fisch gebutzt :)


Da kann ich absolut zustimmen. Es ist zwar wahr, dass die Untergrundszene im traditionellen Metal nicht besonders ist, aber insgesamt gab & gibt es viele tolle Bands, die es Wert wären, gehört zu werden, die aber einfach untergehen. Wer kennt bzw. kannte denn schon THOUGHT SPHERE, MIRROR OF DECEPTION, BOOMERANG, OUT OF ORDER, CONJURING, FURBISHED FACE, DRAMATIC IRONY, STURCH etc. pp. Von 90er-Perlen wie PAYNE'S GRAY, BATTLEFIELD, EVERON, DEPRESSIVE AGE u.v.a.m. muss ich gar nicht anfangen. Offensichtlich WOLLEN "wir Fans" das gar nicht hören. Sonst würden wir es ja tun. (Also ihr natürlich. ICH mach das ja. Ein bisschen. Zu wenig zwar, aber nicht nicht.)


Sorry, aber geht das nicht stark am ursprünglichen Thema vorbei??? Oli ging es doch um KIT-kompatible Bands, also traditionellen Metal. Was haben denn THOUGHT SPHERE, DEPRESSIVE AGE & Co. damit zu tun? Von den oben genannten Bands würde doch keine stilistisch auf's KIT passen, oder??? Rein musikalisch gesehen, es geht mir nicht um die gebotene Qualität. Den oben ausgeführten WATCHTOWER-Gedanken kann ich allerdings absolut nachvollziehen. Da geht es doch nur um den Kult-Faktor, der für wohl nicht wenige Leute besteht. Wenn eine "neue" Band mit WATCHTOWER-gleichem Material beim KIT spielen würde, hätte sie die Mehrheit der KIT-Zuschauer wohl bestenfalls ignoriert. Bestenfalls.
Zum Ur-Thema zurück: Wenn in Deutschland eine wirklich gute, traditionelle, junge klischeetriefende Truppe (mit originellem Sänger! leider unser großes Manko...) zum Vorschein käme, würde besagte Band mit Sicherheit vom gesamten Underground hofiert werden. Also inc. Festival-Auftritte, die einschlägigen Labels würden Schlange stehen, etc... Bis zu einem gewissen Rahmen wäre ein Erfolg doch vorprogrammiert, da nach solch einer Truppe jeder lechtzen würde hierzulande. In unserer Verzweiflung hängen wir uns ja sogar schon an Holländer, denen nach nur einem guten 3-Song-Demo tonnenweise Zucker in den Arsch geblasen wurde. Gell, Oli. Aber POWERVICE bekommen halt nix geregelt... :harrr:
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Re: German Underground

Beitragvon Kubi » 11. Juni 2009, 10:07

OldAnno hat geschrieben:
Kubi hat geschrieben:
Ulle hat geschrieben:So etwas wie "Lokalpatriotismus" existiert in Deutschland nicht!!!
Ich sag immer eines: Skandinavische Fans unterstützen skandinavische Bands, US Fans unterstützen US Bands und deutsche Fans unterstützen skandinavische und US Bands.
Dazu dann noch dieses extreme Szenendenken, welches auch nur in Deutschland existiert. Das ist mir zu modern, das ist mir zu altbacken, das klingt zu hart, zu weich, zu komplex...blablabla. Engstirnigkeit rules, die "Ausländer" sind da stilistisch wesentlich unbefangener, Griechenland vielleiht mal ausgenommen :D
Das ist jetzt vielleicht alles sehr überspitzt formuliert, aber der Kern trifft das Ganze schon und wir erleben das als Band seit 15 (!!!) Jahren am eigenen Leib.
Mehr als 100 mal gehörter O-Ton: "Euren Namen hab ich natürlich schon gehört, aber ich dachte immer ihr macht mehr so _______ (gewünschten Begriff eintragen) Mucke". Reingehört wird erst gar nicht, egal welche Bands das jetzt betrifft!
Man könnte kotzen, wenn es einem nicht irgendwo dann doch scheißegal wäre :D

