Mark "The Shark" Shelton (*03.12.1957, †27.07.2018)

Schreibt euch die Finger wund über das große Thema "Metal" - über neue Platten, neue Bands, Konzerte etc.

Moderator: Loomis

Mark "The Shark" Shelton (*03.12.1957, †27.07.2018)

Beitragvon Fire Down Under » 27. Juli 2018, 22:05

Ein Kondolenzthread sollte im besten Board der Welt schon angemessen sein. Ich kann es immer noch nicht so richtig fassen...
Zuletzt geändert von Fire Down Under am 31. Juli 2018, 21:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mark "The Shark" Shelton (*03.12.1958, †27.07.2018)

Beitragvon Darth Bane » 27. Juli 2018, 22:11

R.I.P. Shark,mehr bring ich grad nicht raus...
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Re: Mark "The Shark" Shelton (*03.12.1958, †27.07.2018)

Beitragvon Loomis » 28. Juli 2018, 09:59

Auch ich bin sprachlos. Jeder hier weiß, wie sehr ich Manilla Road mag. Aber mir wollen keine passenden Worte einfallen. Ich kann es noch gar nicht richtig glauben, dass Mark von uns gegangen ist. Seine Musik gab und gibts mir über die Jahre so viel und die paar Male die ich ihn persönlich getroffen habe war er auch menschlich sehr sympathisch und ganz Gentleman.

Danke, Mark! <3
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Re: Mark "The Shark" Shelton (*03.12.1958, †27.07.2018)

Beitragvon Clontarf » 28. Juli 2018, 10:17

Es fällt wirklich schwer im Moment Worte zu finden. Einfach unfassbar!

Hab gerade MYSTIFICATION aufgelegt, aber schon bei "Among the crypts and grey tombstones..." wird es feucht um die Augen rum...
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We want you to know we'll always thrash forever!"
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Re: Mark "The Shark" Shelton (*03.12.1958, †27.07.2018)

Beitragvon Killmister » 28. Juli 2018, 10:58

Es bleibt nur DANKE zu sagen, für unglaubliche emotionale Momente und einzigartige Musik ...
Wenn man etwas nicht mag, ist einem weniger davon lieber.
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Re: Mark "The Shark" Shelton (*03.12.1958, †27.07.2018)

Beitragvon Harry(not the Tyrant) » 28. Juli 2018, 11:32

Was für eine Scheisse....wenn da mal nicht diese verdammte Hitze mit eine Rolle spielte.
R.I.P Mark !
https://www.shz.de/lokales/barmstedter- ... 50392.html
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Re: Mark "The Shark" Shelton (*03.12.1958, †27.07.2018)

Beitragvon warstarter » 28. Juli 2018, 16:48

Obwohl nicht der Manilla Road Überfan, gute Reise Herr Shelton.
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Re: Mark "The Shark" Shelton (*03.12.1958, †27.07.2018)

Beitragvon Michael@SacredMetal » 28. Juli 2018, 16:49

"Up The Hammers" - so beendete Mark Shelton immer seine E-Mails.

Einer meiner großen Wünsche beim Deaf Forever war es immer, eine lückenlose Retrospektive über Manilla Road zu schreiben. Und als ich für die Reviews sämtliche Alben noch einmal hörte, wurde mir erneut (nicht zum ersten Mal) klar, was hier für eine Legende die Szene bereicherte. Im Zuge dessen schrieb ich unzählige Mal mit Mark hin und her - auch über Dinge, die nichts mit Musik zu tun hatten. Es waren immer freundliche, niemals ungeduldige oder gar genervte Texte, die er mir schrieb.

Zum ersten Mal sah ich MR im Jahr 2000 auf dem "Bang Your Head" - es war nahezu unwirklich, diese Band einmal auf einer deutschen Bühne sehen zu dürfen.
Es folgten, besonders dank Oli Weinsheimer, einige noch bessere Gigs. Es war immer intensiv, immer magisch, immer etwas Besonderes.

