THE LORD WEIRD SLOUGH FEG

Schreibt euch die Finger wund ĂĽber das groĂźe Thema "Metal" - ĂĽber neue Platten, neue Bands, Konzerte etc.

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Re: THE LORD WEIRD SLOUGH FEG

Beitragvon Harry(not the Tyrant) » 16. Juni 2019, 20:07

Mag der Kollege Jakob Ehmke eigentlich keinen Metal ? Seine Bewertungen finde ich etwas seltsam...
Aber schön das Slough Feg den Soundcheck gewonnen haben. :yeah:
https://powermetal.de/review/review-Lor ... 35326.html
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Re: THE LORD WEIRD SLOUGH FEG

Beitragvon Siebi » 16. Juni 2019, 20:44

Seltsam finde ich ganz andere. Der Jakob ist mMn ein Guter, mehr im Djent, Mathcore und Avantgarde zuhause, der denoch einem guten Metal-/Hardrock-Album nicht abgeneigt ist. Sein Lunar Shadow-Hint ist so wunderbar nachvollziehbar.

Er trifft oft meinen Nerv im Ausdruck, auch bei unterschiedlicher Meinung. Seine Noten sind mMn reeller dran an meinem Verständnis, gäbe ich Noten für Musik. Da er eben nicht jeden superduperkauzhippen Metalschrott in den Himmel lobt, dazu Sound und Klang erkennt, Diskussionsreife mit sich bringt, finde ich ihn angenehm aus dem üblichen Rahmen fallend. Schlagzeug spielt er meines Wissens nach, somit kann er nur ein Freund sein.
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Re: THE LORD WEIRD SLOUGH FEG

Beitragvon Harry(not the Tyrant) » 16. Juni 2019, 21:52

Siebi hat geschrieben:Seltsam finde ich ganz andere. Der Jakob ist mMn ein Guter, mehr im Djent, Mathcore und Avantgarde zuhause, der denoch einem guten Metal-/Hardrock-Album nicht abgeneigt ist. Sein Lunar Shadow-Hint ist so wunderbar nachvollziehbar.

Er trifft oft meinen Nerv im Ausdruck, auch bei unterschiedlicher Meinung. Seine Noten sind mMn reeller dran an meinem Verständnis, gäbe ich Noten für Musik. Da er eben nicht jeden superduperkauzhippen Metalschrott in den Himmel lobt, dazu Sound und Klang erkennt, Diskussionsreife mit sich bringt, finde ich ihn angenehm aus dem üblichen Rahmen fallend. Schlagzeug spielt er meines Wissens nach, somit kann es nur ein Freund sein.


Nach Betrachtung seiner Best of Liste 2018 wirds klarer... ausser der Amorphis und mit Abstrichen die Audrey Horne nix fĂĽr mich dabei ,. :wink:

BEST 20 of 2018

1. BETWEEN THE BURIED AND ME - Automata II
2. BETWEEN THE BURIED AND ME - Automata I
3. OBSCURA - Diluvium
4. MADDER MORTEM - Marrow
5. TESSERACT - Sonder
6. AMORPHIS - Queen Of Time
7. SCARS ON BROADWAY - Dictator
8. ANGRA - Omni
9. THE ALGORITHM - Compiler Optimization Techniques
10. DIMMU BORGIR- Eonian
11. MANTICORA - To Kill To Live To Kill
12. SKYHARBOR - Sunshine Dust
13. AUDREY HORNE - Blackout
14. MODERN DAY BABYLON - Coma
15. VOLA - Applause Of A Distant Crowd
16. ROLO TOMASSI - Time Will Die And Love Will Bury It
17. MUSE - Simulation Theory
18. LIONE/CONTI - Lione/Conti
19. HYPNO5E - Alba - Les Hombres Errantes
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Re: THE LORD WEIRD SLOUGH FEG

Beitragvon Harry(not the Tyrant) » 17. Juni 2019, 00:51

Wieder zurĂĽck zu Slough Feg...wo bekommt man den die DebĂĽtscheibe her ?Die fehlt mir leider noch.
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Re: THE LORD WEIRD SLOUGH FEG

Beitragvon Dr. Best » 17. Juni 2019, 07:20

Harry(not the Tyrant) hat geschrieben:Wieder zurĂĽck zu Slough Feg...wo bekommt man den die DebĂĽtscheibe her ?Die fehlt mir leider noch.

