Das Kettenreview

Schreibt euch die Finger wund ĂĽber das groĂźe Thema "Metal" - ĂĽber neue Platten, neue Bands, Konzerte etc.

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Re: Das Kettenreview

Beitragvon F. Kommandöh » 31. Januar 2017, 22:36

Wie siehtsn hiermit eichntlich aus, Kollechn?
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Re: Das Kettenreview

Beitragvon Fire Down Under » 1. Februar 2017, 00:27

F. Kommandöh hat geschrieben:Wie siehtsn hiermit eichntlich aus, Kollechn?

Ich bin (mal wieder) schuld an der Verzögerung... Aber das, äh, läuft, wie Bernd Stromberg sagen würde.
:ahasoso:

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Re: Das Kettenreview

Beitragvon Fire Down Under » 13. August 2017, 22:38

Auch hier hat das ein paar Tage länger gedauert... gibt dafür jedoch auch Gründe verschiedenster Art, die jetzt aber nicht unbedingt hier ausgebreitet werden müssen. Als kleine Wiedergutmachung stelle ich Euch dafür ein sehr obskures Album vor, von dem wahrscheinlich nur die Wenigsten auch nur den Namen gehört haben dürften:

Bild
CERBERUS (ÄŚSFR) - TrĂłjska vojna (1991)

Und zwar ist das einzige Album der Band aus der ehemaligen Tschechoslowakei, genauer gesagt aus Bratislava (also aus der heutigen Slowakei) so obskur, dass es noch nicht einmal offiziell veröffentlicht wurde!
Auch ĂĽber die Band selber ist recht wenig bekannt, nur, dass sie sich im Jahr 1985 zusammenfand und in den Folgejahren vor allem live Erfahrungen sammelte, sogar in Ungarn und Wien Konzerte gaben, bevor man sich 1991 daran machte, das Album "TrĂłjska vojna" (zu deutsch: "Trojanischer Krieg") einzuspielen.

Da die Lyrics in Slowakisch gehalten sind, ist von den Texten natĂĽrlich wenig zu verstehen, wenn man die Sprache nicht spricht, allerdings ist mir bekannt, dass es sich bei dem Album um sowas wie ein Konzeptalbum handelt, das sich um Themen aus der antiken griechischen Mythologie dreht.
Untermalt wird das Ganze musikalisch von Heavy Metal der durchaus eigenständigen und - ja! - obskuren Art. So beginnt der eröffnende Titeltrack schon sehr atmosphärisch mit düsteren Chören und Kirchenglocken - ein Element, das sich auch im weiteren Verlauf des Albums durch viele Songs ziehen wird. Der Song ist zwar knappe 5 Minuten lang und galoppiert nach dem Intro auch gleich gitarrentechnisch ordentlich los, hat aber dennoch irgendwie den Charakter eines Preludes, welches den folgenden Song einläutet: "Hrdinovia" ist ein knapp 9 Minuten langer Supersong, in dem ordentlich aufgefahren wird: schleichender Beginn mit beschwörerischem Gesang, sich langsam aufschraubenden Gitarren, später wieder mit Choruntermalung, allgemein einem wunderbaren Spannungsaufbau - der Moment ungefähr in der Mitte des Songs, als eine hymnische Gesangspassage in einen Solopart übergeht, in dem mal eben völlig unverschämt der NWOBHM gehuldigt wird, zieht mir jedes Mal auf Neue die Schuhe aus! Grandios! Das was die beiden Gitarristen Miloš Škorec und Miro Lustig (was für ein geiler Name, in meinem nächsten Leben möchte ich bitte auch so heißen!) hier abliefern ist wahrlich nicht von schlechten Eltern. Ein Jammer, dass keiner der Musiker später in anderen Bands mehr spielen sollte, was zumindest meine Überprüfung bei Metal-Archives ergab.
"Čierny sarkofág", der nächste Song, der relativ nahtlos von "Hrdinovia" übergeht, wird wieder massiv von Chören flankiert, was zusammen mit den verstiegenen Gitarrenläufen für eine herrlich düstere und okkulte Atmosphäre sorgt, die Gesangslinien von Sänger Štefan Karniš, der zwar technisch nicht gerade überragend ist und immer mal wieder hart an der Nervgrenze singt, dafür aber mit viel Leidenschaft, sorgen für einen erhabenen und leicht heroischen Touch, was bestens zur Thematik der Scheibe passt.
Wiederum praktisch nahtlos geht es über in "Predohra zániku", ein dunkles und sinistres Synthie-/Orgelinstrumental, das mit seiner okkulten 70er-Jahre Horroraura gar an alte Italo-Doom-Kamellen wie BLACK HOLE erinnert - fantastische Atmosphäre, die hier kreiert wird! Immer leicht schräg (und manche Töne sind vielleicht auch sogar falsch), was vor allem dann auch für die verzerrten Spoken Words am Ende gilt: das erinnert mich dann total an die Sprechparts von Big Boss auf der ersten ROOT-Scheibe (die ein Jahr zuvor erschien und den Mannen von CERBERUS sicher nicht unbekannt gewesen sein dürfte).
Der darauf folgende Song "Hráč so smrťou" ist dann, vom schrägen Intro abgesehen, ein relativ gradliniger Song und auch der Übergang zum nächsten Song "V hrobe kamenov" ist so fließend wie bei allen anderen Songs zuvor, sodass das Album eigentlich wie ein einzelner langer Song wirkt, der eben in einzelne Kapitel unterteilt wurde. "V hrobe kamenov" ist in der ersten Hälfte ein wenig ruhiger gehalten, später gibt's dann gar Speed Metal-artige Ausbrüche zu hören! Auch hier wieder gitarrentechnisch eine ziemliche Geilerei.
"Nech vládne Erebos" ist wieder ein etwas längerer Track (knapp 7 Minuten lang) und dementsprechend werden gitarrentechnisch wieder so einige Finessen aufgefahren: allein schon das Riff am Anfang, oder der Solopart, der wieder leichte NWOBHM-Anklänge hat.
Beschlossen wird das Werk von "Čierny sarkofág II", sowas wie einer Reprise des dritten Songs.

