Folk Rock

Hard Rock, Prog Rock, Art Rock, Progressive Metal ...

Re: Folk Rock

Beitragvon Flossensauger » 14. Juli 2018, 23:02

Wird gemacht!
Benutzeravatar
Flossensauger
METAL GOD
 
 
Beiträge: 1931
Registriert: 2. Juli 2013, 17:19


Re: Folk Rock

Beitragvon Flossensauger » 15. Juli 2018, 03:28

Hmmm, ich hab's versucht.

Nää.

Schau' einfach mal den Zusammenschnitt von Rudolfstadt dieses Jahr an, ich kann es nicht verlinken, weil die beim MDR ganz verzweifelt meinen Rechnerzugang dafĂĽr wollen.

Sollte, da von unseren Geldern bezahlt (um mal im Ost-slang zu bleiben?) in der Mediathek einzusehen sein. Fängt an wie CSU-Wahlkampfveranstaltung, wird ab dann aber immer besser. Rudolfstadt 2018 als Stichwort

https://rudolstadt-festival.de/de/
Benutzeravatar
Flossensauger
METAL GOD
 
 
Beiträge: 1931
Registriert: 2. Juli 2013, 17:19


Re: Folk Rock

Beitragvon Pavlos » 15. Juli 2018, 22:07

Bild

CHILDREN OF THE SUN - British Folk From 1966-1978

01. Trees - The Garden Of Jane Delawney 4:07
02. Vashti Bunyan - Train Song 2:12
03. Fotheringay - Winter Winds 2:14
04. Steeleye Span - The Bold Poachers 4:18
05. Polly Niles - The Milk Of The Tree 1:54
06. Duncan Browne - Gabilan 4:04
07. Fairport Convention - Genesis Hall 3:38
08. Farway Folk - Crow On A Cradle 2:19
09. Tir Na Nog - Our Love Will Not Decay 3:01
10. Parchment - Love Is Come Again 3:39
11. Pentangle - Cruel Sister 7:03
12. The Albion Band - Lay Me Down 5:44
13. Caedmon - Sea Song 5:36
14. Spriguns - When Spring Comes In 3:09
15. Loudest Whisper - Children Of The Dawn 3:00
16. Gwydion - The Wintry Queen 4:01
17. The Strawbs - Witchwood 3:25
18. Paul Brett Sage - The Tower 5:30
19. Carolanne Pegg - Fair Fortune's Star 10:05


Bild
01. Trees - The Garden Of Jane Delawney
(The Garden Of Jane Delawney, 1970)

Trees aus London existierten nur von 1969 bis 1972. Später gab es zwar noch eine kurzlebige Reinkarnation, diese spielte jedoch ausschließlich live und nahm leider nichts mehr auf. Die Banddiskographie umfasst somit lediglich die Alben The Garden Of Jane Delawney und On The Shore, beide 1970 kurz nacheinander aufgenommen, sowie ein 1989 nachträglich veröffentlichtes Livealbum aus dem Jahr 1972.
Das Debüt bietet bereits sehr ausgereiften Brit-Folk, Sängerin Celia Humphris dominiert mit ihrer kraftvollen Engelsstimme die ohnehin schon hypnotisierenden eigenen Kompositionen und neu arrangierten Traditionals. Ganz ehrlich, der Titeltrack gehört mit zum Besten, was ich jemals in Sachen Folk Rock gehört habe. On The Shore (mit wundervollem Hipgnosis-Artwork) hat eine psychedelischere Schlagseite und bietet mit Polly On The Shore und Sally Free And Easy zwei weitere Perlen des Genres. Totally underrated!!


