Acrylator hat geschrieben:The-Aftermath hat geschrieben:Das Schlusslicht der MAIDEN-Diskografie war für mich eigentlich immer "No Prayer For The Dying". Nicht wegen der im Vergleich zu "Seventh Son ..." etwas anderen Ausrichtung, sondern vor allem wegen einiger richtig übler Ausfälle, die man auf keinem anderem Album der Band in solchen Ausmass vorfindet. Gerade letzte Woche aber habe ich mich "No Prayer ..." mal wieder richtig eingehend gewidmet, und ich musste feststellen dass ich das Album in seiner Gesamtheit besser finde als "Fear Of The Dark", welches bei mir immer auf dem zweitletzten Platz rangierte. "Fear Of The Dark" lege ich am seltensten von allen MAIDEN-Alben auf und ausser dem Titeltrack und "Afraid ..." kann ich auf dem Album kaum gutes Material sichten. Das drittschlechteste Album wäre dann wohl tatsächlich "The Final Frontier" ... "The X-Factor" finde ich ganz einfach überragend, "Dance Of Death" war mein erstes MAIDEN-Album und somit habe ich eine ganz besondere Beziehung zu der Scheibe. Bleibt noch "Virtual XI" als möglicher Kandidat ... Ich habe mich ja schon mal als heimlicher "Virtual XI"-Fan geoutet und "Futureal", "The Clansam" und "Como Estais Amigos" sind in meinen Augen zumindest besser als (fast) alles auf "The Final Frontier".
Krass, ich finde das, was alle auf dem letzten Album kritisieren, nämlich zu viele langatmige Passagen, war doch auf "X-Factor" und "Virtual XI" auch schon vorhanden - wie man da ein Album überragend und ein anderes richtig schwach finden kann, erschließt sich mir nicht, so gerne ich einige Stücke auf "X-Factor" auch mag.
Und "Fear Of The Dark" als Schlusslicht kann ich auch nicht nachvollziehen, aber vielleicht liegt's bei mir auch daran, dass das das zweite Maiden Album für mich war, dessen Veröffentlichung ich schon entgegengefiebert und "live" miterlebt habe. Für mich war und ist es deutlich besser als "No Prayer" (und sowieso als die Bayley Alben), auf dem mich nur der Titelsong und vielleicht noch "Assassin" richtig begeistern können, während auf dem Nachfolger mit dem Opener (das letzte wirklich aggressive Stück der Band), dem Titelsong (auch wenn ich ihn fast nicht mehr hören kann) und besagtem "Afraid To Shoot Strangers" zumindest drei richtig starke Songs und noch einige weitere wirklich gute Stücke vorhanden sind. Richtige Ausfälle sind da für mich nur "From Here To Eternity" und "The Apparition", aber da die Scheibe zwei Stücke mehr hat und viel länger ist als der Vorgänger (der mindestens ebenso viele Ausfälle hat) fällt das kaum ins Gewicht.
Ich würde sogar sagen, die einzige Scheibe die nach "Fear Of The Dark" von Maiden kam und diese übertrifft, ist "Brave New World".
Was die langatmigen Passagen betrifft hast du natürlich recht, gerade "The X-Factor" und "Virtual XI" sind davon befallen. Obwohl die Schwächen die gleichen sind, finde ich das Songmaterial schlussendlich dennoch stärker als auf "The Final Frontier". Wie bereits erwähnt kann ich sogar auf "Virtual XI" mehr Songs ausmachen die mir sehr gut gefallen. Aber vielleicht spricht da tatsächlich nur die Enttäuschung aus mir. Denn um mal Ulles Post aufzugreifen: Ich hatte tatsächlich riesige Erwartungen an das Album und erwartete mal wieder ein richtig klassisches MAIDEN-Album. "Klassisch" bezieht sich dabei auch auf die Atmosphäre, die Songtitel, das Cover, das Gesamtbild eben. Und dieser Hinsicht hatte "The Final Frontier" meiner Meinung nach alle Vorraussetzungen dazu, ein richtig gutes Album zu werden. Aber musikalisch will die Band nun mal auf Gedei und Verberd nicht mehr von ihrem 1995 eingeschlagenen Kurs abweichen und hat den Bogen meiner Meinung nach musikalisch einfach überspannt.
Noch kurz zu "Fear Of The Dark" und "No Prayer ..." (Bevor die Off-Topic Polizei auftaucht

): Klar ist alleine der Song "Fear Of The Dark" besser als die gesamte "No Prayer ...", aber in der Gesamtbetrachtung gefallen mir auf "No Prayer ..." mehr Songs als auf "Fear Of The Dark", auf der meiner Meinung nach zwischen "Afraid ..." und dem Titeltrack nichts aufgrendes mehr passiert. Da finde ich "Holy Smoke" oder "Bring Your Daughter ..." zumindest besser als "From Here To Eternity" oder "Chains Of Misery". Wie gesagt, ich bin einfach kein Fan von "Fear Of The Dark" ... Und um noch auf deine letzte Aussage einzugehen: "A Matter Of Life And Death" finde ich ganz klar besser als alle MAIDEN-Alben der 90er, auch wenn ich sie mittlerweile nicht mehr hören kann.