Heute & morgen...wie wird die Zukunft des Metals aussehen?

Schreibt euch die Finger wund ĂŒber das große Thema "Metal" - ĂŒber neue Platten, neue Bands, Konzerte etc.

Moderator: Loomis

Re: Heute & morgen...wie wird die Zukunft des Metals aussehe

Beitragvon Franko » 8. Februar 2018, 14:50

Wir haben in der NĂ€he (ca. 50-75km) 1x Saturn und 2x Media Markt, wobei einer der Media MĂ€rkte ein wirklich großes und auch gutes Angebot an CDs hat. Und wenn ich zum Shoppen fahre, ist ein Blick durch deren CD-Regal bisher immer Pflicht gewesen. WĂ€re schade, wenn dieses "Ritual" wegfallen wĂŒrde.
Benutzeravatar
Franko
Leather Lucifer
 
 
BeitrÀge: 8067
Registriert: 30. Juli 2007, 20:30


Re: Heute & morgen...wie wird die Zukunft des Metals aussehe

Beitragvon Kubi » 8. Februar 2018, 16:44

In Berlin bin ich zwar theoretisch verwöhnt (Saturn, Media Markt, MĂŒller, zwei CD-LĂ€den), aber gezielt zum Einkaufen von Musik fahre ich da nicht mehr hin. Ich bestelle Musik eigentlich mittlerweile online (bei Bands/Labels direkt, aber auch Amazon (inkl. Marketplace), EMP oder eBay) oder kaufe auf Konzerten/Festivals. Die einzigen Vorteile, die der Laden bietet, sind das direkte Mitnehmen der Ware und die Beratung. Beides ist fĂŒr mich nicht mehr relevant, denn meist kaufe ich Musik, die ich bereits kenne (da als MP3 oder Promo schon zu Hause). Und falls ich sie noch nicht kenne, bin ich mittlerweile auch nicht mehr hibbelig genug, dass ich etwas unbedingt am VÖ-Tag um 10.00 Uhr morgens (also bevor die Post kommt...) haben muss.

Da die Onliner meist auch noch Auswahl- & Preisvorteile haben, gibt es eben fĂŒr mich keinen Grund mehr Musik wie frĂŒher einkaufen zu gehen. Und das geht halt vielen so, denn gerade das Antesten via Stream etc. kann ja nun wirklich jeder heutzutage.
http://www.musik-sammler.de/sammlung/kubi

Krawehl, krawehl!
TaubtrĂŒber Ginst am Musenhain
trĂŒbtauber Hain am Musenginst
Krawehl, krawehl!
Benutzeravatar
Kubi
Himbeermann
 
 
BeitrÀge: 5100
Registriert: 7. Mai 2009, 10:50
Wohnort: Berlin


Re: Heute & morgen...wie wird die Zukunft des Metals aussehe

Beitragvon Siebi » 8. Februar 2018, 16:49

Streaming und "virtuelle" Speicher werden die Zukunft sein. Physikalische TontrĂ€ger werden zur absoluten Nerd-Randschiene verkommen, denn erstens sind die Preise im Vinylbereich derzeit oft mehr als ĂŒbertrieben und zwotens muss man CD-Player schon suchen, Tendenz weiter abnehmend, d.h. Griff zum DVD-Player oder was auch immer als Medium/AbspielgerĂ€t noch kommen mag. Vermutlich wenig bis nichts mehr.

Wer als SchĂŒler, Student, geldknapper Arbeitnehmer wie Arbeitsuchender gibt Kohle fĂŒr den Luxusartikel "TontrĂ€ger" aus, wenn es Musik 24/7 fĂŒr wenig bis nichts ortsungebunden zu hören gibt? Der physikalisch sammelnde Fan wird bleiben, aber irgendwann platzt die Vinylblase, CDs sind nur begrenzt haltbar, es sieht endlich aus. Die Frage ist, ob es Presswerke weiter geben wird, die qualitativ gutes Vinyl anbieten können. Schon jetzt sind es oft die rĂŒhrigen Kleinstlabels, die mit wertigerem Produkt auffallen als so mancher Majorriese. Wenn ich nur an die BMG-Noise/GUN-Auflagen denke, auch ist die PressqualitĂ€t mehr als dĂŒrftig oder die Einlaufrille rauscht wie weiland der örtliche Gebirgsbach.

Robb Reiner meinte in einem DF-Interview fĂŒr mich nachvollziehbar, dass Plattenfirmen irgendwann ausgedient haben, denn wen beliefern, wen kein Laden mehr existiert. ZwischenversandhĂ€ndler kann eine Band selbst beliefern, der klassische Börsen-HĂ€ndler ordert bei der Band. Und Promotion? Wo denn? In den wenigen Magazinen, wo einmal eine kleine Anzeige geschaltet wird? Wenig Ertrag bei einigem monetĂ€ren Aufwand, der erstmal wieder eingespielt werden muss.