Bild
02. Vashti Bunyan - Train Song
(Train Song, 1966)

Vashti Bunyan nahm ihr erstes Album (Just Another Diamond Day) 1970 unter der Ă„gide von Rolling Stones Manager Andrew Loog Oldham auf, der aus der jungen Londonerin unbedingt eine zweite Marianne Faithfull machen wollte. Da die Scheibe jedoch fĂĽrchterlich floppte, kehrte Bunyan dem Musikbusiness recht bald den RĂĽcken und zog sich komplett von der Musik zurĂĽck.
Als Just Another Diamond Day etliche Jahre später wiederveröffentlicht wurde, zeigte sich die junge Londonerin ob der positiven Resonanz positiv überrascht, und ist seitdem wieder als Musikerin aktiv. 2005 gab es ein neues Album, 2007 eine Doppel CD names Some Things Just Stick On Your Mind (aus der übrigens der hier versampelte Train Song stammt) mit Demos und Raritäten aus der Frühzeit Bunyans, 2014 dann nochmal eine weitere Studioscheibe. Alles toll, alles empfehlenswert.


Bild
03. Fotheringay - Winter Winds
(Fotheringay, 1970)

Nachdem Sandy Denny 1970 bei Fairport Convention ausgestiegen war, gründete sie Fotheringay, benannt nach einem alten Track ihrer vorherigen Band. Musikalisch bot das noch im selben Jahr veröffentlichte Album eher gemäßigteren Acid Folk mit hier und da Blues und Country Parts. 1971, während der Arbeiten für ein zweites Album, löste sich die Band überraschend auf, und Denny startete eine erfolgreiche Solokarriere. Erst im September 2008, 30 Jahre nach ihrem viel zu frühen Tod, erschien das zweite Fotheringay Album (Fotheringay 2). Jerry Donahue, damals wie heute der Gitarrist der Band, hatte es aus den Originalaufnahmen des geplanten zweites Albums zusammengestellt.


Bild
04. Steeleye Span - The Bold Poachers
(Parcel Of Rogues, 1973)

Steeleye Span, der Name stammt übrigens von einer Figur aus einem englischen Volkslied, wurden 1969 gegründet. Treibende Kraft in den ersten Jahren war Bassist Ashley Hutchings, der zuvor bei Fairport Convention ausgestigen war, da diese sich seiner Meinung nach immer mehr vom traditionellen Folk entfernten. Dementsprechend klangen dann auch die ersten Platten Steeleye Spans: Die Truppe spielte fast ausschließlich traditionelle Lieder, die sie neu arrangierte. Auf elektrische Instrumente und ein Schlagzeug wurde oftmals verzichtet. Hervorheben muss man ganz klar Sängerin Maddy Prior, die mit ihrer Elfenstimme immer wieder für träumerische Momente sorgt. Nerd fact: Prior zeugte mit Rick Kemp, einem späteren Bassisten der Band, eine Tochter, die später selbst Musik erschaffen sollte. Ihr Name: Rose Kemp.
Back to Steeleye Span: Nachdem immer mehr Gründungsmitglieder, darunter auch Hutchings, von Bord gingen, und immer mehr auf elektrische Gitarren und "modernere" Sounds gesetzt wurde, gelang Mitte der 70er der kommerzielle Durchbruch. Seitdem veröffentlicht die Band regelmässig weitere Alben.


Bild
05. Polly Niles - The Milk Of The Tree
(officially unreleased, 1969)

Polly Niles versuchte sich Ende der 60er als Musikerin und in der Schauspielkunst. Neben einigen Auftritten in eher unbekannten TV Serien (z.B. Superfly) nahm sie auch etliche Pop, und Folk Songs in professionellen Studios auf, die nach und nach auf verschiedenen Compilations veröffentlicht wurden. Schöner Stoff, wenn ihr mich fragt. Legend has it, dass ein komplett aufgenommenes Studioalbum, sowie weitere Einzelsongs, die als Singlematerial angedacht waren, seit den frühen 70ern in den Ember Records Archiven schlummern. Cherry Red Records sind momentan jedenfalls dran und ich würde mich sehr über einen Release freuen.


