VIPER BRAZIL-Thread

Schreibt euch die Finger wund ĂŒber das große Thema "Metal" - ĂŒber neue Platten, neue Bands, Konzerte etc.

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Re: VIPER BRAZIL-Thread

Beitragvon Oliver/Keep-It-True » 6. Juni 2012, 10:06

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Re: VIPER BRAZIL-Thread

Beitragvon Killmister » 10. Juni 2012, 08:34

Oliver/Keep-It-True hat geschrieben:


Top of the Pops-Reloaded......................A. Matos sieht aus wie der "Black Deris",kann aber singen.
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Re: VIPER BRAZIL-Thread

Beitragvon Acrylator » 10. Juni 2012, 11:55

Killmister hat geschrieben:
Oliver/Keep-It-True hat geschrieben:


Top of the Pops-Reloaded......................A. Matos sieht aus wie der "Black Deris",kann aber singen.

Na ja, so wie frĂŒher kann er offenbar auch nicht mehr singen - oder er war da gerade ĂŒbelst erkĂ€ltet...
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Re: VIPER BRAZIL-Thread

Beitragvon Killmister » 10. Juni 2012, 12:01

Die Höhen hat er halt umkurvt, klingt aber doch ganz gut.In Relation zum KĂŒrbis-KrĂ€chzer ist das ganz groß, wobei der Vergleich mehr ĂŒber das Aussehen aufkam.In jungen Jahren war der Matos ein GerĂ€t am Mikro!
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Re: VIPER BRAZIL-Thread

Beitragvon Jutze » 10. Juni 2012, 18:22

Höchste Zeit fĂŒr die nĂ€chste Geschichtsstunde, nachdem sich fĂŒr diesen Abschnitt weiter oben sogar Zeitzeugen gemeldet haben. Nach dem Ausstieg von Matos ĂŒbernahm Pit Passarell den Gesang und die Band schlug eine hĂ€rtere RIchtung ein. Unterdessen wurde man im Ausland auf VIPER aufmerksam. Limb ĂŒbernahm das Management, Massacre Records nahm die Band hierzulande unter seine Fittche und in Japan rangierte "Theatre of Fate" in den Import-Charts vor dem "Nevermind"-Album einer Garagenrockschrammelgruppe aus Seattle names NIRVANA.

Im April 1992 begannen dann in MĂŒnchen und Hannover die Aufnahmen zum dritten Album. Produziert wurde "Evolution" von einem aufstrebenden Charlie Bauerfeind, der fĂŒr einen immer noch klareren, aber auch bodenstĂ€ndigeren Sound sorgte. Die Gitarrenmelodien kamen zum GlĂŒck super rĂŒber und der Gesang wurde ebenfalls bestens ins Klangbild integriert.

Wo die Band schon mal in Europa war, schickte die Plattenfirma die Band u.a. auch nach Osteuropa, wo die Band offenbar mehr Alkohol als Fans gewinnen konnte. Und im Studio wurden gleich noch einige Ă€ltere StĂŒcke mitgeschnitten, die 1993 in Form der EP "Vipera Sapiens" erschien.

1992 hatte ich dann auch meine erste Begegnung mit der Musik von VIPER. Auf einem Kassetten-Promo-Sampler gab es den Song "Rebel Maniac" zu hören, der schön flott und melodisch war, aber gleichzeitig alle HELLOWEEN-typischen Klippen mĂŒhelos umschiffte und stattdessen sĂŒdamerikanische Lebensfreude mit einem doch eher gewaltlastigen Text kombinierte. Das machte neugierig auf mehr. So zog ich los und kaufte mir die "Theatre of Fate"-LP, nur um ein ganz anders geartetes Meisterwerk zu hören.

Am 5. Mai 1993 besuchte ein damals 13-jĂ€hriger Jutze dann sein erstes Metal-Club-Konzert - Tatort: Rockfabrik Ludwigsburg. Bis dahin hatte ich DIE TOTEN HOSEN und IRON MAIDEN von der TribĂŒne der Schleyer-Halle aus gesehen, aber das wir nichts im Vergleich dazu, direkt vor der BĂŒhne zu stehen. Es war nicht sooo viel los, da die anwesenden DARK MILLENNIUM-Fans VIPER wenig abgewinnen konnten. Aber ein paar Nasen im Publikum hatten durchaus ihren Spaß. Und die Band, tja, das Quartett rockte vom ersten bis zum letzten Ton. Yves und Felipe waren stĂ€ndig in Bewegung, Renato trommelte ungestĂŒmer als auf den glatt produzierten Platten und Pit merkte man kaum an, dass er durch die Gesang/Bass-Doppelbelastung rĂ€umlich eingeschrĂ€nkter war.