CD unmöglich, LP sollte bei Cruz del Sur noch zu haben sein.
- The sound was so big I swear it created a new fjord behind us. -
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Re: THE LORD WEIRD SLOUGH FEG

Beitragvon Harry(not the Tyrant) » 17. Juni 2019, 19:33

Dr. Best hat geschrieben:
Harry(not the Tyrant) hat geschrieben:Wieder zurĂĽck zu Slough Feg...wo bekommt man den die DebĂĽtscheibe her ?Die fehlt mir leider noch.

CD unmöglich, LP sollte bei Cruz del Sur noch zu haben sein.

Ok,danke fĂĽr die Info ! Dachte die wurde irgendwann nochmal neu aufgelegt ...
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Re: THE LORD WEIRD SLOUGH FEG

Beitragvon Dr. Best » 17. Juni 2019, 20:02

Harry(not the Tyrant) hat geschrieben:
Dr. Best hat geschrieben:
Harry(not the Tyrant) hat geschrieben:Wieder zurĂĽck zu Slough Feg...wo bekommt man den die DebĂĽtscheibe her ?Die fehlt mir leider noch.

CD unmöglich, LP sollte bei Cruz del Sur noch zu haben sein.

Ok,danke fĂĽr die Info ! Dachte die wurde irgendwann nochmal neu aufgelegt ...

Falls ja wĂĽrde mich das auch brennend interessieren, das Original ist nicht eben gĂĽnstig als kleine silberne .mhmpf:
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Re: THE LORD WEIRD SLOUGH FEG

Beitragvon tik » 17. Juni 2019, 20:07

Dr. Best hat geschrieben:
Harry(not the Tyrant) hat geschrieben:
Dr. Best hat geschrieben:
Harry(not the Tyrant) hat geschrieben:Wieder zurĂĽck zu Slough Feg...wo bekommt man den die DebĂĽtscheibe her ?Die fehlt mir leider noch.

CD unmöglich, LP sollte bei Cruz del Sur noch zu haben sein.

Ok,danke fĂĽr die Info ! Dachte die wurde irgendwann nochmal neu aufgelegt ...

Falls ja wĂĽrde mich das auch brennend interessieren, das Original ist nicht eben gĂĽnstig als kleine silberne .mhmpf:

Ich dachte, Du stellst von CD auf Vinyl um. Oder wars andersrum?!?
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Re: THE LORD WEIRD SLOUGH FEG

Beitragvon Dr. Best » 18. Juni 2019, 02:29

tik hat geschrieben:
Dr. Best hat geschrieben:
Harry(not the Tyrant) hat geschrieben:
Dr. Best hat geschrieben:
Harry(not the Tyrant) hat geschrieben:Wieder zurĂĽck zu Slough Feg...wo bekommt man den die DebĂĽtscheibe her ?Die fehlt mir leider noch.

CD unmöglich, LP sollte bei Cruz del Sur noch zu haben sein.

Ok,danke fĂĽr die Info ! Dachte die wurde irgendwann nochmal neu aufgelegt ...

Falls ja wĂĽrde mich das auch brennend interessieren, das Original ist nicht eben gĂĽnstig als kleine silberne .mhmpf:

Ich dachte, Du stellst von CD auf Vinyl um. Oder wars andersrum?!?