Produziert wurde die ganze Chose natürlich eher auf Kellerniveau, was jedoch nochmal für zusätzlichen Charme sorgt und wunderbar zu der hier geboteten Musik passt. Das hier ist weit weg von Schunkel-Stampf-Kram der Marke Accept/Saxon, hier wird eine okkulte, dunkle und teils gar bösartige Aura verströmt! Und, wie eingangs erwähnt, agieren CERBERUS dazu noch ziemlich eigenständig, was für viele Bands aus dem Ostblock (nicht nur) Anfang der 90er gilt - eine unglaublich interessante, spannende Szene! So ist es wirklich schade, dass dieses Album nie wirklich offiziell veröffentlicht wurde. Man hatte zwar einen Albumdeal mit dem Label OPUS, das Album kam dann aber aus mir unbekannten Gründen nicht zustande. Lediglich die Plattencover waren bereits fertig gedruckt, das Vinyl hingegen wurde nie gepresst. Das war dann auch das Ende der Band.
Da die Aufnahmen jedoch noch exisitieren, bleibt zu hoffen, dass sich irgendein findiges Label der Sache annehmen wird und das Material einmal würdig veröffentlicht.

Wertung: 9/10

Zu hören gibt's die Musik hier:
:ahasoso:

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Re: Das Kettenreview

Beitragvon tik » 13. August 2017, 23:12

Wo haste denn das Album ausgegraben? Gefällt, weitermachen! :yeah:
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Re: Das Kettenreview

Beitragvon Fire Down Under » 13. August 2017, 23:14

tik hat geschrieben:Wo haste denn das Album ausgegraben?

War eine Empfehlung der Band MALOKARPATAN.
:ahasoso:

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Re: Das Kettenreview

Beitragvon tik » 13. August 2017, 23:18

Fire Down Under hat geschrieben:
tik hat geschrieben:Wo haste denn das Album ausgegraben?

War eine Empfehlung der Band MALOKARPATAN.