Ich weiß nicht, ob das jetzt das Ende der Band darstellt - aber auch wenn nicht: Die Metalwelt ist wieder ein ganzes Stück ärmer geworden.

Genießt eure Legenden, solange es noch geht. Irgendwann ist es immer das letzte Mal.

RIP, Mark!
Up The Hammers!
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for all our shattered dreams, for all the songs unsung,
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Re: Mark "The Shark" Shelton (*03.12.1958, †27.07.2018)

Beitragvon Fire Down Under » 28. Juli 2018, 20:25

"I can't believe it's true, I feel so damned confused..."

Ich war gestern den ganzen Tag unterwegs, habe aber auch bereits am Vormittag von Marks Tod erfahren, der modernen Technik sei "Dank". Was für ein Tiefschlag. Und so richtig wollte und will ich es eigentlich immer noch nicht realisieren. Ich wusste, dieser Tag würde irgendwann kommen, aber dass einer meiner absoluten Lieblingsmusiker nicht mehr da sein sollte, das konnte, das durfte einfach nicht wahr sein. Es fühl(e) sich alles so unwirklich an...
Dass an diesem Abend zu Ehren von Mark ein paar alte Platten aufgelegt werden müssen, das hab ich ziemlich rasch für mich beschlossen. Also irgendwie diesen Tag rumkriegen, und bereits als ich die letzten Meter in Richtung meines Zuhauses zusteuerte, lief es mir eiskalt den Rücken herunter und mich umfuhr trotz brütender Temperaturen am ganzen Körper eine Kälte, nur bei dem bloßen Gedanken, dass ich in wenigen Minuten "Crystal Logic" auflegen werde - das Album, mit dem für mich alles begann: meine Reise in die bezaubernde Welt Manilla Roads.
Zuhause angekommen, schaltete ich den Plattenspieler ein, holte das Album aus dem Regal, entfernte die Schutzhülle, betrachtete das Cover und das Backcover eine Zeit lang. Dann zog ich Vinyl und Innenhülle aus dem Cover und schlussendlich das Vinyl aus der Innenhülle selbst. Als ich die Schallplatte zur Hälfte aus dem Innencover hatte, hielt ich inne, zitterte und zögerte - sicher eine halbe Minute lang. Am Liebsten hätte ich die Platte wieder zurück ins Regal gestellt, weil ich den Gedanken nicht ertrug, vermutlich gleich emotional einmal komplett auf links gedreht zu werden. Ich hatte sowas Ähnliches wie "Angst", diese Platte, die mir so viel bedeutete, nun unter einer völlig anderen Prämisse als je zuvor zu hören - es ist mir unmöglich, dieses Gefühl zu beschreiben, da ich so etwas noch nie zuvor in meinem Leben gefühlt habe.
Ich fasste mir ein Herz, legte die Platte behutsam auf den Teller, bürstete einmal kurz über die Nadel und startete den Abspielvorgang. Und zeitgleich mit dem Einsetzen des dunklen Prologs spielte sich in mir ein Film ab...

"Inside a dream"