Andersrum. Auf Vinyl wäre einfacher derzeit :ehm:
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Re: THE LORD WEIRD SLOUGH FEG

Beitragvon Acrylator » 18. Juni 2019, 12:01

Harry(not the Tyrant) hat geschrieben:
Siebi hat geschrieben:Seltsam finde ich ganz andere. Der Jakob ist mMn ein Guter, mehr im Djent, Mathcore und Avantgarde zuhause, der denoch einem guten Metal-/Hardrock-Album nicht abgeneigt ist. Sein Lunar Shadow-Hint ist so wunderbar nachvollziehbar.

Er trifft oft meinen Nerv im Ausdruck, auch bei unterschiedlicher Meinung. Seine Noten sind mMn reeller dran an meinem Verständnis, gäbe ich Noten für Musik. Da er eben nicht jeden superduperkauzhippen Metalschrott in den Himmel lobt, dazu Sound und Klang erkennt, Diskussionsreife mit sich bringt, finde ich ihn angenehm aus dem üblichen Rahmen fallend. Schlagzeug spielt er meines Wissens nach, somit kann es nur ein Freund sein.


Nach Betrachtung seiner Best of Liste 2018 wirds klarer... ausser der Amorphis und mit Abstrichen die Audrey Horne nix fĂĽr mich dabei ,. :wink:

BEST 20 of 2018

1. BETWEEN THE BURIED AND ME - Automata II
2. BETWEEN THE BURIED AND ME - Automata I
3. OBSCURA - Diluvium
4. MADDER MORTEM - Marrow
5. TESSERACT - Sonder
6. AMORPHIS - Queen Of Time
7. SCARS ON BROADWAY - Dictator
8. ANGRA - Omni
9. THE ALGORITHM - Compiler Optimization Techniques
10. DIMMU BORGIR- Eonian
11. MANTICORA - To Kill To Live To Kill
12. SKYHARBOR - Sunshine Dust
13. AUDREY HORNE - Blackout
14. MODERN DAY BABYLON - Coma
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Oh, der hat ja den selben ersten Platz wie ich! Auch sonst ein par gute Sachen dabei, auch wenn ich mit ihm in Sachen traditioneller Metal und manch anderem Subgenre absolut nicht konform gehe.

Auf die SLOUGH FEG bin ich wirklich gespannt, hab ja bisher auch echt erst drei Alben aus diesem Jahr, davon nur eines Metal... :ehm:
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THE LORD WEIRD SLOUGH FEG - New Organon

Beitragvon The-Aftermath » 19. Juni 2019, 21:14

Wenn mich an Musik-Diskussionen etwas stört, dann sind es unkritisch wiedergekäute Einschätzungen zu bestimmten Alben, die irgendwann zu etablierten „Fakten“ werden. In diesen Fällen basiert die Kritik nicht auf der eigenen Auseinandersetzung mit der Musik, sondern auf der Copy/Paste-Wiedergabe von Allgemeinplätzen. So liest man oft, dass THIN LIZZYs „Thunder & Lightning“ deren „Heavy Metal“-Album sei, obwohl das gute Stück genau einen schnellen Titel besitzt, während der Rest die Band von ihrer gewohnt melodischen Seite zeigt. Zu IRON MAIDEN fällt vielen ein, dass die Alben mit Blaze Bailey „unhörbar“ seien. Selbst angehört hat man sich die beiden Alben aber nie, man weiß ja bereits Bescheid. In der gleichen Art und Weise werden Alben schon im Vorfeld in bestimmte Schubladen gesteckt. Viele Veröffentlichungen sind oft „Comeback“-Alben, obwohl die gleiche Einschätzung bereits über den (im Endeffekt doch enttäuschenden) Vorgänger geäußert wurde, siehe SAXON. So markiert die (durchaus sehr starke) „Inferno“ von MOTÖRHEAD deren „xten Frühling“, während die eigentlich genau so gute „Motörizer“ in der Bewertung abfallen muss, damit man beim Nachfolger wieder von der „Rückkehr zur Form“ schreiben kann. Detaillierte, gut begründete Auseinandersetzungen mit der Musik sind dagegen selten, was angesichts der gegenwärtigen Veröffentlichungsflut wenig überraschend ist.

