von Hugin » 12. Oktober 2009, 12:29
@ Michael:
Wo heute sehr viele Black-Metal-Scheiben einfach stiltreue Werke sind, die einem überlieferten Ideal nacheifern, empfinde ich es z.B. bei den Früh-90er-Werken von DARKTHRONE schon so, dass der real existierende Wahn der Ära aus den Alben spricht. "A Blaze..." und "Under A Funeral Moon" sind nicht einfach designte BM-Werke mit den Grundzutaten dünner Sound, höhenlastige Gitarren, heißeres Keifen und Tod und Teufel, sondern es sind Scheiben mit echter, musikalisch kanalisierter zerstörerischer Energie, die in dieser Weise kaum mehr reproduzierbar sind. Sie sind ein irrwitziges Statement einer ganz besonderen Ära unserer Musik und also solche sehr einzigartig und wertvoll. Da ist schon MARDUKs "Panzer Division" drüber hinaus geschossen. MARDUK haben diese archaische Kraft aus meiner Sicht letztmalig mit "Opus Nocturne" ausgelebt; danach ist ihnen der visionäre Impuls irgendwie abhanden gekommen. Immer noch guter Black Metal, aber kein wegweisendes Original mehr. DARKTHRONE haben sich auch nach den Mittneunzigern noch mehrmals neu erfunden, so dass ich die Band als weitaus kreativere Kraft wahrnehme als MARDUK.
Ich dachte übrigens immer, dass man die Phase bewusst mitgemacht haben muss, um das so wahrzunehmen. Aber da auch du als Späteinsteiger in Sachen BM im Allgemeinen und DARKTHRONE im Speziellen, den Reiz der Scheiben für dich zu entdecken scheinst, muss da doch eine Magie enthalten sein, die auch losgelöst von der Zeit der Erschaffung nachwirkt.
Auch wenn du hier einzelne Songs heraushebst, finde ich das bezeichnend. Ich bin ja immer noch großer BM-Fan und höre auch sehr viele neue Scheiben junger und alter Bands aus dem Bereich. Aber es ist wirklich selten geworden, dass richtig einprägsame Songs geschrieben werden. Sehr oft gibt ein Album ein tolles Gesamtbild ab, aber dass man einzelne Songs als großartig im Gedächtnis behält ist wirklich nicht mehr der Regelfall. Das war mit den Scheiben der alten Garde noch anders... die hatten SONGS. Die beiden von dir genannten Scheiben wimmeln nur so davon: Kathaarian, In The Shadows, A Blaze, Pagan Winter; Natassja, To Walk...
Genug Monolog - eine Frage: Was fällt dir spontan zum Gitarrensound von "Under A Funeral Moon" ein, bzw. was schoss dir bei den ersten Takten von "Natassja In Eternal Sleep" als erstes durch den Kopf?
"It takes a thousand fans from any other band to make one Manowarrior!"- Sir Dr. Joey DeMaio, 2012
Primitivsoundkunst:
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