O.k., der MIKE OLDFIELD-Thread

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Beitragvon Ulle » 18. August 2009, 09:34

Von dem guten Mann war ja bereits öfter mal die Rede. Da ich der Meinung bin, dass locker 10 Platten des Meisters essentiell sind und keine Musiksammlung ohne sie sein soll, werde ich mal loslegen:

Tubular Bells (1973)
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Der junge Mike Oldfield war logischerweise schon länger musikalisch aktiv. Er hatte mit seiner Schwester Sally (die ja später auch sehr bekannt wurde und auch etliche sehr starke Platten veröffentlicht hat) "The Sallyangie", ein nettes Folkplättchen, veröffentlicht und spielte auch Bass in der Band von Kevin Ayers.
Trotzdem hatte der eigentliche Gitarrist andere Vorstellungen und in ihm reifte bereits eine lange Komposition, fast ausschlieĂźlich instrumental gehaalten und auf etlichen Instrumenten gespielt.
Er nahm mühsam ein Demo auf und drückte das Studioinhaber Tom Newman in die Hand, der nicht recht wusste, was dieser 19-jährige Knirps eigentlich so recht wollte. Einige Tage später tauchte Oldfield wieder auf, Newman erzählte ihm er hätte noch nicht reinhören können, versprach dies aber zu tun. Also warf er das Ding Abends rein und war völlig fasziniert. Obwohl die Produktion natürlich alles andere als gut war, klang das alles einfach komplett neu und zog ihn total in seinen Bann.
Er machte daraufhin Oldfield das Angebot, mit ihm sein Werk aufzunehmen, hptsl. natürlich auch in Studiopausen, da vorerst ja kohletechnisch nichts zu holen war. "Tubular Bells" entstand also nach und nach, Oldfield spielte fast alle Instrumente und es sind lediglich einige Gastmusiker zu hören. Als alles im Kasten war, gab es zwar von einem Label ein durchaus stolzes Angebot über 30.000 GBP, allerdings nur, wenn über diese komischen Instrumentalpassagen noch Gesang kommen würde. Selbstverständlich schlug Oldfield aus und nach langem hin und her entschloss sich der Plattenladen-Inhaber Richard Brason, Tubular Bells herauszubringen. Der Plattenladen nannte sich übrigens Virgin Records, der Rest ist Geschichte...
"Tubular Bells" ist ein absolutes Meisterwerk, mehrere verschiedene Themen die in zwei über 20-minütigen Stücken zusammengefasst wurden und deutlich die verschiedenen Einflüsse von Oldfield zeigen. Egal ob Rock, Prog oder Folk, von allem etwas und mit viel Melodie und Atmosphäre. "Tubular Bells" ist soweit mir bekannt, bis heute Oldfields erfolgreichstes Album und hielt sich alleine 4 Jahre (!) in den britischen Charts. Es zählt natürlich auch zu den Topwerken, obwohl es durchaus einige Alben gibt, die mir noch besser gefallen, z.B. das direkt darauf folgende "Hergest Ridge", zu dem ich auch gerne kommen werde :)
"Tubular Bells" ist übrigens in etlichen Versionen zu bekommen. Die remasterte Edition ist sehr zu empfehlen, die neue Deluxe Edition juckt mich auch schon in den Fingern, die aufwändige Jubiläumsausgabe lege ich mir zu, wenn ich mal zu viel Geld habe. Es gibt im Übrigen auch noch eine Neuaufnahme von Oldfield selbst die zwar sehr gelungen ist, aber eben nicht die Atmosphäre des Originals hat.
So, wenn ich weitermachen soll, mache ich gerne weiter :)
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Re: O.k., der MIKE OLDFIELD-Thread

Beitragvon MetalMolli » 18. August 2009, 10:40

bisher kannte ich den Mike fast gar nicht, aber du weckst meine neugier. ich wĂĽrde gerne noch mehr lesen.
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Re: O.k., der MIKE OLDFIELD-Thread