Ähnlich verhält es sich mit dem neuen Album von (THE LORD WEIRD) SLOUGH FEG. Fünf Jahre nach „Digital Resistance“ muss es sich doch um die erwartete „Rückkehr“ zur alten Form handeln! Versprechen es so nicht die Vorab-Besprechungen, die Pressemeldungen und nicht zuletzt die Band selbst? Bevor man das Album fünfmal gehört hat, hat man somit schon eine kompakte Beschreibung zur Hand, das Review schreibt sich wie von selbst: wieder „metallischer“, „härter“, deutlich besser als zuletzt. Aber ist analog zum Cover bei den Underground-Legenden aus San Francisco wirklich wieder alles im grünen Bereich? Meiner Meinung nach sind die Vorschusslorbeeren in diesem Fall – leider! – verfrüht.

Nun will ich niemandem, der „New Organon“ abfeiert, unterstellen, er habe sich nicht lange genug mit der Musik auseinandergesetzt oder irre sich gar! Aber einige der (überaus positiven) Kritiken haben mich doch irritiert, denn das Album kann in meinen Ohren nicht an die Qualität der Alben vor „Digital Resistance“ anknüpfen. Wenn es um SLOUGH FEG geht, scheint es leider Usus geworden zu sein, neue Alben mit einem bequemen „klasse wie immer“-Kommentar abzustempeln. Die Band genießt mittlerweile etwas mehr Aufmerksamkeit als noch vor zehn Jahren, doch eine richtig intensive Auseinandersetzung mit der Band vermisst man in vielen Teilen der Szene nach wie vor. Vielmehr sind Mike Scalzi & Co. immer noch die Kauz-Exoten, von denen man nun endlich Kenntnis genommen hat, sie aber auch ganz schnell wieder unter „ferner liefen“ einordnet, damit man sich wieder über SABATON streiten kann.

Problematisch daran ist, dass die herausragende Qualität der Band-Diskografie dadurch relativiert wird. „Digital Resistance“ und „New Organon“ liefern eben nicht „gewohnte“ SLOUGH FEG-Qualität ab, und man sollte dies auch im Sinne der restlichen Diskografie hervorheben! Man ist es SLOUGH FEG in gewisser Hinsicht schuldig, dass man sich – analog zum philosophischen Inhalt des Albums – ihrem neuen Werk kritisch nähert. SLOUGH FEG sind keine gewöhnliche Band, und mit ihren bisherigen Veröffentlichungen haben sie selbst extrem hohe Maßstäbe gesetzt, und dies sollte man – so paradox es klingt – dadurch anerkennen, dass man die Schwächen von „New Organon“ betont. Letztens hat ein User die berechtigte Klage geäußert, dass SLOUGH FEG immer noch in die „Kauz-Ecke“ gesteckt würden und dies potenzielle Hörer vergraulen würde. Das stimmt, denn das „Kauz“-Label lässt einen an rumpelige Keller-Produktionen mit untalentierten Sängern und schlecht gemalten Covern denken. Insofern ist es gerade bei SLOUGH FEG wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, dass ihre Alben nur deshalb als „kauzig“ eingestuft werden, weil sie eine sehr eigenständige Form des klassischen Heavy Metals bieten, und das mit einer Souveränität und Konsequenz, die Anhängern von Napalm Records-Bands nur unzugänglich und schrullig erscheinen kann. Dabei haben und hatten SLOUGH FEG immer mehr mit IRON MAIDEN und THIN LIZZY gemeinsam als mit MANILLA ROAD und CIRITH UNGOL.

