KANSAS

Hard Rock, Prog Rock, Art Rock, Progressive Metal ...

KANSAS

Beitragvon Ulle » 14. März 2009, 20:51

Müssen hier endlich mal gewürdigt werden. Kansas waren im Gegensatz zu vielen Proggern immer äußerst songorientiert und standen von Anfang an für große Melodien. Vergleiche gab's anfangs schon alleine aufgrund der extrem eingängigen Violinenparts keine, außerdem sei noch erwähnt, dass die Band immer Qualität geboten hat. Es gab zwar einige stilistische Änderungen, aber nie Durchhänger.

Ich fange mal mit den ersten drei Alben an, weil die einfach stilistisch zusammengehören, weitere folgen dann:

Kansas (1974)
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Abgesehen von den Geigenparts fängt das Debüt (wie bei den ersten Alben üblich) mit zwei eher unspektakulären Rockern an, wahrscheinlich um das Mainstreampublikum nicht gleich zu verschrecken. Danach folgt mit "Lonely Wind" eine der besten Balladen der Rockgeschichte und dann gibt's sowieso nur noch Klassiker auf die Ohren. "Journey from Mariabronn" (mein Fave), "Apercu", "Death of Mother Nature Suite", alles Klassiker! Bombastisch, dabei völlig unkitschig, musikalisch perfekt, geniale Melodien. Wer etwas von Prog erzählt und diese Teile nicht kennt, der sollte besser kacken gehen!

Song for America (1975)
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Das obligatorische, etwas 0815-mäßige "Down the Road" leitet die Platte wieder eher mäßig ein, ehe dann die Großkaliber aufgefahren werden. "Song for America", Lamplight Symphony", "Incomudro" - alles gaaaaanz, gaaaanz grpß!

Masque (1975)
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Erschien im gleichen Jahr, fängt wieder gediegen an und enthält dann wieder Riesenhits. "Icarus - Borne on the WIngs of Steel" hat nicht nur einen metallischen Titel, er nimmt auch viel von dem vorweg, was einige Jahre später dann wohl zum Epic Metal erkoren wurde. "The Pinnacle" muss man ebenfalls kennen, die anderen Sachen eigentlich auch!
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Beitragvon Ulle » 14. März 2009, 21:09

Leftoverture (1976)
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Wohl mit dem Nachfolger das bekannteste Kansas-Album, da es mit dem genialen Opener "Carry On Wayward Son" einen der wohl größten Erfolge enthält. Man spürt auf diesem Album den Trend zu weniger ausufernden Instrumentalpassagen und noch mehr Melodie. Die Songs sind allesamt der Hammer, jeder sollte "Cheyenne Anthem", "Magnum Opus" oder "Miracles Out of Nowhere" kennen.

Point of Know Return (1977)
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Mein Einstieg in die Kansas-Welt und schon deshalb für mich ein ganz besonderes Album. Stilistisch führten Kansas die Linie des Vorgängers konsequent fort und auch auf diesem Album gibt's wieder unsterbliche Klassiker in beängstigender Masse. Egal ob das kurze und knappe, mit einem genialen Lick eingeleitete Titelstück, "Portrait, "Lightning's Hand", "Closet Chronicles", oder die Gänsehaut-Tracks "Hopelessly Human" und vor allem "Nobody's Home" - nur Perlen! Ach so, "Dust in the Wind" ist hier auch drauf, übrigens ein für Kansas völlig untypisches Stück. Songwriterisch natürlich trotzdem sehr stark, kann aber wohl leider keine Sau mehr hören.
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Beitragvon Ulle » 14. März 2009, 21:31

Monolith (1979)
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Das Album, mit dem ich nie so richtig warm wurde, obwohl das Cover alleine ja schon ein Kaufgrund sein dürfte. "Monolith" war ein Übergangswerk und Kansas vermischten die alten Trademarks mit Elementen aus dem Hard Rock. Die Songs wirken für mich im Vergleich zu den Vorgängern etwas flacher, weniger tiefgehend. Stücke wie "On the Other Side" oder "People of the South Wind" sind natürlich trotzdem absolut empfehlenswert und auch "Away from You" hat Hitqualitäten.
Bemerkung am Rande: Vergleicht mal das Backcover mit dem Frontcover von "Tales from the Twilight World", da hat sich jemand inspirieren lassen...

Morgen geht's mit den Hard Rock-Alben weiter, falls es denn jemanden interessieren sollte :)
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Beitragvon Sgt. Kuntz » 14. März 2009, 21:35

Ich kenne noch nicht alles von Kansas, aber die Masque wird wahrscheinlich mein Favorit bleiben, mit dem von dir richtig beschriebenen "Icarus - Borne on Wings of Steel" und "Child of Innocence" mit seinem perfektem 70er Feeling. Perfekt!