Im Anschluss legte ich mir umgehend die "Evolution"-LP zu (in blau, No. 0505) und entdeckte dort eine Band, die sich elf Lieder lang dermaßen eigenstĂ€ndig neu erfunden hat, dass ein Nameswechsel durchaus eine Option gewesen wĂ€re. Los geht es mit dem punkigen Opener "Coming from the Inside" und dem dystopischen Titelsong, der ungewöhnlich hart klingt. "Dead Light" und "The Shelter" brechen endgĂŒltig aus dem Speed-Metal-Korsett aus, bevor "Still the Same" - imho der einzige schwache Song - die erste Seite beschließt. Danach kommen VIPER erst so richtig in Schwung. Statt einfach das Konzept der ersten HĂ€lfte zu wiederholten, gibt es erst einmal akustische Gitarren. Nach dem gefĂŒhlvollen Anfang schlĂ€gt "Wasted" dann aber um und explodiert in einem der mitreißendsten Gitarrensoli, die ich kenne. "Pictures of Hate" und "Dance of Madness" sind dann eher catchy als heavy, wobei hier einmal mehr das MelodiegespĂŒr von Pit Passarell zum Tragen kommt. Zudem profitieren die beiden Songs am meisten von der namhaften Backing-Vocal-VerstĂ€rkung (Thomas Rettke und Sascha Paeth von HEAVEN'S GATE). Das außergewöhnlichste und schönste Lied der Platte ist dann "The Spreading Soul" mit gefĂŒhlvollem Gesang, Akustikgitarren und geschmackssicheren StreicherklĂ€ngen. Danach holt einen die runtergerotzte Coverversion von "We Will Rock You" in die Wirklichkeit zurĂŒck.

Der große Durchbruch blieb leider aus - zumindest fĂŒr VIPER. Das mit NIRVANA ist eine andere Geschichte. Immerhin folgte 1993 noch ein Abstecher nach Japan, wo das Live-Album "Maniacs in Japan" mitgeschnitten wurde. Zu acht Songs davon gibt es auf der "Living for the Night"-DVD auch da dazugehörige Bild. Die Aufnahmen klingen roh und wenn man böse sein will, kann man den Gesang bei den alten Songs mit den Quietschgesangsversuchen von Peavy Wagner (RAGE) vergleichen. Neben Songs von allen Alben gibt es noch das RAMONES-Cover "I Wanna Be Sedated" und ein auflockerndes brasilianisches Rockpop-Cover-Lied. Ich weiß nicht, ob die Band sich mit dem Album einen Gefallen getan hat. Aber als Erinnerung an den genialen Live-Auftritt schĂ€tze ich die CD sehr.
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Re: VIPER BRAZIL-Thread

Beitragvon Azrael » 28. Juni 2012, 10:18

Nach 22 Jahren standen die brasilianischen VIPER wieder zusammen mit ihrem OriginalsĂ€nger AndrĂ© Matos (ANGRA, SHAAMAN) auf der BĂŒhne, um das 25-jĂ€hrige Bestehen ihres Albums „Soldiers Of Sunrise“ zu feiern. Außerdem haben VIPER zum ersten Mal ihre beiden ersten Alben „Soldiers Of Sunrise“ und „Theater Of Fate“ auf einem Konzert in SĂŁo Paulo am 22. Juni in voller LĂ€nge gespielt.


die TonqualitÀt ist zwar rÀudig, aber ansonsten <3
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Re: VIPER BRAZIL-Thread

Beitragvon Jutze » 26. August 2015, 08:13

Dunkle Wolken ziehen auf am VIPER-Horizont, wenn man die Bandgeschichte nach 1993 anschaut. Zum ersten - und einzigen Mal - schaffte es die Band zwar, das Line-Up stabil zu halten. Doch musikalisch ging die Reise in Gefilde, die auf diesem Board eigentlich nur in "Rotz"-Threads ErwÀhnung findet.