Beitragvon Siebi » 18. August 2009, 11:01

Die Anfangssequenz jagt mir jedesmal Schauer über den Rücken, weil ich damit die schönig-schaure Linda Blair in ihrem Bettchen fliegen sehe. Was für Musik, was für ein Film ("Der Exorzist"). Wobei ich zum Film anmerken muss, dass ich den Director's Cut grausam finde. Die geniale deutsche Erst-Synchronisation hat was ganz spezielles. Dort spürt man direkt die Verzweiflung der Mutter in der Stimme. Ich schweife ab...
Ansonsten, weitermachen Herr Ulle, kĂĽrzlich rotierten erst "Five Miles Out" und "QE2" auf dem Turntable.
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Re: O.k., der MIKE OLDFIELD-Thread

Beitragvon Ulle » 18. August 2009, 11:19

Hergest Ridge (1974)
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Es gibt Leute, die einem erzählen, dass der liebe Mike nach "Tubular Bells" nichts mehr in dieser Qualität abgeliefert hätte. Das ist selbstverständlich totaler Quatsch und bei diesen Leuten handelt es sich auch meist um solche, die gar kein anderes Album kennen.
"Hergest Ridge" folgt grundsätzlich dem gleichen Schema wie "T.B.", die einzigen Parallelen sind aber eigentlich die, dass das Album komplett instrumental gehalten wurde und dass es widerum nur zwei Stücke enthält.
Während "T.B." aber letzten Endes aus mehreren kurzen Passagen zusammengesetzt war, wirkt "Hergest Ridge" einheitlicher. Zwar gehen auch alle Teile ineinander über, haben aber mehr Raum zur Entfaltung und sind eindeutig Teil eines Ganzen.
"Hergest Ridge" ist fĂĽr mich, wie sonst nur "Heavy Horses" von Jethro Tull ein Album, bei welchem man das verregnete GrĂĽn der "Insel" vor seinem inneren Auge sieht, beides fĂĽr mich typische "Landschaftsalben". Der Satz stammt ĂĽbrigens von jemandem, der von England lediglich London kennt :D
Dafür kann das Album natürlich nichts, aber immerhin regt es die Fantasie an. Hergest Ridge ist voll von eigenartigen, sphärischen Melodien und hat seine eigene Aura, vergleichbar vielleicht am ehesten mit dem Nachfolger "Ommadawn", zu dem es natürlich auch was zu melden gibt. Definitiv ein Album für die (grüne) Insel und es vergeht kein trüber November Samstagnachmittag, ohne dass "Hergest Ridge" (übrigens ein Hügel in Oldfields näherer Umgebung beim Schreiben des Albums) hier läuft.
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Re: O.k., der MIKE OLDFIELD-Thread

Beitragvon Ulle » 18. August 2009, 11:45

Siebi hat geschrieben:Die Anfangssequenz jagt mir jedesmal Schauer über den Rücken, weil ich damit die schönig-schaure Linda Blair in ihrem Bettchen fliegen sehe.


Das ist echt merkwürdig, gell? Wenn man den Film zuerst gesehen hat, findet man das Thema total unheimlich. Wer allerdings zuerst die Platte hört, würde niemals auf die Idee kommen, diese Melodie als creepy zu bezeichnen :)
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Re: O.k., der MIKE OLDFIELD-Thread

Beitragvon Michael@SacredMetal » 18. August 2009, 12:37

Mit dem wollte ich mich auch schon immer mal wieder mehr bechäftigen.
Klasse Thread, bitte weiter!
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Re: O.k., der MIKE OLDFIELD-Thread

Beitragvon Piledriver » 18. August 2009, 12:45

Mike Oldfield "Five Miles Out" tour war mein allererstes großes konzert. seit dem hör ich seine sachen immer wiedermal ganz gern zur entspannung.
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Re: O.k., der MIKE OLDFIELD-Thread