Ich erinnerte mich daran, wie es war, als ich eben jene Platte zum ersten Mal seiner Bestimmung zugeführt habe. Das ist jetzt auch schon wieder fast zehn Jahre her. "Crystal Logic" war für mich ein Türöffner, eine Erweckung, ein Manifest. Damit begann für mich die aufregende Entdeckungsreise einer der für mich bedeutendsten Bands aller Zeiten. Ich kannte zwar, bevor ich mir ein originalverschweißtes Exemplar der Erstpressung auf Roadster für 50 Euro bei High Roller angelte, schon die beiden Songs "Necropolis" und den Titeltrack des Albums, sowie "Into the Courts of Chaos" über Youtube, doch der wirklich intensive Erstkontakt mit der Band erfolgte eben über exakt diese Platte.
"Ganz schön viel Kohle rausgehauen für 'ne Platte einer Band, die der fast gar nicht kannte!" mag sich der ein oder andere Leser vielleicht denken, und ich kann es ihm auch gar nicht mal verübeln. Ein bisschen verrückt ist sowas ja schon. Allerdings haben mich die drei vorab bekannten Songs - nach kurzer Eingewöhnungszeit, vor allem an Marks Gesang - durchaus angefixt. Ich war und bin eigentlich schon so gut wie immer der Typ, der das Internet so wenig wie möglich nutzt, um in Bands reinzuhören, und wenn, dann nur ganz wenig - ganze Alben höre ich mir vorab im Netz bis zum heutigen Tag nur äußerst selten an, denn ich möchte den Erstdurchgang, welcher oft der Intensivste ist und meist schon viel über die zukünftige Bindung von Platte und Rezipient aussagt, immer in Ruhe und über die heimische Anlage bei adäquatem Sound hören. Deswegen habe ich vieles über die Band gelesen - über ihren Status (der ja, wie wir alle wissen, nicht immer dem entsprach wie wir ihn heute kennen), die Lobeshymnen, ihre Geschichte. Alleine schon die Tatsache, dass Manilla Road es hinbekamen, im Zeitraum 1980-1990 acht Studioalben herauszubringen - genau so viele wie Iron Maiden und sogar eines mehr als Judas Priest im selben Zeitraum! -, und das gänzlich ohne sonderlich große Vertriebsstrukturen, faszinierte mich und nötigte mit eine Menge Respekt ab. Alles umwehte eine gewisse Mystik, eine Magie, einen Zauber - und das, obwohl ich, wie erwähnt, (bewusst) nur sehr wenige Klänge der Band vernommen habe. Und unter exakt jener Prämisse investierte ich von meinem Azubigehalt den Fünfziger bei Steffen Böhm. Ich konnte quasi eine "alternative", untergründige, verwunschene Version bereits sattsam bekannter 80er-Jahre-Heavy Metal-Historie völlig neu erkunden - eine Büchse der Pandora für einen entdeckungsfreudigen, aufgeschlossenen Jungmetaller, nicht wahr...?

"Crystal Magik"

Als die Jungfernfahrt des Albums abgeschlossen war, war ich verwirrt. "Ja, das ist schon nicht schlecht, aber das soll jetzt also dieses legendäre Album sein?" oder sowas in der Art dachte ich mir, als die letzten Töne verklungen waren. Ich stellte das Album also ins Regal und legte irgendwas anderes auf. Was, weiß ich heute nicht mehr.

Doch dann geschah es.
Nachdem nicht mal die Hälfte des anderen Albums durchgelaufen war, holte ich "Crystal Logic" wieder aus dem Regal, entfernte die gerade laufende Platte vom Plattenspieler und legte stattdessen wieder "Crystal Logic" auf - und diesmal blieb es nicht nur bei einem Durchgang. Ich hörte den Rest des Tages nichts anderes - und auch die nächsten Wochen und Monate sollte ein Großteil meiner Musikhör-Zeit diesem Album gewidmet sein.
Das war sie wohl also, diese magische Kraft Manilla Roads? Diese schleichende, infizierende Kraft, die mich zwar zuerst ratlos zurückgelassen hat, aber dennoch irgendwas in meinem Inneren ausgelöst hatte, das erst nach einer gewissen Inkubationszeit in mein Bewusstsein drang. So etwas war mir bis dato in dieser Form auch noch nicht passiert, und auch danach nur noch selten - vorzugsweise jedoch bei Alben von, genau, Manilla Road.

Ob bei "Mystification", bei "The Deluge", bei "Voyager", oder bei "The Courts of Chaos" - all jene Alben ließen mich beim Erstdurchlauf seltsam verstört, aber fasziniert zurück - gleichzeitig mit diesem guten, speziellen Gefühl, dass sich diese Alben zu absoluten Giganten entwickeln werden, wenn man ihnen nur genug Zuwendung und Zeit zur Entfaltung gibt.

Es ist sicher auch das ungewohnte Klangbild, das den Zugang ein wenig erschwert und Eingewöhnungszeit braucht. Denn so wie Manilla Road klang und klingt keine Band. Es benötigt eine gewisse Zeit, um den Zugang zu finden - welchen Fastfood-Musikhörer mit dem Motto "Hauptsache, es rockt!" niemals finden werden. Und das ist auch gut so.