Warum kann „New Organon“ nicht an die bisherige Diskografie anknüpfen? Der Bruch mit „Digital Resistance“ ist harmloser, als es der raue Opener „Headhunter“ (eine Neuaufnahme aus frühen Demotagen) suggeriert. „Digital Resistance“ ließ damals vor allem die typische SLOUGH FEG-Exzentrik bei Riffs und Gitarrensoli vermissen. Viele Songs basieren auf (verhältnismäßig) simplen Hard Rock-Riffs, wilde Gitarrenabfahrten wie auf „Ape Uprising!“ sucht man vergebens. „Keltische“ Elemente sind weiterhin vorhanden, doch wurde der Epik-Faktor deutlich zurückgefahren. Das Tempo wird nur noch selten angehoben. Das achte Album „The Animal Spirits“ von 2010 wird in dieser Hinsicht oft unterschätzt, da gerade der Mittelteil eher gemächlich daherkommt. Aber im Vergleich zu „Digital Resistance“ gibt es noch allerhand SLOUGH FEGsche Exzentrik zu entdecken, selbst in den Midtempo-Stücken flirren die Gitarrenmelodien hin und her, der Gesang Scalzis ist ausdrucksstark und die Abwechslung im Songwriting immens.

„New Organon“ setzt in Sachen Sound und Songwriting eher wieder bei „Ape Uprising!“ an, doch fehlt ein entscheidender Unterschied. „Ape Uprising!“ klang ebenfalls spröde und metallisch, doch die kurzen Songs wurden durch die genialen Instrumentalpassagen entscheidend aufgewertet. Auch teilten „Atavism“, „Hardworlder“, „Ape Uprising!“ und „The Animal Spirits“ eine jeweils einheitliche Atmosphäre, jedes dieser Alben hat einen eigenen Charakter, der durch das Artwork abgerundet wird. „New Organon“ klingt hingegen wie eine Ansammlung von Songs aus unterschiedlichen Sessions (was sie ja tatsächlich auch sind), die teilweise nur zur Hälfte ausgearbeitet wurden.

So klingt das behäbig vor sich hin riffende „Discourse On Equality“ sogar für SLOUGH FEG-Verhältnisse erschreckend schief, während „Being and Nothingness“ und „Sword Of Machiavelli“ so abrupt enden, dass sie nicht spontan, sondern unfertig wirken. Auch „Uncanny“, bei dem in Sachen Riffs endlich wieder das Gaspedal durchgedrückt wird, klingt eher wie eine Riff-Collage im Demostadium, das auf keinen hörbaren Höhepunkt zusteuert. Dass Bassist Adrian hier den Gesang übernimmt, hilft dabei nicht, denn dadurch wirkt der Song noch mehr wie ein Fremdkörper, auch wenn er musikalisch eigentlich das Zeug zum Highlight hätte. Das schnelle „Being and Nothingness“ bietet massig Twin Gitarren, doch klingen sie im Vergleich zu früheren Alben fast zahm, wie vom lahmen letzten DEAD LORD-Album importiert aber eines echten SLOUGH FEG-Abrisses unwürdig. Mit „Coming of Age in the Milky Way“ wird es wieder etwas melodischer, doch die Qualität eines „Second Coming“ erreicht man damit nicht. Bleiben somit noch das wirklich tolle „The Apology“ und das schöne „Exegesis – Tragic Hooligan“. Ersteres erinnert an „Eumaeus the Swineherd“ von „Atavism“, doch der Sound ist wieder „mittelalterlicher“. Im Grunde könnte der Song von WYTCH HAZEL stammen, doch statt einem mittelalterlichen Barden spielt hier ein primitiver, keltischer Krieger im Blutrausch auf. „Exegesis“ erinnert an die tolle Ballade „Man Out Of Time“ und lässt das Album zusammen mit „The Cynic“ mit jeder Menge THIN LIZZY-Vibes („Black Rose“) ausklingen. Wäre da nur nicht die schwache Produktion von „The Cynic“, das aus einer anderen Session stammt, und die eher unspektakulären Refrains. Immerhin: Der Titeltrack ist ein SLOUGH FEG-Track aus dem Bilderbuch; mächtig, wild, aufbäumend.

