1986

Moderator: Pavlos

Re: 1986

Beitragvon Achim F. » 10. Januar 2014, 20:10

Pavlos hat geschrieben:CYCLONE - Brutal Destruction


Nach ich weiss nicht wie vielen Jahren hab ich die heute nochmal aufgelegt!

Neben dem herrlichen "Boller Thrash" muss man auch noch das Backcover hervorheben!
Die fünf Jungs wissen optisch voll zu überzeugen! Vor allem die Oberlippenbärte sind die absolute Härte!
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Re: 1986

Beitragvon MetalManni » 17. Januar 2014, 18:23

Das Demo von Aslan war doch von 1986, oder? Gehört auch in so eine Liste. To Chase the Stars, No Glory, Successor. Ganz tolle Songs - und zwei davon gibts, soweit ich weiß, nicht von Psychotic Waltz.
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Re: 1986

Beitragvon Slavenko Erazer » 12. Februar 2014, 12:12

Mathias Steele - Mathias Steele album (oder demo)

haben sie gehört? :yeah:
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Re: 1986

Beitragvon Holger » 7. März 2014, 15:21

Vorinformation:
Die "Gibson Les Paul" ist eine legendäre Gitarre. Sie, und die Fender Stratocaster sind ohne Zweifel die berühmtesten Gitarren der Welt. Die "Les Paul" macht in jeder Stilrichtung eine
gute Figur. Ob Blues oder Rock, Funk oder Metal, mit einer "Les Paul" hat man immer sein
Pfund. Tatsächlich werden LP-Modelle aus den 50er Jahren besonders gehandelt.Man sagt ihnen nach, einen ganz besonderen Klang zu besitzen, den man künstlich nicht nachmachen könnte. Dies läge zum einen am gealterten Holz und zum anderen an den Tonabnehmern, die in dieser Zeit eine ganz spezielle Legierung als Magneten gehabt haben, die ausschlaggebend für diesen speziellen Sound wären. Anfang der 50er habe die US-Amerikanische Flotte ihre alten U-Boote ausgetauscht und ebenso die alten Torpedos durch neue Modelle ersetzt. Gibson kaufte die Magnetzünder der alten Torpedos, die aus einem speziellen Alnico-Material bestanden haben und verbauten diese Magnete in ihren Tonabnehmern der Modelle "Paf".
Für eine 58er Les Paul legt man gar astronomische Summen hin, die ich für meinen Teil nicht nachvollziehen kann. 250 000€ hat der ein oder andere Sammler schon auf den Tisch gelegt für ein solch altes Schätzchen. Wie ein Pickup aus dieser Zeit gehandelt wird, weiss ich nicht, aber das kann sich wohl jeder zusammenreimen.Denn welcher Depp würde eine LP aus den 50ern in Teilen verkaufen? Wohl niemand.Also dürfte ein solcher Tonabnehmer sehr sehr wertvoll sein.Ob das gerechtfertigt ist steht auf einem anderen Blatt.
Ende der Vorinformation.
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Re: 1986

