ASOMVEL - World Shaker

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ASOMVEL - World Shaker

Beitragvon The-Aftermath » 7. Juni 2019, 15:15



Sechs Jahre nach Knuckle Duster (damals noch bei Bad Omen Records erschienen) und zahlreiche Besatzungswechsel später legen ASOMVEL endlich mit ihrem dritten Album nach. Während die meisten jüngeren Bands sich weiterhin bei BLACK SABBATH, THIN LIZZY und WISHBONE ASH bedienen, bleiben ASOMVEL ihrer bisherigen Linie treu und machen keinerlei Anstalten, auch nur einen Zentimeter von ihrem fast gänzlich auf MOTÖRHEAD beruhenden Sound abzuweichen.

Nach dem Tod des Original-Sängers Jay Jay Winter im Jahre 2010 ging das zweite Album Knuckle Duster mehr oder weniger unter, doch in der Rückschau gefällt es mir deutlich besser als das Debüt Kamikaze. Während letztere Scheibe mit ihren harten und trockenen Riffs eher an die spätere Phil Campbell-Phase irgendwo zwischen Hammered und Kiss Of Death erinnert, ist Knuckle Duster klassischer ausgefallen und überzeugt vor allem durch seine transparente, natürliche Produktion. Mit dem schweren "Waster" und dem punkigen "Strangehold" wird außerdem fast so etwas wie Abwechslung im Songwriting erreicht.

Die Besatzung hielt jedoch nicht an (Stichwort: Ehefrau des Gitarristen ist auch die Managerin der Band...) und so drehte sich das Karussel gerade in Sachen Schlagzeug mehrere Jahre immer weiter. Nun scheint die Besatzung aber wieder zu stehen und soundtechnisch macht man genau dort weiter, wo man mit Knuckle Duster aufgehört hat: Lenny Robinsons melodische Leadgitarre und der verzerrte Bass dominieren das erneut sehr natürlich ausgefallene Klangbild, so dass man sich innerhalb der MOTÖRHEAD-Diskografie einige Jahre nach hinten bewegt. Mehr als einmal fühlt sich man vor allem wegen der direkten Art an Iron Fist erinnert, aber auch Orgasmatron und Overnight Sensation eignen sich als Referenzpunkte. Der neue Sänger klingt deutlich heiserer (?) als sein Vorgänger, mitunter sogar kaputter, so dass man in einigen wenigen Momenten gar an Cronos oder Tom Warrior denken muss. Weniger souverän ist hingegen seine - anders kann man es nicht ausdrücken - Verkleidung als Mr. Kilmister himself. Den Versuch der Kopie hätte man zumindest optisch unterlassen können, so wirkt es einfach nur albern, wenn beteuert wird, dass MOTÖRHEAD nur eine Inspiration von vielen seien. Das klingt in etwa so überzeugend wie die Aussage von ORCHID, BLACK SABBATH seien nicht unbedingt die Hauptinspiration für ihre Songs...

Lässt man die Punkte Optik, Besatzungswechsel und andere uninteressante Themen aber beiseite, so lässt sich feststellen, dass ASOMVEL hier erneut eine wunderbar rotzige und trotz ihrer Einförmigkeit mitreissende Platte eingespielt haben, die zumindest MOTÖRHEAD-Fans antesten sollten. Mit dem misslungenen "True Believer" und dem unspektakulären "Smoke Screen" gibt es zwei Skip-Kandidaten, der Rest ist uneingeschränkt zu empfehlen, zumindest wenn man auf der Suche nach einer kurzweiligen Rock 'N' Roll-Unterhaltung für den Sommer ist.
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