"Heavy Metal to the World tonight"

Eine weitere Erinnerung, die ich gestern wieder durchleben durfte, war die des denkwürdigen Auftrittes am Metal Assault 2013, als anlässlich des 30-jährigen Jubiläums das vollständige Album in einem speziellen Auftritt gespielt wurde. Es war mein erstes Manilla Road-Konzert und gleichzeitig eins meiner denkwürdigsten Konzerte aller Zeiten. Seite an Seite mit @Sepp, einem der besten Menschen der Welt, erlebte ich die Songs jenen Albums, das mir so viel bedeutet, endlich auf der großen Bühne - sowie im Anschluss den kompletten Nachfolger "Open the Gates" in einer ebenfalls grenzenlos intensiven Performance. Sämtliche Erinnerungen und Erlebnisse der Anwesenden mit der Musik Manilla Roads trafen in diesem großen Raum zusammen und erzeugten zusammen mit der Musik von der Bühne eine unvergleichliche Atmosphäre.

Es sollten für mich noch fünf weitere Konzerte der Band folgen - allesamt unvergessliche, intensive und ergreifende Auftritte. In besonderer Erinnerung bleibt mir zudem mein - nunmehr - letzter besuchter Auftritt am KIT 2017, als ich endlich erstmalig meine Faves "Into the Courts of Chaos" und das überlange "The Empire" vom Debüt live zu hören bekam. Beides Songs, mit denen ich nicht unbedingt gerechnet hätte, sie jemals live zu Ohren zu bekommen.

Dass es all dies in Zukunft nicht mehr geben wird, schmerzt mich wirklich sehr. Nie wieder voller Inbrunst die Refrains von "Necropolis", "Crystal Logic" oder "Divine Victim" mitgrölen, nie wieder zu "The Ninth Wave" ehrfürchtig niederknien, nie wieder von der brachialen Urgewalt von "Masque of the Red Death by the Hammer of the Witches' Brew" niedergetreckt werden, nie wieder in den sphärischen Klängen von "Dreams of Eschaton" oder "The Empire" entschweben. Nie wieder wird diese Gitarre auf ihre unvergleichliche Art singen. Der Welt ging ein beträchtliches Ausmaß an Magie am 27. Juli 2018 unwiederbringlich verloren.

"I was a rocker from birth, a rocker I'll be till I die"

Dass diese Zeilen aus dem 1990er Song "Dig Me No Grave" programmatisch wären, daran hat sicher niemand gezweifelt, der sich ein wenig näher mit der Person Mark Shelton auseinandergesetzt hat. Die Tatsache, dass er wenigstens nicht leiden musste und es schnell vorbei war, sind ein schwacher Trost angesichts des doch viel zu frühen Ablebens des Sharks. Und es führt einmal mehr die Gewissheit vor Augen - Achtung, liebes Phrasenschwein - dass es jeden Moment vorbei sein könnte und man keine Zeit verschwenden sollte. Ich werde hieraus für mich auch persönlich einige Schlüsse ziehen, die ich jedoch in Zukunft genauer ausdefinieren werde und die hier auch nicht hergehören. Was Mark mir darüber hinaus gelehrt hat, ist, dass man immer an seine Träume glauben soll und niemals aufzugeben bis man seine Ziele erreicht hat. Dass es sich lohnt, sich selber und seiner Vision kompromisslos treu zu bleiben und zu kämpfen, egal wie groß der Widerstand auch sein mag. Das Leben ist viel zu kurz, um es einfach so an sich vorbeiziehen zu lassen.

"I laid myself down into bed..."