Beitragvon Holger » 7. März 2014, 15:22

In den 80ern gab es in Krefeld vier Musikgeschäfte. Das älteste existiert heute noch,Musikhaus Fischer. Schon in den 60ern,als kleiner Stöpsel an der Hand von Muttern, habe ich mir dort die Nase am Schaufenster platt gedrückt und mit Augen wie die von Gollum, die Blockflöten,Triangeln,Heimorgeln,die vielen Noten und die akustischen Gitarren angeschmachtet.Für nen Rocker war dieses Geschäft wohl nie was, aber das war und ist wohl auch nie der Anspruch gewesen.Die anderen drei Läden aus den 80ern waren mehr meine Kragenweite. Dort gab es "richtige" Drums und Bässe und Äxte und Amps und Antestmöglichkeiten und halt alles, was einem HardRocker die Hose eng werden liess.
Rusty´s Laden war eine Legende.Nicht nur deshalb, weil er der einzige war, der auch echte Gibsons im Laden hatte, ne sondern weil Rusty halt "er" war. Ein sonderbarer, immer brummeliger Knabe Mitte Ende 50,ewig schlecht gelaunt, nur jammernd wie schlecht es doch in den Tante Emma Läden laufen würde, weil die Großen aus Köln und Ibbenbüren doch mit ihren Preisen alles kaputt machen würden.Man mußte sich einen Sermon über sich ergehen lassen über gute alte Zeiten, leere Geldbörsen, die Metaltypen mit ihren Gürteln die beim Antesten alle Äxte zerkratzen und man wollte doch nur nen Satz Saiten kaufen und Rusty kannte kein Ende. Von seinem Laden konnte der nicht Leben.Ich habe ein und die selben Gitarren über viele Jahre im Fenster hängen sehen. Aber er war ein Drummer vor dem Herrn und hielt sich damit über Wasser, als Schlagzeuger auf Schiffen die in der Sommerzeit die Mosel rauf und runter flanierten, in einer Band Unterhaltungsmucke zu machen.So schloss er pünktlich zu den Schulferien seine Türe und wart 6 Wochen nicht gesehen.
Ich erinnere mich als Rusty einmal UNICORN im Proberaum besuchte.Auf offenen Hausschuhen,so Schluppen halt.Nix Ungewöhnliches für ihn denn er stand auch den ein oder anderen Tag nur im Schlafanzug in seinem Laden. Zu der Zeit trommelte Thomas Stauch (Blind Guardian) bei UNICORN.Ebenfalls ein begnadeter Trommler!! Rusty setzte sich an Tomens Drum und legte los.Mit Schluppen und die selbe Stickhaltung wie dereinst Buddy Rich.Und so spielte er auch.Genau so. Nie zuvor oder danach habe ich ein solches Drumsolo gehört! 15 Minuten ging Rusty ab und eben solange brauchte ich, um Tomen wieder ins Leben zu holen der inzwischen mit Schnappatmung am Boden lag.
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Re: 1986

Beitragvon Holger » 7. März 2014, 15:22

Was aus Rusty wurde? Keine Ahnung, den Laden gibt es schon lange nicht mehr.Auch nicht Josy´s Laden aus der Kinopassage, die Frau, die auch mal bereit war was auf Pump zu verkaufen an die Leute, die sie gut kannte.Bei ihr kaufte ich im November 1981 die beste Gitarre der Welt.Eine Westbury DeLuxe. Sagt keinem was? Gut so!Wenn ich sage die beste, dann meine ich das auch so. Denn ich kenne sie alle, die Gibsons, die Fenders, die Jacksons und die Charvels und wie sie alle heissen.Denn ich habe sie alle besessen und nicht nur die Billig-Ausgaben! 1100 Mark habe ich dafür inkl. Koffer bezahlt und sie gehört mir immer noch.Alle anderen Harfen kamen und gingen.Was aus Josy wurde? Keine Ahnung.Auch diesen Laden gibt es schon ewig nicht mehr.
CraftMusic hiess der Laden in dem ich gearbeitet habe. Neben meiner Arbeit als Schichtdienstler im Stahlwerk und Metalmusiker.Für kleine Kohle und Einkaufspreis verbrachte ich dort meine "Freizeit". Ich sags euch, hinter der Ladentheke sieht die Welt anders aus als davor.Aber mir machte es Spass, ich war da wo ich hingehörte: Musiker und viele Instrumente um mich herum.Eines schönen Tages schmiss ich den Laden alleine weil "Wollan" (von Wolfgang) mal Einkaufen war.An dem Tag war nix los. Keine Laufkundschaft und das Musikgeschäft im Allgemeinen wurde in Krefeld immer weniger."MusicStore" in Köln war nicht weit und die konnten Verkaufspreise anbieten die noch deutlich unter den Einkaufspreisen der Krefelder Tante Emma Läden waren.
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Re: 1986