Beitragvon MetalMolli » 18. August 2009, 13:52

hab bei youtube mal in ein paar seiner sachen reingehört. prima musiker!
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Re: O.k., der MIKE OLDFIELD-Thread

Beitragvon Ulle » 18. August 2009, 14:30

Ommadawn (1975)
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Das Album schließt qualitativ und musikalisch perfekt an "Hergest Ridge" an, klingt dabei weniger "ländlich", aber aufwändiger, mystischer, rhythmusbetonter und teilweise sogar fast schon fröhlich, wofür wohl u.a. auch die verwendeten Uillean Pipes verantwortlich sind, die perfekt eingebettet wurden. Ommadawn spielt geschickt mit einer Laut-Leise Dynamik, verschiedene Themen entwickeln sich, bauen sich immer weiter auf, um dann zu eskalieren und in sich zusammenzubrechen. Wahrscheinlich etwas zugänglicher als "Hergest Ridge", trotzdem schenken sich die beiden Alben was Qualität angeht wie erwähnt nichts. Abermals haben wir es mit zwei Longtracks zu tun (dieses Mal aber etwas kürzer), wobei der zweite Part mit dem kurzen "On Horseback" endet (in manchen Editionen auch als Extratrack aufgeführt), Oldfields erster richtiger Vocaltrack. Das kleine Liedchen erinnert ziemlich an Jethro Tull und wurde zusammen mit "In Dulci Jubilo", einem kurzen Instrumental welches auf diversen Best Ofs vertreten ist, als "Weihnachtssingle" veröffentlicht.
Ich bin ja prinzipieller Punktehasser, aber die ersten drei Alben würden bei mir allesamt einen fetten Zehner kassieren, muss man als Musikfan eigentlich besitzen. Während viele Instrumentalalben oft sehr langgezogen wirken, sodass man den Eindruck hat, es würde kaum was passieren, hatte Oldfield schon immer den Dreh raus. Alle Teile fließen sehr logisch ineinander, bieten aber trotzdem Abwechslung ohne Ende und wunderschöne Melodien. Ach so, "Ommadawn" bedeutet übrigens in etwa "Dummkopf", was nun ganz und gar nicht zu diesem Album passt.
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Re: O.k., der MIKE OLDFIELD-Thread

Beitragvon TexasInstruments » 18. August 2009, 16:26

Ich habe es wirklich hundert Mal versucht, aber der Zugang zu Oldfield ist mir bis heute verwehrt geblieben.... :ehm:
Schade....
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Re: O.k., der MIKE OLDFIELD-Thread

Beitragvon Loomis » 18. August 2009, 17:54

Was mir gerade auffällt:
Das hier hört sich an wie Symphony X ohne Metal:
http://www.youtube.com/watch?v=2lXPgbWGbG8
(Tubular Bells 2003)
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Re: O.k., der MIKE OLDFIELD-Thread

Beitragvon Siebi » 18. August 2009, 18:11

Ulle hat geschrieben:
Siebi hat geschrieben:Die Anfangssequenz jagt mir jedesmal Schauer über den Rücken, weil ich damit die schönig-schaure Linda Blair in ihrem Bettchen fliegen sehe.


Das ist echt merkwürdig, gell? Wenn man den Film zuerst gesehen hat, findet man das Thema total unheimlich. Wer allerdings zuerst die Platte hört, würde niemals auf die Idee kommen, diese Melodie als creepy zu bezeichnen :)

Ich kannte zuerst die Musik (LP von meinem Vater), dann kam der Film (1987/88), da der kleine Siebi ein ziemlicher Schisser vor dem Herrn war. Also ich finde das Thema an sich leicht "gruselig", das wird erst mit Einsetzen der Mandolinen angenehmer.
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Re: O.k., der MIKE OLDFIELD-Thread