1994 reisten die Brasilianer nach Kalifornien und nahmen dort Album Nummer 4 auf. "Coma Rage" wurde von Bill Metoyer produziert, womit sich fĂŒr die Musiker ein Kindheitstraum erfĂŒllte. Schließlich saß Metoyer bereits bei zahlreichen US-Metal-Klassikern an den Reglern. Die erste Begegnung am Flughafen war fĂŒr Felipe Machado dann irritierend, weil der Produzent in Sandalen und Schlabberhosen auftauchte. Die Platte klang recht trocken, wobei noch reichlich Überschneidungen mit dem "Evolution"-Sound vorhanden waren. Nach der RĂŒckkehr stand auch gleich einer der grĂ¶ĂŸten Auftritte der Bandgeschichte im Rahmen des Monsters of Rock in SĂŁo Paulo an. Hier gab es bereits eine Kostprobe in Form des flotten Titeltracks. Wann genau das Album erschien, kann ich leider nicht sagen - Ende 1994 in Brasilien und/oder 1995 im Rest der Welt, diesmal ĂŒber Roadrunner, einem Label mit einer etwas anderen stilistischen Ausrichtung als Massacre Records. TatsĂ€chlich passten VIPER 1995 durchaus gut ins Roadrunner-Programm.

Stilistisch dominierten auf der CD Punk- und Hardcore-EinflĂŒsse. Die Stimme Pit Passarell wirkte eigentlich zu freundlich und glatt dafĂŒr, doch das war auch egal, weil vom melodischen Metal der Anfangstage praktisch nichts mehr ĂŒbrig blieb. Die schnelleren Songs haben einen gewissen Charme. StĂŒcke wie "Makin Love" oder "God Machine" waren dagegen damals öde und sind es heute immer noch. (Ich höre gerade letzteres, brrrr.) Songwritingjoker Yves Passarell steuerte mit "Far and Near" eins der besseren StĂŒcke bei, aber auch den Ausfall "Day Before". Der balladeske Abschluss in Form von "Keep The Words" fiel in Kategorie 'nett, aber Welten von der Klasse von "The Spreading Soul" entfernt'. Die Cover-Version "I Fought The Law" hatte ihren Charme, doch alles in allem war "Coma Rage" eine EnttĂ€uschung fĂŒr mich als Fan.

Das soll nicht heißen, dass ich der Band die Entwicklung ĂŒbel nehme. Das Quartett machte, was ihm Spaß machte, reiste durch die Welt - nach Europa nun die USA (wo Machado ja mal ein Jahr lang gelebt hatte). Auch wenn die Mitte der 90er fĂŒr solche Musik der richtige Zeitpunkt war, blieb einmal mehr der große Durchbruch aus. Lokale Konzerte folgten, bei denen wohl ĂŒberwiegend alte Fans auftauchten, was das spĂ€rliche Auftauchen der neuen StĂŒcke im Konzertprogramm erklĂ€ren dĂŒrfte. Deutschland-Gigs gab's keine.

Ich verkaufte mein Exemplar der CD nach geraumer Zeit. Falls es jemand sucht - ich hatte damals den Namen Mark Zonder in der Dankesliste mit gelb markiert. Inzwischen weiß ich, dass Bill's Place (also das Studio) Zonder gehörte, was die Verbindung erklĂ€rt. Damals fand ich den FATES WARNING-Link faszinierend.
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Re: VIPER BRAZIL-Thread

Beitragvon Jutze » 10. Juni 2018, 07:54

Von der Veröffentlichung von Album Nummer 5 bekam man hierzulande wenig mit. Das lag an der Kombination einer abermaligen StilĂ€nderung, ĂŒberwiegend portugisischem Gesang und einer Label-Pleite kurz nach dem Release. "Tem Pra Todo Mundo" aus dem Jahr 1996 hat mit dem melodischen Power Metal der Anfangsjahre gar nichts mehr zu tun. Es gibt poppige Rockmusik mit verzerrten Gitarren. Im Vergleich zu den beiden VorgĂ€ngeralben klingt die Produktion tatsĂ€chlich dynamischer, lebendiger, erdiger. Musikalisch gibt es Groove, viel Midtempo, sporadische BlĂ€sereinsĂ€tze, etwas Samba, immer wieder viele Silben mit wenig melodischer Abwechslung. Flottere Nummern wie "SĂĄbado" oder das lockere "Not Ready to Get Up" haben ihren Reiz. Mit etwas Fantasie spĂŒrt man hier sommerliche Lockerheit und die Freude am Musikmachen. Das reicht aber nicht, um den Besitz dieses Albums in irgendeiner Weise attraktiv zu machen. TotalausfĂ€lle wie "The One You Need" sind ziemlich anstrengend anzuhören.

FĂŒr die Band war es schließlich an der Zeit, sich dem Leben als Erwachsene zu stellen. Man hatte Jobs – es fehlte musikalische Inspiration. So fielen VIPER in einen Dornröschenschlaf, der von der Veröffentlichung der Best-of-Compilation "Everybody Everybody" 1999 nicht groß gestört wurde. Die Sammlung deckt alle Schaffensphasen der Band ab und enthĂ€lt dabei keine unveröffentlichten StĂŒcke.
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