Beitragvon Holger » 7. März 2014, 15:24

Die Türe ging auf und "es" kam rein.Geschlecht wohl männlich,ausgelatschte Schuhe, zerrissene Jeans, zerrissenes T-Shirt und eine pechschwarze Lederjacke aus James Dean Zeiten, dürr wie ein Ast,vielleicht 18-19 Jahre alt mit dem Gesicht eines alten Mannes,Augen wie ein Pokemon,ständig schniefend und Glatze mit hohem Irokesenschnitt in mint und blau.Schwer schleppend an einem sehr sehr sehr alten Gitarrenkoffer stammelte und stotterte er schniefend auf eine Art und Weise, die ich kaum beschreiben kann.Er fing mitten im Satz wieder von vorne an, wie eine Nadel, die an einem Kratzer in der Schallplatte hängen blieb.So wuchtete er ohne Unterlass labernd den Koffer auf die Theke, auf die ich mich, wissend was mir bevorstand,mit beiden Armen abstützte. Er erzählte mir was von seinem Onkel August, der ihm seine alte Gitarre vermacht hat, mit der er in den frühen 60ern sein Elektroingenieursstudium finanziert hatte, indem August abends Rock&Rollmucke in Bars spielte.Ebenso einen alten Kofferamp von Fender, aber der Klang sei so "sauber", nicht dreckig wie Punk, und er wäre Anfänger und hätte gehört es läge an so Tonabnehmerdingers, die wären wohl nicht stark genug und so wäre der Sound halt Kackeclean. In meinem Kopf verkaufte ich ihm schon einen IBANEZ-Tubescreamer als er den Koffer aufmachte und stammelte, er wolle einen Tonabnehmerdingens tauschen und hielt mir nen 20 Markschein unter die Nase mit dem Spruch "Mehr habsch nisch".
Mein lieber Freund, ich bin heute noch froh, dass ich mich mit beiden Armen auf die Theke stützte, denn als "es" den Koffer öffnete, hatte ich keine Beine mehr!Noch nie zuvor sah ich eine Les Paul aus den 50ern direkt vor meiner Nase, aber ich wusste immer: Wenn ich eine vor mir habe dann erkenne ich sie auch.Da war sie nun, eine Gibson Les Paul Gold Top aus den 50ern.Mir wurde schlecht.Als ich wieder meinen Kopf hob um in seine Richtung zu schauen rieb meine Nase an dem 20er entlang, den er immer noch in meine Richtung hielt.
"Könnematauschen? Mehr mehr mehr mehr <-- Nadel hing wieder - habschnet"!Alleine für den Spruch wollte ich ihn umbringen. Doch als ich vor meinem geistigen Auge sah, wie ich in der Gefängniskapelle meinem Zellennachbarn das "Ja-Wort" gab, verwarf ich diese Option.Aber ich verstand nun schlagartig das Buch "Der Herr der Ringe", denn dort lag "Mein Schatzzzzzzzzz" genau vor meiner Nase.Ich mußte was tun."Logo Mann...oder so...wir können tauschen."
Ich kann gar nicht beschreiben wie schnell ich die uralten Saiten runter hatte.Pickup gelöst,hinten aufgeschraubt und versucht den Pickup auszulöten.Das alte Lötzinn war so verbacken auf dem Poti, dass es eine Ewigkeit dauerte (in dieser meiner Situation ca 45 Sekunden mit einem Gesichtsausdruck bei dem selbst dem Joker Angst und Bange geworden wäre)das Kabel zu lösen und RubbeldieKatz hab ich da einen DiMarzio Super Distortion eingebaut und angelötete.Schnell noch einen Satz Fender 09 aufgespannt,Koffer zu und "es" zur Türe komplimentiert, wobei "es" strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Schnell eine Quittung ausgestellt und 100 Mark aus meiner Tasche in die Kasse gelegt.
Zuhause angekommen, habe ich meinen Schatzzzzzzz in meine Westbury gelötet.Dort ist er heute noch.
Ja ich weiss.Ich habe den Jungen UND Onkel August voll vor den Koffer geschissen.Heute mit fast 53 Lenzen würde ich zu dem armen Jungen sagen, er möge mir doch mal die Nummer von Onkel August geben, ich müßte mal mit ihm Telefonieren.Damals mit 25 Jahren konnte ich das nicht.
Die drei Musikgeschäfte sind weg.Sie waren damals für mich und meine Musikerkollegen der 80er etwas Besonderes.Ich bin nur selten in der City.Aber manchmal steht da ein alter Mann am Schaufenster von Musikhaus Fischer und drückt sich an der Schaufensterscheibe die Nase platt mit Augen wie Gollum.Die Blockflöten und Heimorgeln und die akustischen Gitarren bestaunend.
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Re: 1986