Beitragvon Ulle » 18. August 2009, 19:47

Incantations (1978)
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Nach drei Alben in drei Jahren, einem enormem Medieninteresse an der eigenen Person, jeder Menge Arbeit, Touren, Presserummel und dem andauerndem Stehen im Rampenlicht, kam es, wie es wohl kommen musste. Der schon immer eher schĂĽchterne und introvertierte und mit gerade mal 22 Jahren auch nach wie vor sehr junge Mike Oldfield war physisch und vor allem psychisch total am Ende! Er zog sich zurĂĽck, lieĂź mehrere Therapien ĂĽber sich ergehen und fand erst langsam zurĂĽck in die Musik und das vierte Album folgte schlieĂźlich erst nach (damals) langen drei Jahren.
Bereits das sehr entspannte Cover des als Doppelalbum veröffentlichten „Incantations“ zeigte an, was einen erwartete. Die vier Longtracks stehen zwar durchaus noch in Bezug zum alten Material, sind aber komplett ruhig gehalten und haben offensichtliche New Age-Anleihen.
Ich habe extrem lange gebraucht, um mit „Incantations“ warm zu werden. Die geliebten Melodien sind zwar nach wie vor vorhanden, aber eben eher unterschwellig und nur sehr langsam aufbauend. Als ich das Album vor einigen Monaten mal wieder reingeworfen habe, war ich dennoch verwundert, wie sehr ich vor allem die ersten beiden Stücke verinnerlicht habe. Es gibt übrigens viele Die Hard-Fans die gerade „Incantations“ abgöttisch verehren. Ich persönlich bevorzuge zwar die Vorgänger, kann mich aber dem sehr ruhigen Charme des Albums doch nicht so ganz entziehen…
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Re: O.k., der MIKE OLDFIELD-Thread

Beitragvon Ulle » 19. August 2009, 08:35

Platinum (1979)
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Mit dem nächsten Album erfolgte dann der krasse Gegenschlag. Oldfield war wieder vollgetankt, bis in die Haarspitzen motiviert, hatte mit dem als Single veröffentlichten „Guilty“ einen kleinen Hit und präsentierte mit „Platinum“ sein wohl bis dato härtestes, aber auch „trendigstes“ Album.
Die Discowelle hatte ihre Spuren hinterlassen und das in vier Parts aufgeteilte, instrumentale TitelstĂĽck hat ordentlich Drive, erstmals richtige Rockbeats und eben auch dezente Disco-Anleihen, natĂĽrlich in der Oldfield eigenen Form.
Das ruhige und kurze „Woodhenge“ lässt nochmals kurze Erinnerungen an „Incantations“ aufkommen, danach folgt das von Wendy Roberts gesungene, balladeske „Into Wonderland“. Das ursprgl. enthaltene Stück „Sally“ war wohl vor allem textlich gesehen nicht gerade ein Fave von Labelchef Richard Branson, daher gibt es nur einige tausend Exemplare mit „Sally“, während alle Pressungen danach mit „Into Wonderland“ ersetzt wurden. Kurios ist allerdings, dass auf sämtlichen Pressungen und auch allen CD-Releases bis hin zur remasterten 2000er Version immer noch „Sally“ auf der Tracklist aufgeführt ist! Der gleiche Fehler über 20 Jahre lang - nicht schlecht!
Mit „Punkadiddle“ gibt es dann jedenfalls noch ein sehr lustiges Instrumental, welches man definitiv mal gehört haben muss, während das ruhige „I Got Rhythm“ wieder von Wendy Roberts gesungen wird und tatsächlich eine Coverversion des George Gershwin-Klassikers darstellt. Ungewohnt, aber nicht schlecht!
Insgesamt ragt „Platinum“ stilistisch ziemlich aus dem Gesamtwerk heraus und obwohl es durchaus sehr starke Momente enthält, zählt es nicht zu meinen absoluten Faves, da es in sich etwas unentschlossen, oder besser gesagt uneinheitlich wirkt.
Allerdings nur ein klitzekleines Zwischentief, wie bereits das nächste Album zeigen sollte…
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Re: O.k., der MIKE OLDFIELD-Thread