Bild
06. Duncan Browne - Gabilan
(Give Me Take You, 1968)

Duncan Browne wollte ursprünglich wie sein Vater Pilot bei der Royal Air Force werden, wurde jedoch aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt und studierte daraufhin Musik und Schauspiel. 1967 kam er durch Kontakte, die er durch seine erste Band Lorel an der Uni geknüpft hatte, an einen Plattenvertrag und veröffentlichte im Folgejahr sein Debütalbum „Give Me Take You“. Bis Mitte der Neunziger sollten fünf weitere Studioscheiben folgen, auf denen Browne immer mehr Richtung breite Masse schielte, den ganz grossen Wurf, bis auf zwei, drei kleinere Charterfolge, jedoch nie wirklich schaffte. Duncan Browne verstarb 1995 im Alter von 46 Jahren.


Bild
07. Fairport Convention - Genesis Hall
(Unhalfbricking, 1969)

Die wunderbaren Fairport Convention wurden 1966 gegründet und nahmen ihr gleichnamiges Debüt 1968 auf. Sängerin auf der Scheibe war Judy Dyble (später dann Trader Horne), die kurz nach dem Release die Band jedoch verließ und durch die einzigartige Sandy Denny ersetzt wurde. 1969 gab es dann gleich drei Scheiben zu bestaunen: What We Did On Our Holidays, Unhalfbricking und Liege & Lief, dem Folk Rock Klassiker schlechthin. Auch wenn danach immer noch prima Stoff erschaffen wurde (bitte unbedingt mal die 1971er Scheibe Babbacombe Lee anhören, einem Konzeptalbum über einen verurteilten Mörder), kam die Band nicht mehr an die Genialität des göttlichen 1969er Trios heran. Zahlreiche Umbesetzungen und eine gewisse musikalische Orientierungslosigkeit hatten 1979 die Auflösung zur Folge. Ab Mitte der 80er kam die Band in immer wieder wechselnden Reinkarnationen zurück, und ist immer noch sowohl im Studio, als auch auf der Bühne aktiv.


Bild
08. Farway Folk - Crow On A Cradle
(Seasonal Man, 1975)

Farway Folk wurden Ende der 50er von einem Ehepaar als reines Cover spielende Duo gegründet. Erst Ende der 60er baute man die Formation zu einem Quartett aus und veröffentlichte 1970 ein Livealbum als erstes Lebenszeichen der neuen Truppe. Es folgten vier Studioscheiben und ein paar Umbesetzungen ehe man 1975 Seasonal Man aufnahm. Auf dieser, ihrer letzten Studioscheibe ging die Band deutlich dunkler, verspielter, ja oftmals sogar heavier zu Werke. Wurde vorher primär verträumt und fragil musiziert, so haute die Band nun auch mal verstärkt in die Elektrische, und erinnerte dabei an die härteren Momente von Steeleye Span oder den Trees. Tipp!!


Bild
09. Tir Na Nog - Our Love Will Not Decay
(Tir Na Nog, 1971)

Tir Na Nog gibt es seit 1969 und sie gelten als Pioniere in Sachen Prog Folk. Ihre meistens keltisch angehauchten Lieder präsentiert die Band kabellos, sprich nur mit Akustikgitarren und sorgsam ausgetüftelten Gesangsharmonien. Zwischen 1971 und 1973 nahm das Duo drei starke Platten auf, die bei den Kritikern zwar punkten konnten, von der Zielgruppe jedoch konsequent ignoriert wurden. Und obwohl neben den zahlreichen Clubtouren immer wieder auch diverse coole Supporting Slots (zB. The Who, Jethro Tull, Procol Harum und Emerson, Lake & Palmer) ergattert werden konnten, gab es nicht den erhofften Fortschritt in Sachen Karriere, und so löste man sich 1974 auf. Ende der 90er gab es ein Comeback, und seitdem veröffentlichen Tir Na Nog regelmässig neue Studioscheiben und Liveaufnahmen.