Und als gestern "Crystal Logic" auf ihr Ende zusteuerte, als Mark im akustischen Intro zu "Dreams of Eschaton" zu singen begann, da hat es mich dann komplett zerlegt, so wie noch nie zuvor bei Musik. Obwohl ich Musik oft durchaus intensiv fühle und von ihr emotional aufgewühlt werden kann, so haben es bisher tatsächlich nur sehr wenige Stücke geschafft, mir die Tränen in die Augen zu treiben. Und in diesem Moment, gestern, dann so richtig... Wer so etwas in einem Menschen auszulösen vermag, durch Musik auf der einen Seite, und auf der anderen Seite durch seine Haltung, seine Einstellung und damit insgesamt zu einer prägenden Wichtigkeit für diesen Menschen, der ist schlicht eine Persönlichkeit von unmessbarer Größe.

Danke, Mark, für alles!

Up the Hammers...
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Re: Mark "The Shark" Shelton (*03.12.1958, †27.07.2018)

Beitragvon Hippie-Ben » 29. Juli 2018, 00:00

R.I.P.
Habs grad erst erfahren.
...
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häsde immer
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Re: Mark "The Shark" Shelton (*03.12.1958, †27.07.2018)

Beitragvon Loomis » 29. Juli 2018, 00:25

Sehr schöner Text, FDU!
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Re: Mark "The Shark" Shelton (*03.12.1958, †27.07.2018)

Beitragvon Jhonny D. » 29. Juli 2018, 08:25

Loomis hat geschrieben:Sehr schöner Text, FDU!


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Re: Mark "The Shark" Shelton (*03.12.1958, †27.07.2018)

Beitragvon Jhonny D. » 29. Juli 2018, 15:29

So, ich hab es mittlerweile einigermaßen realisiert.

Ich denke, erstmals von MANILLA ROAD gehört habe ich im powermetal.de-Forum 2004 oder 2005. Als "Gates Of Fire" rauskam, war mir die Truppe jedenfalls schon ein Begriff; damals habe ich auch hier schon mitgelesen, also war es vielleicht auch hier. Der erste Song, den ich kannte war 'Throne Of Lies', den es kostenlos zum Download gab. Das war vielleicht der erste wirklich "kauzige" Metal, den ich anhören durfte. Wie wenig Ahnung hatte ich, dass die Band noch so viel stärkeres Material hatte. Auf CD hatte ich dann 2006 einen Titel mit Mark an der Gitarre (und Hellroadie am Gesang) - auf der DAWNRIDER-Scheibe "Fate Is Calling Pt. I" gab es einen Beitrag der beiden, der mir nicht wirklich hängen geblieben ist.

Mein erstes Scheibchen war dann "Atlantis Rising" - und ich gebe zu: Am Anfang konnte ich gar nix damit anfangen. Ich war völlig überfordert vom miesen Sound und dem oft nur gemurmelten "Gesang". Aber wie so oft blieb ich trotz erster Enttäuschung an der Band dran. Im April 2007, kurz vor oder nach meinem 19. Geburtstag, fand dann "Crystal Logic" den Weg in meine Sammlung. Und, was soll ich sagen? Das Album hat wahrscheinlich einen ewigen Platz in meiner Top 20 inne. Anfangs konnte flog ich nicht so auf 'Necropolis', dafür aber auf 'Dreams Of Eschaton' (den ich mir vor dem Kauf bei Youtube reingezogen hatte), auf 'The Ram', 'Crystal Logic' oder 'The Riddle Master'. Hier passte der Sound, der Gesang war überragend, und warum diese Band nicht alle Magazin-Soundchecks abräumte war mir schleierhaft.
Wenige Monate danach rotierte auch "Atlantis Rising" regelmäßig, und ich bleibe mittlerweile dabei, dass es sich um eines der pesten Post-Reunion-Alben handelt.