Was das KIT betrifft bin ich trotzdem ausnahmslos Olivers Meinung. Im streng traditionellen Bereich gibt es nur äußerst wenige deutsche Newcomerbands die qualitativ gut sind, warum sollte man also Bands buchen, die qualitativ einfach nicht mithalten können? Wenn es etwas moderner oder komplexer wird, gibt es sicherlich so Einiges, aber das ist für das KIT-Publikum dann einfach nicht so wirklich interessant. Hätten Watchtower ihr Debüt vor drei Jahren aufgenommen, würden die auf dem KIT auch kein Schwein interessieren, so sind sie eben Kult und damit isch de Fisch gebutzt :)


Da kann ich absolut zustimmen. Es ist zwar wahr, dass die Untergrundszene im traditionellen Metal nicht besonders ist, aber insgesamt gab & gibt es viele tolle Bands, die es Wert wären, gehört zu werden, die aber einfach untergehen. Wer kennt bzw. kannte denn schon THOUGHT SPHERE, MIRROR OF DECEPTION, BOOMERANG, OUT OF ORDER, CONJURING, FURBISHED FACE, DRAMATIC IRONY, STURCH etc. pp. Von 90er-Perlen wie PAYNE'S GRAY, BATTLEFIELD, EVERON, DEPRESSIVE AGE u.v.a.m. muss ich gar nicht anfangen. Offensichtlich WOLLEN "wir Fans" das gar nicht hören. Sonst würden wir es ja tun. (Also ihr natürlich. ICH mach das ja. Ein bisschen. Zu wenig zwar, aber nicht nicht.)


Sorry, aber geht das nicht stark am ursprünglichen Thema vorbei??? Oli ging es doch um KIT-kompatible Bands, also traditionellen Metal. Was haben denn THOUGHT SPHERE, DEPRESSIVE AGE & Co. damit zu tun? Von den oben genannten Bands würde doch keine stilistisch auf's KIT passen, oder??? Rein musikalisch gesehen, es geht mir nicht um die gebotene Qualität. Den oben ausgeführten WATCHTOWER-Gedanken kann ich allerdings absolut nachvollziehen. Da geht es doch nur um den Kult-Faktor, der für wohl nicht wenige Leute besteht. Wenn eine "neue" Band mit WATCHTOWER-gleichem Material beim KIT spielen würde, hätte sie die Mehrheit der KIT-Zuschauer wohl bestenfalls ignoriert. Bestenfalls.


Ich finde, wenn WATCHTOWER und ANACRUSIS beim KIT spielen können, könnten das DEPRESSIVE AGE & THOUGHT SPHERE auch. Letztere haben auch noch gehobene Qualität angeboten, als das KIT bereits existierte. Werden dann aber mangels "Kompatibilität" nicht eingeladen? Dabei ist mir die Argumentation der "Traditionalisten" ein Rätsel, die solche Bands als nicht "true" genug bezeichnen und dann die "kultigen" US-Vertreter sehen wollen. Und das ist jetzt immer noch so. Bands wie OUT OF ORDER oder CONJURING haben gute bis erstklassige, traditionelle Demos/Alben aufgenommen und werden dennoch irgnoriert.
http://www.musik-sammler.de/sammlung/kubi

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Re: German Underground

Beitragvon MetalMueller1807 » 11. Juni 2009, 10:22

So! Um mal wieder zum ursprünglichen Thema zurück zu kommen! Wie wäre es denn mit SOMEWHERE IN NOWHERE aus dem Ruhrpott? Sind alte Bekannte von mir. Hört Euch allein mal "Demon Witch" an und geigt mir Eure Meinung!!!

http://www.myspace.com/somewhereinnowheremetal
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Re: German Underground

Beitragvon Franko » 11. Juni 2009, 10:39

Es ist nun mal Fakt: um konkurrenzfähig zu sein/werden, muss eine Band Live spielen, nur mit Bühnenerfahrung kann diese musikalsch wie auch menschlich wachsen. Mir geht es hierbei nicht um KIT oder HOA,... Gott weiß, die haben schon mehr als genug für den Underground getan.
Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen: KATANA bzw. EYE haben z.T. schon vor VÖ einer CD unglaublich viele Livegigs (u.a. für Diamond Dogs, ) absolviert, auch hier in Deutschland! Im April spielten diese 4 Gigs in Amerika, nach VÖ der kommenden CD (natürlich beim Lieblingslabel :-D ) werden EYE u.a in der Schweiz & England mehrere Gigs spielen.
Nun muss ich zustimmen: eine qualitativ gleichwertige neue Band gibt es hierzulande nicht! Aber die Band hat es sich erspielt bzw. erarbeitet, weil sie eben die Chance hatte aufzutreten.
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Re: German Underground