Bild
10. Parchment - Love Is Come Again
(Light Up The Fire, 1972)

Die stark christlich geprägten Parchment existierten zwischen 1972 und 1978. Ihre erste Single Light Up The Fire war der allererste UK Christian Folk Song überhaupt, der sich in den heimischen Charts platzieren konnte (Platz 26). Jener Song war es auch, der einige Jahre später zum Mottosong der Festival Of Light Veranstaltung auserkoren wurde, die es sich Anfang/Mitte der 70er zur Aufgabe gemacht hatte, auf die negative gesellschaftliche Entwicklung Englands hinzuweisen. 1972 brachte man das Debüt Light Up The Fire raus, welches sowohl damals, als auch heute noch als eine der feinsten UK Folk Veröffentlichungen angesehen wird. Es folgten weitere, weitaus kommerzieller ausgerichtete Platten, aber die Magie des Debüt konnte nicht mehr eingefangen werden.


Bild
11. Pentangle - Cruel Sister
(Cruel Sister, 1970)

The Pentangle, wie sie zunächst hießen, wurden 1969 gegründet und erschufen bis zu ihrer ersten Auflösung 1973 sechs richtig feine Scheiben, auf denen neben ganz viel Folk auch Jazz und Blues zum Einsatz kamen. Mitte der 80er kam es zwar zur Rückkehr der Band, der Sound driftete dabei jedoch immer mehr in Richtung Pop Folk ab. Sängerin Jacqui McShee war mit ihrer bezaubernden Stimme stets sowas wie das Aushängeschild der Truppe, und führt die Band seit Ende der 90er als Jacqui McShee's Pentangle weiter.
Die späteren Scheiben sind zu vernachlässigen, das frühe Schaffen bis 1973 sollte man jedoch kennen, stellen die Platten allesamt Klassiker des Genres dar. Neben der unglaublich tighten und kreativen Rhythmusgruppe (beide Musiker kamen ursprünglich vom Jazz), wissen die beiden Gitarristen immer wieder zu gefallen. Bitte mal auf all die vertrackten Gitarrenläufe achten, die sich teilweise massiv unterscheiden, jedoch immer wieder sinnvoll zusammenfinden. Mit dieser für damalige Verhältnisse unüblichen Herangehensweise, sowie dem damit verbundenen neuen, kreativen Spiel, halfen Pentangle quasi bei der Begründung eines neuen Stils, dem Folk Baroque.


Bild
12. The Albion Band - Lay Me Down
(Rise Up Like The Sun, 1978)

Gegründet 1972 als The Albion Country Band, war es das erklärte Ziel dieser erst 2014 aufgelösten Formation, dem Folk eine gehörige Portion Rock zu verpassen und sowohl bekannte Traditionals, als auch eigene Kompositionen mit einem (für die damalige Zeit) richtig harten Sound zu präsentieren. So richtig zur Sache ging es dann allerdings nur auf den Folk Rock Scheiben aus den 70ern, den bedingt durch zahlreiche Umbesetzungen (samt begleitender Umbennenungen wie z.B. Albion Christmas Band oder Albion Dance Band), kam es immer wieder zu drastischen Kurswechseln in Sachen Musikstil. Speziell die Sachen aus den 70ern sind jedoch lupenreiner Folk Rock und stellen die Highlights des riesigen Bandoutputs dar. Erwähnt werden sollte noch Shirley Collins, die von 1972 bis Anfang der 80er Teil der Truppe war, und die davor und danach ein paar richtig tolle Soloscheiben aufnahm (z.B. Anthems In Eden, 1969). Antesten!!


Bild
13. Caedmon - Sea Song
(Caedmon, 1978)

Von der Originalpressung wurden lediglich 500 Stück hergestellt, von denen zunächst nur wenige Exemplare Käufer fanden, da die Platte nur regional vertrieben wurde. Somit nahmen zunächst nicht gerade viele Menschen vom wunderbaren, christlich geprägten Folk Rock Caedmons Kenntnis. Dies änderte sich jedoch schlagartig, als Mitte der 90er ein paar Sammler von der Scheibe Kenntnis nahmen, die Bandmitglieder kontaktierten, und von eben jenen haufenweise Originalplatten zur Verfügung gestellt bekamen, die dann rasch in der Szene an den Mann bzw. die Frau gebracht wurden. Ein gerechtfertigter Hype (der durch die zahlreichen Rereleases der letzten Jahre am Leben erhalten wird), bietet die Scheibe doch wunderbar verträumten Folk Rock.