In den nächsten 3-4 Jahren kamen die Alben eher langsam nach und nach in meine Sammlung. Zwei Alben davon wurden recht bald prägend. Zuerst mal 2008 "Voyager", das erste MR-Album, das ich bei der Veröffentlichung kaufte. 2008 wurden damit meine Jahrescharts getoppt, und auch heute kriege ich eine absolute Gänsehaut, wenn ich dieses melodische Wunderwerk höre. Was mich am meisten bei dieser Bandphase begeistert (das gilt auch für die beiden Vorgänger) ist der sehr warme Sound, der aus meiner Sicht nicht besser hätte werden können.
Mindestens ebenso prägend wurde "Mystification", meine zweitliebste Achtziger-Scheibe der Band.
2008 ärgerte ich mich in Grund und Boden, dass ich als Zivi nicht frei bekam, um zum KIT zu fahren. So verpasste ich eines der besten KIT-Line-Ups aller Zeiten, und meine Chance auf MANILLA ROAD live. Es sollte am Schluss bis 2012 dauern, bis ich tatsächlich mal am KIT war.

Mittlerweile habe ich fast alle Veröffentlichungen, an denen Mark beteiligt war: Alle Studio-Alben von MANILLA ROAD, das bisschen Live-Material, die beiden HELLWELL-ALben, das RIDDLEMASTER-Album, das Solo-Album, seinen Beitrag bei DAWNRIDER, die von ihm produzierten STYIAN SHORE Alben, Gastbeiträge bei BATTLEROAR und IRONSWORD... Mark ist einer der großartigsten Metal-Musiker aller Zeiten.
2017 ging ein Traum in Erfüllung und ich sah MANILLA ROAD tatsächlich erstmals live - der Gig war mir ebenso wichtig wie die CIRITH UNGOL Reunionen und der überragende KODEX-Gig am KIT. Dass Jakob und ich Mark danach in der Menge trafen, uns nett unterhalten haben und Fotos mit ihm machten, machte ihn so menschlich und nahbar, das war echt klasse.

Nach "Voyager" knackten MANILLA ROAD noch drei Mal meine Jahres-Top-Ten - das wunderbar warme "Mysterium" und das beste Post-2008-Werk "To Kill A King" ebenso wie die mittlerweile etwas nachgelassene "The Blessed Curse" gehört jeweils zu den zehn besten Alben des Jahres. Auch mit dem HELLWELL-Debüt (der Zweitling fällt deutlich ab), dem herrlich-entspannten Solo-Album und zuletzt mit RIDDLEMASTER (sein letztes Studioalbum) begeisterte mich Mark.

Manche sagten die letzten Tage, dass der Tod von Shelton für sie so emotional gewesen sei wie bei Dio oder Lemmy. Ich finde ihn deutlich intensiver, denn die beiden Großmeister des Metal haben keins (Lemmy) oder nur eines (Dio bei Heaven And Hell) meiner absoluten Lieblingsalben hervorgebracht, während Mark in einer Band spielte, die eine fast lückenlos großartige Diskografie aufweisen kann, die nie so einseitig war wie bei manch anderen alten Heroen. Und auch nach fast 40 Jahren im Business brachte Shelton weiter richtig starke Alben auf den Markt.

Mark wird uns als Charakterkopf fehlen, als Unikat, als Sänger, als wunderbarer Songwriter. aber die 22 Studio-Alben seiner Hauptprojekte bleiben. Ich möchte keins davon missen.
Ruhe in Frieden, Mark!
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Re: Mark "The Shark" Shelton (*03.12.1958, †27.07.2018)

Beitragvon Schnuller » 29. Juli 2018, 15:34

Schön geschrieben FDU!

R.I.P. Mark!

Mit Manilla Road bin ich ja nie richtig warm geworden, aber mich hat das auch ziemlich mitgenommen. Vor allem weil die Band zurzeit ja wirklich etwas Erfolg ernten konnte.
Ich hatte damals die Möglichkeit Neudis erster Probe mit Manilla Road beizuwohnen, was ziemlich beeindruckend war.
Mark spielte da noch seine alte B.C Rich Warlock, zu der ich ihn dann etwas ausgequetscht habe. Die Klampfe war wirklich alt und wurde damals noch von Bernado Rico selber gebaut. Ehrensache, dass er sie mir gleich in die Hand drückte und ich mal kurz darauf spielen konnte.
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Re: Mark "The Shark" Shelton (*03.12.1958, †27.07.2018)

Beitragvon MOR » 29. Juli 2018, 21:51

@FDU ❤️
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