Wenn ich mir vorstelle, was es frĂŒher alles gab, selbst bei "kleinen" Bands wie Iced Earth noch 1998. Aufsteller, Poster, Flyer, Buttons, weitere Gimmicks. Da wurde im Wochentakt der Verkaufsraum der örtlichen Dealer von oben bis unten bepflastert wie bei einer Weihnachtsaktion des neuesten Disney-Films. Egal ob Govi, ELPI, mĂŒller, WOM, Saturn oder Karstadt. Da wurde so krĂ€ftig beworben, das fiel Dir unbewusst ins Auge.

Maiden zur "Powerslave" im September 1984 meine ich mich zu erinnern, wie der WOM in der MĂŒnchner FußgĂ€ngerzone, Kaufraum war im Untergeschoss, in zwei riesengroßen Schaufenstern der Einkaufsstraße oben das Album mit Postern, Eddiefigur etc. fĂŒr ca. einen Monat bewarb. Da wusste auch meine Oma, wer diese "Ieron Meiden" san, haha. In der Metalabteilung gab es Aktionen dazu, mit ĂŒber den Regalen befindlichen 2-3 Plattenspielern wurde das Album neben anderen aktuellen Alben via Kopfhörer beschallt. Noch bevor ich die Scheibe kaufte, hatte ich die Seite A schon auswendig drin, haha.

ZurĂŒck zur Zukunftsfrage. Was sich halten wird, ist der After Sales-TontrĂ€germarkt, also 2nd Hand, Tauschbörsen und FlohmĂ€rkte, vermutlich ergĂ€nzt um Plattenspieler- und CD-GerĂ€tebastler. Da trifft sich die Haptikfanbase, diskutiert, analysiert, schwelgt in Erinnerungen, holt sich Informationen aus erster Hand. Die Klientel, die nach verschiedensten Pressungen und RaritĂ€ten oder dem TA ihrer Wahl sucht.
Benutzeravatar
Siebi
Spaceman
 
 
BeitrÀge: 16492
Registriert: 22. Juli 2007, 13:08


Re: Heute & morgen...wie wird die Zukunft des Metals aussehe

Beitragvon Cromwell » 8. Februar 2018, 20:24

Ich bin gespannt, wie tief die CD am Ende in der allgemeinen Gunst fallen wird. Noch vor sechs, sieben Jahren gab es ja in diesen heiligen Hallen hier manchmal pikierte Äußerungen von passionierten CD-KĂ€ufern, die sich ĂŒber den Kauf so obsoleter TontrĂ€ger wie LPs wunderten. Inzwischen sind wir auf dem besten Wege zur Wiedervereinigung am Rande der Musikgesellschaft, werden bald wieder gemeinsam zeitlos unmodern sein, CD-Nerds und LP-KĂ€uze. :-D
Benutzeravatar
Cromwell
Listenhorst
 
 
BeitrÀge: 2833
Registriert: 18. Mai 2010, 20:15
Wohnort: planet of parking lots


Re: Heute & morgen...wie wird die Zukunft des Metals aussehe

Beitragvon Schnuller » 8. Februar 2018, 20:36

Ich hatte auf der letzten Seite mit CD/PlattenlĂ€den "richtige" LĂ€den gemeint, und nicht die Ketten, die natĂŒrlich auch TontrĂ€ger im Angebot haben.

Ich denke die "Plattenfirma" wird sich lĂ€nger halten als der "Vertrieb". Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Die großen Ketten sind leicht mit den ĂŒbrige gebliebenen physischen TontrĂ€gern versorgt. Digital kann die Sachen jeder anbieten und die FachhĂ€ndler ordern direkt beim Label und nicht beim Vertrieb. Ob die Plattenfirma der Zukunft noch so aussieht, wie man sich das heutzutage vorstellt, bzw. wie die Finanzierung der Sachen lĂ€uft?
Theoretisch mĂŒssten die TontrĂ€ger dann sogar billiger werden, da ja kein Vertrieb daran mitverdienen muss...theoretisch.
Das wir aber nicht so kommen.

Der nĂ€chste Haken kommt dann auch wieder durch das fehlende Geld seitens der Labels. Die Studiokosten mĂŒssen bezahlt werden oder es wird noch mehr in Eigenregie produziert.
Letzteres kann unter UmstĂ€nden von Vorteil sein. Wenn nicht jeder gleich zum Drumcomputer greift, sondern versucht "richtig" aufzunehmen, geht er Trend u.U. noch ein StĂŒck weiter weg im Standardsound. Da sind ja durchaus Tendenzen wahrzunehmen. Kann aber auch nach hinten losgehen.