Bild
14. Spriguns - When Spring Comes In
(Revel Weird And Wild, 1976)

Spriguns, oder Spriguns Of Tolgus, wie sie zu Beginn noch hießen, wurden Anfang der 70er vom Ehepaar Mandy und Mike Morton gegründet. Als Vorbilder galten Steeleye Span, deren Gitarrist Tim Hart von den Mortons prompt auch als Produzent ihres Debütalbums (Jack With A Feather, 1975) gewonnen werden konnte. Mit der zweiten Scheibe (Revel, Weird And Wild, 1976) landete man bei Decca, was mehr Budget, mehr Promotion, mehr Touren und letztendlich auch mehr Popularität zur Folge hatte. Den Namen hatte man mittlerweile auf Spriguns gekürzt, und mit der dritten Scheibe (Time Will Pass, 1977) wurde der komerzielle Durchbruch angepeilt. Da das Label sich jedoch immer mehr in den Prozess des Songwritings einmischte, und durch den daraus resultierenden verwässerten Sound sich die Band immer mehr von ihren Folk Wurzeln löste, kündigten die Mortons den Vertrag mit Decca, starteten ihr eigenes Label Banshee Records, und veröffentlichten 1978 ihr viertes Album Magic Lady in Eigenregie. Obwohl die Platte musikalisch überzeugen kann (eine wunderbare back to the roots Platte, die als Tribut an die kurz zuvor ums Leben gekommene Sandy Denny erschaffen wurde), blieb der Erfolg aus und Mandy Morton startete im Folgejahr eine Solokarriere.


Bild
15. Loudest Whisper - Children Of The Dawn
(The Children Of Lir, 1974)

Die seit 1970 immer noch aktiven Loudest Whisper veröffentlichten ihr Debüt (The Children Of Lir, benannt nach der irischen Legende der Kinder von Lir) im Jahre 1974. Die Entstehungsgeschichte der Scheibe ist interresant: Das Material wurde von der Band, ohne überhaupt einen Gedanken an eine richtige Studioscheibe zu verschwenden, bereits 1972 als eine Art keltisches Musical erdacht und im Folgejahr sogar auf lokalen Bühnen dargeboten. Ein benachbarter Radiosender jagte daraufhin ein knapp zehnminütiges Best Of der Produktion über den Äther, was nach einigen Umwegen letztendlich einen Plattenvertrag mit Polydor Ireland zur Folge hatte, da die dortige Chefetage komplett auf den Stoff steil ging. Da Polydor UK diese Begeisterung jedoch leider nicht teilten, erschien die Erstpressung der Scheibe lediglich in Irland, und stellt heute mit den damals 500 gepressten Einheiten eine Monsterrarität dar.


Bild
16. Gwydion - The Wintry Queen
(Gwydion Sings Songs From The Old Religion, 1975)

Gwydion Pendderwen, dessen Geburtsname Thomas DeLong für Größeres dann doch zu unspktakulär klang, war Musiker, Songwriter, Schriftsteller und, und jetzt wird es leicht abgefahren, Hexer (Paganismus). 1975 (Gwydion Sings Songs From The Old Religion) und 1982 (The Fäerie Shaman) veröffentlichte er zwei Scheiben, die nicht nur in der Pagan Community immer noch hoch angesehen sind. Serpentine Music brachte die beiden Platten 2005 unter dem Namen „The Music Of Gwydion“ als remasterte Doppel CDs raus. Weird stuff.