Ist „New Organon“ somit nach fünf Jahren eine Enttäuschung? Für mich - gemessen an ihren eigenen Maßstäben - ja. Die Band klingt trotz der langen kreativen Schaffenspause immer noch ähnlich müde und zahm wie auf „Digital Resistance“. Natürlich werden auch SLOUGH FEG nicht jünger. Aber es muss nicht nimmer so rasant wie auf „Sky Chariots“ zugehen, wie sie mit dem folkigen Geheimtipp „The Animal Spirits“ bewiesen haben. „New Organon“ klingt zwar wieder rauer, aber auch uninspirierter. Die Chance, den eigenen Status als einer der besten traditionellen Metal-Bands seit den Achtzigern zu zementieren, haben Scalzi und Co. diesmal vergeben. Werden sich die meisten Bands an „New Organon“ dieses Jahr trotzdem die Zähne ausbeißen? Davon könnt ihr, und da wären wir wieder bei Allgemeinplätzen, ausgehen!
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Re: THE LORD WEIRD SLOUGH FEG - New Organon

Beitragvon tik » 19. Juni 2019, 21:48

Sehr guter Text, so sehen Reviews/Analysen eines Albums idealerweise für mich aus. Klar, dass man das so nicht für jeden der unzähligen monatlichen Releases in den Magazinen hinbekommt - wünschenswert wäre es aber.

Der am Beginn angeführte Gedanke ist sehr interessant: viele Releases haben aufgrund von vielerorts oft wiederholten Einschätzungen ein bestimmtes Standing, welches dann meist nicht mehr hinterfragt wird und fortan als "Allgemeinwissen" in den Metalkosmos eingeht. Da kann ich mich auch nicht von freisprechen.

Das neue Slough Feg Album habe ich noch nicht gehört.
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Re: THE LORD WEIRD SLOUGH FEG - New Organon

Beitragvon Cromwell » 19. Juni 2019, 21:56

Protestnote ist beim Luxemburgischen Botschafter eingereicht.


Ernst beiseite, das neue Album ist mir unbekannt, aber es steht zumindest auf der immer kĂĽrzer werdenden Einkaufsliste.
Unsere Einschätzung von "The Animal Spirits" bleibt aber gegensätzlich: Für mich weit von einem Geheimtipp entfernt, sondern oft hüftlahm und stellenweise richtig schwach ("Ask the Casket"). Allgemein betrachtet bleibe ich meistens in der von "Traveller" und "Ape Uprising" eingerahmten Slough Feg-Ära hängen. Ganz vorne: Das göttliche "Hardworlder". Sicherlich eines der Alben, die ich am häufigsten gehört habe. Und eine böse Macht zwingt mich gerade, es einmal mehr aufzulegen...
Fallende, so heiĂźt es doch, haben alle Zeit auf Erden
und hör'n die herrlichste Musik.
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Re: THE LORD WEIRD SLOUGH FEG - New Organon

Beitragvon Fire Down Under » 20. Juni 2019, 00:05

Cromwell hat geschrieben:Protestnote ist beim Luxemburgischen Botschafter eingereicht.

+1

"The Animal Spirits" ist aber dennoch eine famose Scheibe! Da gibt's gar nix zum Moppern.
:ahasoso:

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Re: THE LORD WEIRD SLOUGH FEG - New Organon

Beitragvon Hades » 20. Juni 2019, 00:21

Jetzt wollte ich gerade nach 4 Tagen mit "New Organon" feststellen, dass das Album gewohnt starke TLWSF-Qualität mit einer Prise back to the roots liefert, aber nach Aftermaths Posting wäre das jetzt irgendwie blöd....

Ich hatte aber auch mit "Animal Spirits" und "Digital Resistance" keinerlei Probleme. Beim Lord geht es für mich immer nur um feine Qualitätsnuancen.
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