Beitragvon Ulle » 19. August 2009, 11:25

O.k., ich mach einfach mal weiter :smile2:

QE2 (1980)
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Dieses Album ist dann wieder ein richtiger Hammer geworden, klingt zwar auch sehr viel rockiger und gitarrenbetonter, aber songwriterisch deutlich besser als "Platinum" und in sich geschlossener.
"Taurus 1" mit seinen gut 10 Minuten macht als InstrumentalstĂĽck den Anfang und strotzt nur vor geilen Melodien, rhythmisch interessanten Fragmenten, coolen Ăśberleitungen und interessanten Kombinationen diverser Instrumente, wobei die Basis eben doch sehr rockorientiert bleibt.
Mit "Sheba" gibt es dann einen kurzen Vocaltrack der stilistisch noch weit entfernt von späteren Chartstürmern war, aber durch seine eigenartige Melodieführung überzeugt. Übrigens ist hier erstmals die wundervolle Maggie Reilly zu hören. Danach kommt das kürzere Instrumental "Conflict", welches mit sehr geilen afrikanischen Trommeln unterlegt wurde, insgesamt aber eigentlich eher keltisch anmutet - Killermelodien wie Sau!
Die zwei folgenden Stücke sind Coverversionen, die beide den Originalen deutlich überlegen sind. "Arrival" ist von ABBA und macht die ebenfalls instrumentale Version des Originals vergessen - und das sagt der größte ABBA-Fan der Welt! Hier merkt dann auch der letzte, was für ein genialer Klampfer Mike Oldfield ist und mit welch enormem Ausdruck er spielt. Während "Arrvial" sommerliche Aufbruchstimmung verkündet, klingt das darauf folgende "Wonderful Land" (im Original von den Shadows) dann eher nach ebenfalls sommerlichem Abschied. Eine Wahnsinnsmelodie und unbeschreibliches Gitarrenspiel, mehr Feeling geht nicht. Ich hatte beim ersten Gig, den ich von Oldfield bewundern durfte festgestellt, dass der Mann seine E-Klampfe fast ausschließlich mit den Fingernägeln spielt. Ich dachte, ich hätte ihn entlarvt und habe mir drei Fingernägel der rechten Hand ebenfalls wachsen lassen, nur um damals festzustellen, dass der einzige Effekt war, dass es beschissen aussah und ich einfach zu sehr an mein Plektrum gewöhnt war :lol:
"Wonderful Land" ist jedenfalls der Track, bei dem die Gitarre am meisten "redet", ich habe so einen perfekten Ton auch später von keinem Gitarristen auf der ganzen Welt gehört.
Das folgende, ruhige "Mirage" ist etwas unspektakulärer, wäre aber für die nicht existierende Konkurrenz immer noch ein Highlight gewesen. Das Titelstück (steht übrigens für Queen Elisabeth 2, benannt nach dem Schiff, nicht der Dingsda) lässt dann erste Zukunftsaussichten in Richtung "Five Miles Out" zu und baut sich langsam auf, um dann immer grooviger und verspielter zu werden - geil!"Celt" lebt dann wieder von interessanten Percussion-Sachen und dem beschwörenden Gesang von Maggie Reilly und ist ebenfalls affenstark und "Molly", benannt nach seiner im gleichen Jahr geborenen Tochter, die ich eigentlich immer heiraten wollte um ihrem Daddy näher zu sein (hat übrigens nicht geklappt), beschließt das Album dann sehr kurz, ruhig und bedächtig. QE2 ist ebenfalls einer der Oldfield-Meilensteine und kann durchaus auch Leuten gefallen, die normalerweise mit überwiegend instrumentaler Mucke nichts anfangen können.

Tex - ich bin geschockt! Hätte darauf gewettet, dass du Herrn Altfeld liebst! Startest Du Versuch 101, wenn ich lecker Bier und Whisky mitbringe? :yeah:
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