Bild
17. The Strawbs - Witchwood
(From The Witchwood, 1971)

Mitte der 60er als The Strawberry Hill Boys gegründet, fröhnte man zunächst dem Bluegrass. Nach und nach erhielt der Folk Rock Einzug ins Repertoire der Band, und die musikalischen Eckpfeiler verschoben sich immer mehr in die traditionelle Richtung. Da von Anfang an auf eigene Kompositionen Wert gelegt wurde, konnte man 1969 schon das Debüt vorlegen. Tat sich die Band auf den ersten beiden Scheiben noch schwer, ging es spätestens ab Album Nummer Drei (From The Witchwood, melodischer Folk Rock mit proggresiven Anleihen) qualitativ bergauf, konnte man doch mit dem talentierten Rick Wakeman einen neuen Keyboarder verpflichten, der das neue Material definitiv aufwertete. Auch wenn Wakeman nach nur einem Album die Band Richtung Yes verließ, schafften die Strawbs es, weitere kleine Meisterwerke zu veröffentlichen (Grave New World, Ghosts).


Bild
18. Paul Brett Sage - The Tower
(Paul Brett Sage, 1970)

Gemessen an den Outputs und Bands, in und mit denen Paul Brett Sage schon tätig war, müsste der gute Mann eigentlich weitaus bekannter sein. Neben seinen zahlreichen Soloscheiben, die er hauptsächlich in den 70ern und 80ern aufnahm, teilte der gebürtige Londoner schon mit solch bekannten Namen wie z.B. The Crazy World Of Arthur Brown, Roy Harper, Status Quo, Al Stewart, Barclay James Harvest oder The Strawbs das Aufnahmestudio bzw. die Bühne.
Ende der 60er war Sage Teil von Fire, die mit The Magic Shoemaker ein saustarkes Prog Psych Rock Album erschufen, welches jedoch kommerziell total floppte und das jähe Ende der Formation zur Folge hatte. Sage gründete daraufhin (s)eine neue Band und nahm 1970 das sensationelle Paul Brett Sage Debüt auf, welches mit Folk, Psych, Jazz, Blues und proggigen Parts ein breites Spektrum bietet, und dieses mit Streichern, Blasinstrumenten und Flamenco-Elementen ausbaut und dadurch weiter aufwertet. I love it!!


Bild
19. Carloanne Pegg - Fair Fortune's Star
(Carolanne Pegg, 1973)

Carolanne Pegg (oder auch Carole Pegg) war Sängerin und Violinistin der Band Mr. Fox, die 1970 und 1971 zwei prima Folk Rock Scheiben namens "Mr. Fox" und "The Gypsy" rausbrachte. Nachdem sich die Band aufgelöst hatte, trommelte Pegg eine neue Band zusammen, und brachte 1973 ihr gleichnamiges Soloalbum raus. "Carolanne Pegg" war dann zwar deutlich rockiger als der Mr. Fox Stoff, enthielt aber immer noch genügend Folk Elemente um hier mitzumischen zu dürfen. Letztes Jahr gab es übrigens den lange ersehnten CD Rerelease via Esoteric Recordings. Kaufen!!
Benutzeravatar
Pavlos
Ambassador Of Love
 
 
Beiträge: 21836
Registriert: 20. März 2008, 01:17
Wohnort: 22, Acacia Avenue


Re: Folk Rock

Beitragvon Flossensauger » 22. Juli 2018, 21:05

Wie sehr ich Pentangle mag (und sie zu den grossen drei des Electric Folk zähle) habe ich hier schon verlauten lassen.

Um so mehr habe ich mich Samstag frĂĽh auf dem Flohmarkt gefreut, eine mir bisher nicht bekannte Platte von ihnen zu finden.

Bild

This is Pentangle, Transatlantic Records, 1971

Kurz gecheckt ob auch die richtige Platte 'drinsteckt, ob sie halbwegs gut aussieht: Alles klar! Preis OK.

Zuhause dann in Ruhe alle Einkäufe inspiziert:

Komisch: Die Pentangle Platte hat auf dem Cover eine komplett andere Tracklist als auf dem Plattenettikett.

wtf?

Nun: Discogs ist mein Freund:

This is Pentangle, Metronome 2001, 1973 (enthält die Songs von: Pentangling)

Bild
Aber nur die Platte, nicht die HĂĽlle!