Ach siehste, deren Album wollte ich doch vorm Storm Crusher auch nochmal genauer belauschen. Danke fĂĽr die Erinnerung!
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Re: Das Kettenreview

Beitragvon Fire Down Under » 13. August 2017, 23:25

tik hat geschrieben:
Fire Down Under hat geschrieben:
tik hat geschrieben:Wo haste denn das Album ausgegraben?

War eine Empfehlung der Band MALOKARPATAN.

Ach siehste, deren Album wollte ich doch vorm Storm Crusher auch nochmal genauer belauschen. Danke fĂĽr die Erinnerung!

Unbedingt!

Fun Fact: ursprĂĽnglich hatte ich vorgesehen, deren Album hier als Kettenreview vorzustellen, aber mir fiel nie was Gescheites ein, was ich schreiben wollte.
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Re: Das Kettenreview

Beitragvon Pavlos » 20. August 2017, 21:52

Keine Ahnung, ob noch alle dabei sind (hat noch jeder Bock?), aber hier nochmal die ursprĂĽngliche Teilnehmerliste:

01. Pavlos
02. Clontarf
03. Achim F.
04. Fire "Lahme Schnecke" Down Under
05. thorondor
06. Eric
07. Evilmastant
08.Highman
09. Hofi
10. Acrylator
11. F.Kommandöh

Hofi, Acry und FDU haben schon.

Der Zufallsgenerator hat Achim F. gewählt, der nun FDUs Scheibe reviewen darf....
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Re: Das Kettenreview

Beitragvon EpicEric » 3. September 2017, 17:33

Jooo.
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Re: Das Kettenreview

Beitragvon Achim F. » 3. September 2017, 18:53

Pavlos hat geschrieben:Keine Ahnung, ob noch alle dabei sind (hat noch jeder Bock?), aber hier nochmal die ursprĂĽngliche Teilnehmerliste:

01. Pavlos
02. Clontarf
03. Achim F.
04. Fire "Lahme Schnecke" Down Under
05. thorondor
06. Eric
07. Evilmastant
08.Highman
09. Hofi
10. Acrylator
11. F.Kommandöh

Hofi, Acry und FDU haben schon.

Der Zufallsgenerator hat Achim F. gewählt, der nun FDUs Scheibe reviewen darf....


Ach du je. Das hab ich gar nicht mitbekommen, dass dieser Thread noch lebt. Ich bitte um Nachsicht!

Könnte ein paar Tage dauern. Aber es wird was kommen.
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Re: Das Kettenreview

Beitragvon Achim F. » 12. September 2017, 17:22

Ich bitte um etwas Geduld. Album wird die nächsten Tage konsumiert.
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Re: Das Kettenreview

Beitragvon Achim F. » 19. September 2017, 17:35

Fire Down Under hat geschrieben:


Zwei Durchläufe habe ich geschafft. Man gestatte mir noch einen Dritten. Der Sound ist dermaßen beschissen, das artet tatsächlich in Arbeit aus. Die Mucke klingt wirklich interessant, zumindest das, was in diesem Brei über youtube zu identifizieren ist.
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Re: Das Kettenreview

Beitragvon Fire Down Under » 19. September 2017, 17:53

Achim F. hat geschrieben:
Fire Down Under hat geschrieben:


Zwei Durchläufe habe ich geschafft. Man gestatte mir noch einen Dritten. Der Sound ist dermaßen beschissen, das artet tatsächlich in Arbeit aus. Die Mucke klingt wirklich interessant, zumindest das, was in diesem Brei über youtube zu identifizieren ist.

So schlimm ist's ja nun auch wieder nicht. :ehm: Räudiger unterproduzierter Schimmelkellersound ja, aber dass da nichts zu erkennen wäre ist ja jetzt schon übertrieben. Vielleicht mal die Computerboxen optimieren und/oder Ohrenstäbchen benutzen. :-D
Bin aber dennoch gespannt auf Dein Urteil.
:ahasoso:

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Re: Das Kettenreview

Beitragvon Achim F. » 7. Oktober 2017, 19:35

Fire Down Under hat geschrieben:Auch hier hat das ein paar Tage länger gedauert... gibt dafür jedoch auch Gründe verschiedenster Art, die jetzt aber nicht unbedingt hier ausgebreitet werden müssen. Als kleine Wiedergutmachung stelle ich Euch dafür ein sehr obskures Album vor, von dem wahrscheinlich nur die Wenigsten auch nur den Namen gehört haben dürften:

Bild
CERBERUS (ÄŚSFR) - TrĂłjska vojna (1991)

Und zwar ist das einzige Album der Band aus der ehemaligen Tschechoslowakei, genauer gesagt aus Bratislava (also aus der heutigen Slowakei) so obskur, dass es noch nicht einmal offiziell veröffentlicht wurde!
Auch ĂĽber die Band selber ist recht wenig bekannt, nur, dass sie sich im Jahr 1985 zusammenfand und in den Folgejahren vor allem live Erfahrungen sammelte, sogar in Ungarn und Wien Konzerte gaben, bevor man sich 1991 daran machte, das Album "TrĂłjska vojna" (zu deutsch: "Trojanischer Krieg") einzuspielen.

Da die Lyrics in Slowakisch gehalten sind, ist von den Texten natĂĽrlich wenig zu verstehen, wenn man die Sprache nicht spricht, allerdings ist mir bekannt, dass es sich bei dem Album um sowas wie ein Konzeptalbum handelt, das sich um Themen aus der antiken griechischen Mythologie dreht.
Untermalt wird das Ganze musikalisch von Heavy Metal der durchaus eigenständigen und - ja! - obskuren Art. So beginnt der eröffnende Titeltrack schon sehr atmosphärisch mit düsteren Chören und Kirchenglocken - ein Element, das sich auch im weiteren Verlauf des Albums durch viele Songs ziehen wird. Der Song ist zwar knappe 5 Minuten lang und galoppiert nach dem Intro auch gleich gitarrentechnisch ordentlich los, hat aber dennoch irgendwie den Charakter eines Preludes, welches den folgenden Song einläutet: "Hrdinovia" ist ein knapp 9 Minuten langer Supersong, in dem ordentlich aufgefahren wird: schleichender Beginn mit beschwörerischem Gesang, sich langsam aufschraubenden Gitarren, später wieder mit Choruntermalung, allgemein einem wunderbaren Spannungsaufbau - der Moment ungefähr in der Mitte des Songs, als eine hymnische Gesangspassage in einen Solopart übergeht, in dem mal eben völlig unverschämt der NWOBHM gehuldigt wird, zieht mir jedes Mal auf Neue die Schuhe aus! Grandios! Das was die beiden Gitarristen Miloš Škorec und Miro Lustig (was für ein geiler Name, in meinem nächsten Leben möchte ich bitte auch so heißen!) hier abliefern ist wahrlich nicht von schlechten Eltern. Ein Jammer, dass keiner der Musiker später in anderen Bands mehr spielen sollte, was zumindest meine Überprüfung bei Metal-Archives ergab.
"Čierny sarkofág", der nächste Song, der relativ nahtlos von "Hrdinovia" übergeht, wird wieder massiv von Chören flankiert, was zusammen mit den verstiegenen Gitarrenläufen für eine herrlich düstere und okkulte Atmosphäre sorgt, die Gesangslinien von Sänger Štefan Karniš, der zwar technisch nicht gerade überragend ist und immer mal wieder hart an der Nervgrenze singt, dafür aber mit viel Leidenschaft, sorgen für einen erhabenen und leicht heroischen Touch, was bestens zur Thematik der Scheibe passt.
Wiederum praktisch nahtlos geht es über in "Predohra zániku", ein dunkles und sinistres Synthie-/Orgelinstrumental, das mit seiner okkulten 70er-Jahre Horroraura gar an alte Italo-Doom-Kamellen wie BLACK HOLE erinnert - fantastische Atmosphäre, die hier kreiert wird! Immer leicht schräg (und manche Töne sind vielleicht auch sogar falsch), was vor allem dann auch für die verzerrten Spoken Words am Ende gilt: das erinnert mich dann total an die Sprechparts von Big Boss auf der ersten ROOT-Scheibe (die ein Jahr zuvor erschien und den Mannen von CERBERUS sicher nicht unbekannt gewesen sein dürfte).
Der darauf folgende Song "Hráč so smrťou" ist dann, vom schrägen Intro abgesehen, ein relativ gradliniger Song und auch der Übergang zum nächsten Song "V hrobe kamenov" ist so fließend wie bei allen anderen Songs zuvor, sodass das Album eigentlich wie ein einzelner langer Song wirkt, der eben in einzelne Kapitel unterteilt wurde. "V hrobe kamenov" ist in der ersten Hälfte ein wenig ruhiger gehalten, später gibt's dann gar Speed Metal-artige Ausbrüche zu hören! Auch hier wieder gitarrentechnisch eine ziemliche Geilerei.
"Nech vládne Erebos" ist wieder ein etwas längerer Track (knapp 7 Minuten lang) und dementsprechend werden gitarrentechnisch wieder so einige Finessen aufgefahren: allein schon das Riff am Anfang, oder der Solopart, der wieder leichte NWOBHM-Anklänge hat.
Beschlossen wird das Werk von "Čierny sarkofág II", sowas wie einer Reprise des dritten Songs.