Beitragvon fiedler » 11. Juni 2009, 11:00

also ich werfe mal SAINTSBLEED in die runde...die machen meiner meinung nach traditionellen metal und würden evtl. aufs KIT passen.
hier gibts auch musik:
www.saintsbleed.de
Hammerfall, Edguy, Sonata Arctica, Stratovarius, Rhapsody Of Fire, Primal Fear,
Helloween, Rage, Wizard, Majesty, Manowar, Cryonic Temple, Running Wild,
Saintsbleed, Freedom Call, Battleroar, Blind Guardian,
Alestorm, Grave Digger, Gamma Ray
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Re: German Underground

Beitragvon LABOSMER » 11. Juni 2009, 11:11

alles blödsin, es gibt genug bands , aber zu wenig fans, zumbeispiel osnabrück, mental menace, xiron,metal head,man denkt ach, gerade ma drei, aber andersseits wieviel fans dieser richtung wir hier haben, nicht mal 20 und die hälfte spielt in diesen bands, so ist es halt, es lont nicht hier so eine band zu gründen :yeah: und wo soll die motivation kommen , wenn sowieso es keinen interessiert.
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Re: German Underground

Beitragvon rapanzel » 11. Juni 2009, 12:07

OldAnno hat geschrieben: Der gute Mann ist auf eine Ostsee-Insel gezogen. Und das war es dann leider mit DESTILLERY (hat mir der transsexuelle, ehemalige Plattenboss der Band mal erzählt...

Lass das den Andi nicht lesen :lol: :lol:
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Re: German Underground

Beitragvon Sigi » 11. Juni 2009, 12:10

LABOSMER hat geschrieben:alles blödsin, es gibt genug bands , aber zu wenig fans, zumbeispiel osnabrück, mental menace, xiron,metal head,man denkt ach, gerade ma drei, aber andersseits wieviel fans dieser richtung wir hier haben, nicht mal 20 und die hälfte spielt in diesen bands, so ist es halt, es lont nicht hier so eine band zu gründen :yeah: und wo soll die motivation kommen , wenn sowieso es keinen interessiert.


Willkommen in der metallischen Grauzone des Nordens ... schöne Grüße aus Oldenburg.
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Re: German Underground

Beitragvon rapanzel » 11. Juni 2009, 12:13

Mir persönlich ist es egal ob eine Band aus Deutschland, Schweden, USA oder dem Kongo kommt, solange MICH die Mucke überzeugen kann. Welche neue Band hat es denn in den letzten JAhren mal geschafft mich komplett von den Socken zu hauen. Ohne lange überlegen zu müssen, fallen mir da spontan POWERVICE und HIEROPHANT ein. Klar gibt es bestimmt viele sehr gute Bands auch im deutschen Underground und mittels myspace ist es heute leichter an die Sachen renzukommen, aber ich persönlich muss auch nicht jede Band xy, die von gewissen Leuten in den siebten Himmel gelobt wird automatisch auch gut finden. Ich könnte mir z.B selbst in den Hintern beissen, dass ich eine klasse Band wie LANFEAR bisher mehr oder weniger komplett übersehen hab. Was ich mit all dem sagen will? Keine Ahnung, das ist mir nur grad mal so in den Sinn gekommen :lol:
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Re: German Underground

Beitragvon Goatstorm » 11. Juni 2009, 12:13

Weil in Deutschland die jungen Leute lieber für ein Webzine schreiben, als die Gitarre in die Hand zu nehmen.