Da 2001 Pleite ist (schon länger) kann ich mich da nicht mal beschweren gehen!
Benutzeravatar
Flossensauger
METAL GOD
 
 
Beiträge: 1931
Registriert: 2. Juli 2013, 17:19


Re: Folk Rock

Beitragvon Jhonny D. » 24. Juli 2018, 08:50

Benutzeravatar
Jhonny D.
METAL GOD
 
 
Beiträge: 1213
Registriert: 16. August 2005, 14:19
Wohnort: Landshut


Re: Folk Rock

Beitragvon Boris the Enforcer » 24. Juli 2018, 10:15

Flossensauger hat geschrieben:Wie sehr ich Pentangle mag (und sie zu den grossen drei des Electric Folk zähle) habe ich hier schon verlauten lassen.

Um so mehr habe ich mich Samstag frĂĽh auf dem Flohmarkt gefreut, eine mir bisher nicht bekannte Platte von ihnen zu finden.

Bild

This is Pentangle, Transatlantic Records, 1971

Kurz gecheckt ob auch die richtige Platte 'drinsteckt, ob sie halbwegs gut aussieht: Alles klar! Preis OK.

Zuhause dann in Ruhe alle Einkäufe inspiziert:

Komisch: Die Pentangle Platte hat auf dem Cover eine komplett andere Tracklist als auf dem Plattenettikett.

wtf?

Nun: Discogs ist mein Freund:

This is Pentangle, Metronome 2001, 1973 (enthält die Songs von: Pentangling)

Bild
Aber nur die Platte, nicht die HĂĽlle!


Da 2001 Pleite ist (schon länger) kann ich mich da nicht mal beschweren gehen!


Da lag wohl eine Verwechslung vor.
Es gibt zwei Schallplatten von Pentangle mit dem Namen "This is Pentangle".

Die eine ist identisch mit dem 1971er Album Reflection, welche ich ĂĽbrigens fĂĽr die beste Pentangle Scheibe halte.
Diese beginnt mit dem Song "Wedding Dress".
Bild
https://www.musik-sammler.de/media/230763/

Bei der anderen "This is Pentangle" handelt es sich um eine Complilation
Diese beginnt mit dem Song "Rain And Snow".
Bild
https://www.musik-sammler.de/media/316630/
Benutzeravatar
Boris the Enforcer
JOHN ARCH
 
 
Beiträge: 3359
Registriert: 28. Oktober 2010, 11:26
Wohnort: Norderstedt


Re: Folk Rock

Beitragvon Flossensauger » 24. Juli 2018, 19:32

Ja eben. Einmal habe ich Cover, drin steckt die andere Platte.

Ist aber auch selten dämlich unterschiedlichen Platten den gleichen Titel zu geben.
Benutzeravatar
Flossensauger
METAL GOD
 
 
Beiträge: 1931
Registriert: 2. Juli 2013, 17:19


Re: Folk Rock

Beitragvon The-Aftermath » 11. Dezember 2018, 16:11

Mit recht viel Verspätung möchte ich mich noch einmal bei Pavlos für die Zusendung des Samplers bedanken. Ich kratze sowohl bei irischem als auch bei britischem Folk-Rock nach wie vor nur an der Oberfläche und bin ob der Überzahl an Bands ganz eingeschüchtert und verwirrt. Mir bleibt anzumerken, dass mir vom Sampler "Three Boald Poachers" und "Witch Wood" mit Abstand am besten gefallen. Ich habe nun mal ein Faible für düster-melancholische Songs mit einem "mittelalterlichen" Touch. Daher tue ich mich auch oft schwer mit dem Genre, da diese Songs oft ganz selbstverständlich neben Kompositionen ganz anderer Art stehen, wo auch immer wieder die Bozouki oder kitischige Keyboard-Klänge zum Einsatz kommen. Das hängt sicher mit der Tatsache zusammen, dass viele Bands aus einem weiten Repertoire von traditionellen Liedern schöpften und es somit nicht immer eine homogene Handschrift gab. Trotzdem finde ich es immer noch erstaunlich, dass mir einige Lieder der gleichen Band unglaublich gut gefallen können, während ich andere skippen muss. Da wechseln sich todtraurige, eindringliche Klänge dann mit Sachen ab, die aus einem schlechten Disney-Soundtrack der späten 60er Jahre stammen könnten.