Produziert wurde die ganze Chose natürlich eher auf Kellerniveau, was jedoch nochmal für zusätzlichen Charme sorgt und wunderbar zu der hier geboteten Musik passt. Das hier ist weit weg von Schunkel-Stampf-Kram der Marke Accept/Saxon, hier wird eine okkulte, dunkle und teils gar bösartige Aura verströmt! Und, wie eingangs erwähnt, agieren CERBERUS dazu noch ziemlich eigenständig, was für viele Bands aus dem Ostblock (nicht nur) Anfang der 90er gilt - eine unglaublich interessante, spannende Szene! So ist es wirklich schade, dass dieses Album nie wirklich offiziell veröffentlicht wurde. Man hatte zwar einen Albumdeal mit dem Label OPUS, das Album kam dann aber aus mir unbekannten Gründen nicht zustande. Lediglich die Plattencover waren bereits fertig gedruckt, das Vinyl hingegen wurde nie gepresst. Das war dann auch das Ende der Band.
Da die Aufnahmen jedoch noch exisitieren, bleibt zu hoffen, dass sich irgendein findiges Label der Sache annehmen wird und das Material einmal würdig veröffentlicht.

Wertung: 9/10

Zu hören gibt's die Musik hier:


So, jetzt von mir auch eine kleine Kritik zur Cerberus.

War ein hartes Stück Arbeit sich das Teil über den Rechner mehrfach anzuhören. Sound ist eher miserabel, aber nicht völlig unhörbar. Kollege FDU schrieb von obskur. Dem kann ich mich vorbehaltlos anschließen. Ein Quervergleich zu einer anderen Band ist kaum möglich. Für diesen eigenständigen Stil gibts vom mir den ersten Pluspunkt.

Der erste echte Track "Hrdinovia" steht mit seiner Mischung aus Rumpelspeed, schleppender Düsteratmosphäre und maidenartigen Gitarrenläufen im Mittelteil symptomatisch für dieses Album, das damit natürlich durchaus seine Reize hat
und trotz der Verwendung von recht unterschiedlichen Stilmitteln ziemlich homogen daher kommt.
Gesang und Sprache sind selbstverständlich auch ein wenig gewöhnungsbedürftig, fügen sich aber auch gut ins Gesamtgeschehen ein.

"Hráč so smrťou" entwickelt sich so ab Minute 25 zu einem echten Power Metal Brecher. Den Track würd ich besonders gern mal mit vernünftigem Sound genießen. Riffing einfach ziemlich geilo.

Beim Abschlusstrack, so ab Minute 42.20 gibt es einen Old School-Jon Schaffer-Rythmus-Gedächtnispart. Der hätte auch gut auf die "NIGHT OF THE STORMRIDER" gepasst.

.......okkulte, dunkle und teils gar bösartige Aura verströmt.....so schrieb es FDU. Kann man so stehen lassen. Jedem Metaller der es mal anders mag und kein Soundfetischist ist gebe ich dieses Album zur Empfehlung mit auf den Weg.

Nächste Woche kommt dann eine Scheibe von mir zu Ehren.
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