Aus AOR-Sicht taugt mir auch die "Drastic Measures" v.a. mit "Fight Fire with Fire", aber die Prog Fans werden das wohl eher nicht bestätigen, oder?

GroĂźartige Band, fĂĽr mich viel leichter verdaulich als die ganzen Yes und Genesis-Alben.
Muss rispettieren die andere Kollega!
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Beitragvon Pavlos » 14. März 2009, 21:43

Von Kansas besitze ich lediglich die beiden ersten Werke, sowie eine Best of.

Und irgendwie hab´ich das Gefühl, dass nach dem Genuss von Ulle´s Reviews noch einige Alben dazukommen....
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Beitragvon Michael@SacredMetal » 14. März 2009, 22:09

Ich hab die "Leftoverture" und ne Best Of, da brauch ich wohl noch einiges.
Die Cover regieren aber allesamt...
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Beitragvon Prof » 15. März 2009, 11:05

Wenn der Sonntag mit einem Kansas-Thread anfängt, dann fängt er blendend an. Das muss wohl der Grund sein dass nach einer Woche endlich draussen die Sonne wieder scheint.

Ja, immer wenn ich diese geniale Band höre, denke ich mir dass so manche aktive Progband sich davon ein dickes, dickes Stück abschneiden kann. Um von den 'Musikern' und den Hörern heutzutage mal ganz zu schweigen. Was waren die Seventies musikalisch für eine tolle Zeit, was für stilistische Vielfalt, inventive und brillante Musiker, klassische, unkaputtbare Alben! Kann mir jemand erzählen wo denn alles schiefgegangen ist?

Point of Know return, Leftoverture, Masque, Song for America undundund!
Und auch wenn so mancher der untypische Hit 'Dust in the wind' nicht mehr hören kann, summe ich es noch immer gerührt mit wenn es in irgendeinem Supermarkt über die Muzak-Anlage geflüstert kommt. Das ist der Kansas-Fan in mir. :)
Ich bin mal gespannt, Ulle, wie bei dir die späteren Alben so im Kurs liegen.
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Beitragvon Michael@SacredMetal » 15. März 2009, 13:16

"Dust In The Wind" ist doch total super - ich könnte den Song auch noch 162 Mal öfter hören...
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Beitragvon holydio1 » 15. März 2009, 13:28

Sehr schön! Kansas sind bei mir gerade "in Nacharbeitung", da hilft so ein fachlich kompetenter Fred ungemein. Ja, allesamt grandiose Cover, ähnlich den alten Magnum. Warum gibt es das heutzutage nicht mehr?????????
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Beitragvon Prof » 15. März 2009, 13:39

holydio1 hat geschrieben: Ja, allesamt grandiose Cover, ähnlich den alten Magnum. Warum gibt es das heutzutage nicht mehr?????????

Weil das GELD kostet und man dafĂĽr GESCHMACK haben muss.
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Beitragvon Ulle » 15. März 2009, 14:36

Audio-Visions (1980)
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So, der Schritt weg von den langen und komplexen Werken hin zum Hard Rock/AOR wurde spätestens mit dieser Platte Wahrheit und sicherlich sind die 70er Kansas-Verfechter damals reihenweise die Wände hochgeklettert. "Audio-Visions" besteht aus simplen, kurzen Songs die schnell auf den Punkt kommen - ist das schlecht? Nein, denn Kansas können nach wie vor Songs schreiben! Mit dem Megahit "Relentless" gelingt ein super Einstieg, mit dem kurzen Gute Laune-Smasher "Loner" kommt textlich Hippie-Flair auf, "Don't Open Your Eyes" ist klasse und "Curtain of Iron" lässt zwischendurch auch die Vergangenheit wieder etwas aufleben. Bands entwickeln sich eben weiter, ob einem diese Entwicklung gefällt, muss man selbst entscheiden.

Vinyl Confessions (1982)
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Steve Walsh stieg aus und übergab das Mikro an John Elefante, der stimmlich aber gar nicht mal so weit entfernt von seinem Vorgänger entfernt ist. Die Violine kommt wie schon auf "Audio-Visions" nur noch sporadisch zum Einsatz und "Vinyl Confessions" klingt noch etwas glatter, bietet aber immer noch starkes Songmaterial. "Play the Game Tonight" dürfte jeder kennen, die weiteren Highlights dürften die Ballade "Chasing Shadows" und die Refrain-Monster "Crossfire" und "Borderline" darstellen.