Ich bin vor allem gespannt, wie schnell sich die Entwicklung, egal in welche Richtung sie geht, fortsetzt.
Benutzeravatar
Schnuller
JOHN ARCH
 
 
BeitrÀge: 3760
Registriert: 2. Mai 2011, 14:18
Wohnort: South Of Hessen


Re: Heute & morgen...wie wird die Zukunft des Metals aussehe

Beitragvon Franko » 9. Februar 2018, 13:03

Es werden auch Labels verschwinden, bzw. ihre EigenstĂ€ndigkeit und UnabhĂ€ngigkeit verlieren. Siehe Massacre Records, die inzwischen Soulfood gehören (siehe Impressum GeschĂ€ftsfĂŒhrer) und wem gehört Soulfood? Believe... ein eigentlich, reiner Digitalvertrieb.
Benutzeravatar
Franko
Leather Lucifer
 
 
BeitrÀge: 8067
Registriert: 30. Juli 2007, 20:30


Re: Heute & morgen...wie wird die Zukunft des Metals aussehe

Beitragvon Hippie-Ben » 17. Februar 2018, 11:12

Killmister hat geschrieben:
Pavlos hat geschrieben:
Killmister hat geschrieben:
Pavlos hat geschrieben:
Killmister hat geschrieben:
Pavlos hat geschrieben:Da brauche ich keine Implantate fĂŒr, das geht bei mir schon seit fast dreißig Jahren so.

:yeah:

Klar, als Spezialist fĂŒr Implantate ...
Bist du in deinem Job eigentlich schon mal mit der Materie konfrontiert worden :ehm: ?


*rÀusper*

*zurĂŒck ruder*


Kein Problem, aber so viel sei gesagt:

Alles ist genauso, wie du es dir vorstellst.

:harrr:

Das freut mich fĂŒr dich.


Du bist Schönheitschirurg? BodyMod-Spezialist? baust am neuen T-1000? :ehm:
Mein Reisekoffer zur Apokalypse: http://www.musik-sammler.de/sammlung/hippie-ben

"Wennde met dr HÀÀd löufs
hÀsde immer
E Aaschloch vĂŒrm Jeseech"
Benutzeravatar
Hippie-Ben
Villain-EP-Original-Besitzer
 
 
BeitrÀge: 897
Registriert: 11. Juni 2010, 20:58
Wohnort: Köln


Re: Heute & morgen...wie wird die Zukunft des Metals aussehe

Beitragvon Raf Blutaxt » 19. Februar 2018, 17:15

Schnuller hat geschrieben:Ich hatte auf der letzten Seite mit CD/PlattenlĂ€den "richtige" LĂ€den gemeint, und nicht die Ketten, die natĂŒrlich auch TontrĂ€ger im Angebot haben.

Ich denke die "Plattenfirma" wird sich lĂ€nger halten als der "Vertrieb". Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Die großen Ketten sind leicht mit den ĂŒbrige gebliebenen physischen TontrĂ€gern versorgt. Digital kann die Sachen jeder anbieten und die FachhĂ€ndler ordern direkt beim Label und nicht beim Vertrieb. Ob die Plattenfirma der Zukunft noch so aussieht, wie man sich das heutzutage vorstellt, bzw. wie die Finanzierung der Sachen lĂ€uft?
Theoretisch mĂŒssten die TontrĂ€ger dann sogar billiger werden, da ja kein Vertrieb daran mitverdienen muss...theoretisch.
Das wir aber nicht so kommen.

Der nĂ€chste Haken kommt dann auch wieder durch das fehlende Geld seitens der Labels. Die Studiokosten mĂŒssen bezahlt werden oder es wird noch mehr in Eigenregie produziert.
Letzteres kann unter UmstĂ€nden von Vorteil sein. Wenn nicht jeder gleich zum Drumcomputer greift, sondern versucht "richtig" aufzunehmen, geht er Trend u.U. noch ein StĂŒck weiter weg im Standardsound. Da sind ja durchaus Tendenzen wahrzunehmen. Kann aber auch nach hinten losgehen.

Ich bin vor allem gespannt, wie schnell sich die Entwicklung, egal in welche Richtung sie geht, fortsetzt.

Aber welche Label zahlen denn heute noch welchen Bands die Studiokosten?
Wenn ich sehe, dass A Sound Of Thunder bei Kickstarter fĂŒr ihr aktuelles Album deutlich ĂŒber 60.000$ einsammeln, das kriegen doch heute die allerwenigsten Bands von ihrem Label gezahlt. Klar, die zahlen davon Produktion, Versand und so weiter, aber fĂŒr kleine und mittelgroße Bands ist der Zugang zu den großen Elektronikketten ja auch kaum noch relevant, dor setzen die sowieso kaum was ab. Also lieber selbst den Vertrieb machen und komplett die Kontrolle ĂŒber die Musik behalten.
The people united can never be ignited.
Raf Blutaxt
Leather Lucifer
 
 
BeitrÀge: 8190
Registriert: 5. MĂ€rz 2011, 14:43
Wohnort: Marburg, Germany


Vorherige

ZurĂŒck zu Heavy Metal Universe

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Chastain und 8 GĂ€ste