Beitragvon birdrich » 7. März 2014, 17:03

HAMMER!!!
Mit Abstand das Beste, was ich in allen Foren hier je gelesen habe.
Spannend, witzig und melancholisch, einfach nur Klasse.
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Re: 1986

Beitragvon MOR » 7. März 2014, 20:56

KLASSE!!!
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Re: 1986

Beitragvon birdrich » 7. März 2014, 21:16

MOR hat geschrieben:KLASSE!!!

Find ich auch, ich kenne weder den Verfasser des Textes noch die Menschen, die da so in einer Art und Weise beschrieben werden, dass ich versuche mir vorzustellen, wie die optisch rüberkamen. Ich glaub, solche Leute kannte ich auch, aber die gibt es nicht mehr, weil 1. ist Zeit Geld und 2. möglichst urbanuniform auftreten. Im Schlafanzug im Laden stehen? Na und, wenn man Bock drauf hat oder gerade erst aufgestanden ist. Egal, das führt zu weit...
Am geilsten/leicht kitschig/trotzdem schön finde ich die beiden letzten Sätze. Das schließt sich der Reigen.
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Re: 1986

Beitragvon Nolli » 7. März 2014, 21:39

GroĂźartig!! :-D
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Re: 1986

Beitragvon holg » 7. März 2014, 22:23

Super!
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Re: 1986

Beitragvon Fire Down Under » 7. März 2014, 23:03

Elefantös!
:ahasoso:

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Re: 1986

Beitragvon Holger » 7. März 2014, 23:20

Vielen Dank für die netten Kommentare.Also der Verfasser, meine Wenigkeit, war Songwriter und Gitarrist von Headhunter - Unicorn und Living Daylight. Nicht, dass dies was Außergewöhnliches wäre, aber nun wirklich nicht, es dient nur der Vorstellung meiner selbst. Die EP von 1987 "The legend returns" sagt euch vielleicht ja noch was.

Ich versuche die damaligen Begebenheiten so gut wie es mir möglich ist aus dem Gedächtnis rüber zu bringen. Ist aber schon "verdamp lang her" um es wie BAP zu sagen. Das macht es nicht leichter. Die "Bunkerstories" aus der 1981 Schublade haben den Leuten gefallen und sie wollten mehr hören aus dieser Zeit. So schreibe ich ab und an drauf los,in der Hoffnung, dass evt Rechtschreibfehler nicht zu sehr ins Gewicht fallen. Meine Motivation ist schon recht kitschig und vielleicht auch ein wenig sentimental: Ich möchte, dass die Musik hörenden einen gewissen Einblick bekommen, wie die Musik machenden (auch oder gerade im Amateurbereich) getickt haben. Und ich glaube, dass gerade Allerweltsgeschichten des kleinen jungen Musikers das gut rüberbringen.
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Re: 1986

Beitragvon Pavlos » 7. März 2014, 23:27

Sehr geiler Bericht mal wieder.... :yeah:
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