Was in Skandinavien sicher dazu beiträgt, dass es seit den 90ern unzählige gute junge Bands gibt, ist der staatliche Support für junge Musiker. Das beginnt beim geeigneten Proberaum und endet bei Fördergeldern für Studioaufenthalte. Junge Bands haben so wesentliche bessere Ausgangsmöglichkeiten als in Deutschland. Wie die Situation in den USA und Kanada ist, kann ich allerdings nicht sagen.
Zum zweiten hat Skandinavien eine andere Metal-Tradition. Der Einfluss der NWOBHM ist von jeher stärker, wohingegen die jungen deutschen Bands, wenn sie sich auf die eigene Tradition berufen, vor allem Stampfmetal a la Accept, Thrash oder die großen Bands wie Manowar oder Maiden (vermittelt durch die zwei Magazine) haben. Ich sehe es ähnlich wie Storming the Gates - Deutschland konnte auch früher (außer im Thrash Metal) nie wirklich mithalten. Im Vergleich zu Übersee oder zu England war Deutschmetal schon immer - von ein paar Ausnahmen abgesehen - zweite oder dritte Liga.
Ein anderer Faktor ist, dass in Deutschland die Mainstream-Presse wesentlich dominanter ist, als z.B. in Skandinavien. Rock Hard und Metal Hammer bestimmen letztlich, was Metal ist. Traditioneller Stoff kommt darin nicht vor, weswegen junge Bands in der Regel nicht mal wissen, dass es auch noch ältere Bands jenseits von Maiden gibt. In England herrscht mit dem Kerrang die gleiche Situation, weswegen es auch dort kaum gute neue traditionelle Bands gibt. In Skandinavien und den USA gibt es mangels meinungsdominierender Metalpresse mehr Freiräume, in denen junge Musiker stöbern können, weil sie eben nicht ständig mit Exodus, Volbeat und Slipknot zugemüllt werden.
Was mir in Deutschland auch auffällt ist, dass alles gezwungener und aufgesetzter wirkt. Wenn eine deutsche Band sich in 80er-Style präsentiert (wie es z.B. Enforcer tun), wirkt das meist wie Karneval - bei den jungen skandinavischen Bands kommt es total natürlich rüber. Oder es ist bei den Deutschen von vornherein als Parodie auf "Metal-Klischees" angelegt, weil es ja so wichtig ist, eine ironische Haltung gegenüber traditionellem Heavy Metal einzunehmen. Der Umgang mit Tradition ist in Deutschland wesentlich verkrampfter als anderswo. Das liegt zum einen wiederum an der Stellung von traditionellem Metal in den beiden Magazinen - wenn man nicht gerade zum persönlichen Freundeskreis von Götz zählt, hat man keine Chance - zum anderen die bescheuerte Haltung in Deutschland, dass Musik möglichst immer komplex, intelligent, progressiv und neu sein muss. Ein Band wie BULLET wäre in Deutschland völlig unmöglich, weil Metal in Deutschland keinen Spaß machen und man auf keinen Fall die Einflüsse raushören darf, weil man sonst bei der Internet-Intelligenzija und Prog-Polizei, ohnehin schon unten durch ist. Hauptsache anders, Hauptsache eigenständig... In Skandinavien und den USA scheint mir das wesentlich unkomplizierter. Die jungen Leute machen halt einfach die Musik, die ihnen Spaß macht, scheißegal ob's eine 1:1 ACCEPT-Kopie ist oder ein Riff mal von Maiden stibitzt ist, scheißegal, ob's jetzt "neu" oder "innovativ" oder "intelligent" ist. Und diese Unbekümmertheit und Natürlichkeit spürt man dann einfach - sowohl auf der Bühne, als auch auf Platte. Da steckt Energie und Leidenschaft dahinter, da wirkt nichts verkrampft und kalkuliert, wie bei vielen deutschen Bands, die sich in erster Linie darum bemühen "anders zu sein", obwohl sie am Ende ohnehin wieder klingen wie tausend andere. Vor allem im Stageacting merkt man das auch, dass v.a. junge Ami- und Schwedenbands eine ganz andere Ausstrahlung auf der Bühne haben.
Sblood, thou stinkard, I’ll learn ye how to gust … wolde ye swynke me thilke wys?
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Re: German Underground

Beitragvon rapanzel » 11. Juni 2009, 12:20

Goatstorm hat geschrieben: Ein Band wie BULLET wäre in Deutschland völlig unmöglich, weil Metal in Deutschland keinen Spaß machen darf

RICHTIG und genau das ist etwas, was ich absolut nicht verstehen kann. Wieso darf Metal keinen Spass machen?? Wenn heute eine Band, wie damals ASSASSIN, einen Song wie "Junk Food" machen würde, die Metal-Presse würde die in der Luft zerreißen.