Drastic Measures (1983)
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Eingeleitet wird dieses Album vom Smasher "Fight Fire With Fire" und auch das darauf folgende "Everybody's My Friend" war ein reinrassiger AOR-Hit, wie man ihn wohl nur zu dieser Zeit schreiben konnte. Mit der Ballade "Andi" wurde es teilweise schon etwas seicht, trotzdem waren die Jungs einfach zu gute Songwriter, um sich die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Mit "Going Through the Motions" und "Don't Take Your Love Away" machen Kansas wieder alles richtig und haben die passenden Hooks im Gepäck, trotzdem empfinde ich "Drastic Measures" als das schwächste der drei Anfangs-80er Alben.
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Beitragvon Ulle » 15. März 2009, 14:42

Power (1985)
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Mit "Power" wurde alles wieder gut. Viele hassen das Album, weil es einen sehr perfekten und für manche einen etwas zu sterlien Klang hat, die Songs sind aber schlicht der Hammer. Steve Walsh ist zurück und an der Gitarre hat er Steve Morse mitgebracht, folglich steppt gerade bei den Klampfen der Bär.
Die Platte enthält eigentlich nur Hits, angefangen beim göttlichen Opener "Silhouettes in Disguise". Ansonsten sollte man den Titeltrack kennen, "Secret Service", "All I Wanted", "Three Pretenders", "Tomb 19", eigentlich alle Songs. "Power" ist ein AOR-Klassiker, nicht mehr und nicht weniger!
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Beitragvon Ulle » 15. März 2009, 15:06

In the Spirit of Things (1988)
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Der Titel könnte besser nicht gwählt sein. Die Platte hat etwas sehr eigenes, wird von einem spirituellen, nachdenklichen Touch durchströmt, härtetechnisch fahren Kansas dafür aber deutlich zurück. Der Opener "Ghosts" gehört mit zum emotionalsten was die Band überhaupt aufgenommen hat und die Gesangslinien sind einfach nur noch giga. Mit "One Big Sky", "Inside of Me" und "One Man, One Heart" kommen dann gleich drei Songs mit Hitqualitäten am Stück, "House on Fire" und "The Preacher" klingen dagegen dann etwas zu flach im Chorus. Die A-Seite hält das Niveau des Vorgängers, danach flacht es etwas ab, trotzdem gibt es auch hier noch Highlights zu nennen.
Als da wären: Das fast schon gospelige (und ich hasse das normalerweise) "Rainmaker" oder das ruhige, sphärische "Bells of Saint James", welches die Platte fast so ruhig ausklingen lässt wie sie angefangen hat und anfangs ein leicht floydiges Flair versprüht!
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Beitragvon Acrylator » 15. März 2009, 18:59

Ich habe nur die 70er Alben (komplett auf Vinyl) und mag die auch alle wirklich gerne. Mein Favorit ist vielleicht "Song For America", aber wirklich festlegen kann ich mich da noch nicht, da sie alle gar nicht so weit auseinander sind ("Monolith" gefällt mir auch sehr gut) und ich sie noch nicht allzu ausgiebig gehört habe.
Ich gehöre wohl zu den Wenigen, die "Dust In The Wind" nicht übergehört haben. Genaugenommen kannte ich das Stück (zumindest bewusst) bis vor vielleicht 7 Jahren noch überhaupt nicht, und von da an, bis ich die Scheibe selbst gekauft habe, hatte ich es maximal 5 Mal gehört. Folglich liebe ich es immer noch und finde es bildet eine wunderbare Abwechslung auf "Point Of Know Return".
"Vinyl Confessions" hatte ich auch mal (im Rahmen einer kleinen KANSAS-Sammlung die ich bei Ebay ersteigert hatte) aber die habe ich wieder verkauft.
Es ist natürlich durchaus gute Musik, aber ich habe halt einfach generell nichts übrig für AOR und selbst die 70er Sachen von KANSAS sind mir ja an manchen Tagen schon fast zu eingängig (wenn ich in der richtigen Stimmung bin liebe ich sie aber natürlich).


Ich glaube ĂĽbrigens nicht, dass das Backcover von "Monolith" Inspirationsquelle fĂĽr das "Tales From The Twilight World" Cover war, das dĂĽrfte wohl eher von MAGNUMs "On A Storytellers Night" inspiriert gewesen sein.
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Re: Der Kansas Thread

Beitragvon MetalMueller1807 » 14. April 2009, 09:56

Mein Favorit ist "Leftoverture". Ich muss aber zugeben, dass ich , was KANSAS angeht, leider kein wirklicher Experte bin... Ich habe neben besagtem Album noch die Live-Doppel-LP "Two for the Show" und eine Best of-CD; gefällt mir ALLES wirklich sehr, sehr gut!!
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