Was mich auch mittlerweile sehr stört, ist das Hypen diverser Zines. Man denke nur an THE DEVILS BLOOD. Gute Musik, keine Frage, aber im Endeffekt nix Neues. Und mir persönlich gefällt eine andere, ähnlich angehauchte Band um Längen besser. Klar ist es gut, wenn man durch Tips an diese Bands herangefürht wird und seinen metallischen Horizont erweitert, aber die Huldigung einiger Leute gegenüber diesen Bands nimmt mittlerweile IMO lächerliche Ausmaße an
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Re: German Underground

Beitragvon Goatstorm » 11. Juni 2009, 12:29

rapanzel hat geschrieben:
Goatstorm hat geschrieben: Ein Band wie BULLET wäre in Deutschland völlig unmöglich, weil Metal in Deutschland keinen Spaß machen darf

RICHTIG und genau das ist etwas, was ich absolut nicht verstehen kann. Wieso darf Metal keinen Spass machen?? Wenn heute eine Band, wie damals ASSASSIN, einen Song wie "Junk Food" machen würde, die Metal-Presse würde die in der Luft zerreißen.

Was mich auch mittlerweile sehr stört, ist das Hypen diverser Zines. Man denke nur an THE DEVILS BLOOD. Gute Musik, keine Frage, aber im Endeffekt nix Neues. Und mir persönlich gefällt eine andere, ähnlich angehauchte Band um Längen besser. Klar ist es gut, wenn man durch Tips an diese Bands herangefürht wird und seinen metallischen Horizont erweitert, aber die Huldigung einiger Leute gegenüber diesen Bands nimmt mittlerweile IMO lächerliche Ausmaße an


Da ist auch das Rock Hard schuld dran. Man muss sich nur mal ansehen, was mit Fenriz passiert ist. Da wird Underground in bequemen Häppchen serviert. Man kann mit The Devil's Blood und Fenriz-Altar Underground sein, ohne sich mit Underground beschäftigen zu müssen. Wie ältere Damen, die sich für "Klassikfreunde" halten, weil sie Andre Rieu anhimmeln. Die Mainstream-Presse liefert schön ausgewählt und portioniert die Angebote vor. Zuerst waren es Metal Inquisitor, dann Desaster und jetzt The Devil's Blood. Es zwar schön, dass die Bands dadurch mehr Platten verkaufen und mehr Leute erreichen, aber die Mechanismen dahinter sind einfach so lächerlich.
Aber das schweift jetzt vom Thema ab.
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Re: German Underground

Beitragvon Franko » 11. Juni 2009, 13:26

Goatstorm hat geschrieben:... Deutschland konnte auch früher (außer im Thrash Metal) nie wirklich mithalten. Im Vergleich zu Übersee oder zu England war Deutschmetal schon immer - von ein paar Ausnahmen abgesehen - zweite oder dritte Liga.

Falsch, Bands wie Blind Guardian, Helloween, Scorpions, U.D.O./Accept, Grave Digger, Warlock, Gamma Ray, Running Wild, Mekong Delta, Rage oder Angel Dust waren in der 80ern und vorallem 90ern ganz vorn. Man kann diese Bands mögen oder auch nicht, aber deren Qulitäten nicht leugnen. Was gab es denn in den 90'er aus Amerika an größeren traditionellen Bands? ...so gut wie gar nüscht ... Warum aber besagte Bands ihr Pulver inzwischen verschossen haben, kann ich mir auch nicht erklären.
Goatstorm hat geschrieben:Rock Hard und Metal Hammer bestimmen letztlich, was Metal ist.

So isses!
Goatstorm hat geschrieben:Vor allem im Stageacting merkt man das auch, dass v.a. junge Ami- und Schwedenbands eine ganz andere Ausstrahlung auf der Bühne haben.

Was eben aufgrund mangelnder Bühnenerfahrung zurück zu führen ist.
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