Insofern auch die angehängte Frage: Habt ihr noch Tipps für Bands oder Alben, die eher in Richtung der beiden oben genannten Songs gehen?
Programmed children stare with vacant minds
Pixilated landscapes fill their eyes
Benutzeravatar
The-Aftermath
METAL GOD
 
 
Beiträge: 1885
Registriert: 14. November 2009, 23:24
Wohnort: Exile among the ruins


Re: Folk Rock

Beitragvon Flossensauger » 11. Dezember 2018, 23:10

Ja.

Erstmal kannst du mir deine Postadresse per PN schicken, dann schicke ich dir meinen letzten Sampler aus dem Bereich. (Wenn ich noch einen habe - erledigt: Der letzte liegt hier vor mir.) Der deckt zwar nicht deine Suchanfrage ab, aber dafür habe ich sicherlich auch was parat, da muss ich nur länger überlegen und nachhören. Wenn das nicht zu populär ist: Jethro Tull und King Crimson haben in der Ecke auch einzelne Songs gemacht, müsste ich mal 'raussuchen. Aber da findet sich mehr. Die total Irren, die wir hier Forum (hauptsächlich?) im "kranker Scheiss"-Faden gefeiert haben zB..
Benutzeravatar
Flossensauger
METAL GOD
 
 
Beiträge: 1931
Registriert: 2. Juli 2013, 17:19


Re: Folk Rock

Beitragvon Flossensauger » 11. Dezember 2018, 23:26

Pavlos hat geschrieben:Bild
03. Fotheringay - Winter Winds
(Fotheringay, 1970)

Nachdem Sandy Denny 1970 bei Fairport Convention ausgestiegen war, gründete sie Fotheringay, benannt nach einem alten Track ihrer vorherigen Band. Musikalisch bot das noch im selben Jahr veröffentlichte Album eher gemäßigteren Acid Folk mit hier und da Blues und Country Parts. 1971, während der Arbeiten für ein zweites Album, löste sich die Band überraschend auf, und Denny startete eine erfolgreiche Solokarriere. Erst im September 2008, 30 Jahre nach ihrem viel zu frühen Tod, erschien das zweite Fotheringay Album (Fotheringay 2). Jerry Donahue, damals wie heute der Gitarrist der Band, hatte es aus den Originalaufnahmen des geplanten zweites Albums zusammengestellt.




Ich habe die CD erst vor ein paar Wochen für 1€ gefunden. In den dürren Linernotes liest es sich so, das die Plattenfirma aus Marketing/Trend/Verkaufsgründen die Umbennung vornahm und unliebsame/nicht fotogene/zu teure Musiker 'rauschmiss. Sowohl der Plattenvertrag als auch der Vollzeitalkoholismus von Sandy Denny liessen es wohl zu.

Sandy Denny hat dann Mitte der 70er noch eine Platte wieder mit Fairport Convention gemacht: Rising for the Moon (Ich finde sie super, andere sehen das wohl etwas gespalten, tolle rerelease CD mit Linernotes und Bonustracks), wurde wegen ihrer Sauferei aber zum zweiten Mal aus der Band geschmissen und hat sich dann wohl auch totgesoffen, der "Treppensturz" geschah im Vollrausch und war wohl kein Unfall.

Quelle sind die Booklets der beiden genannten CDs.

Ihre Soloplatten kenne ich nicht, und was sie bei den Strawbs gemacht weiss ich so aus dem Stehgreif auch nicht.
Benutzeravatar
Flossensauger
METAL GOD
 
 
Beiträge: 1931
Registriert: 2. Juli 2013, 17:19


Vorherige

ZurĂĽck zu Hard Rock Heaven / Prog The World

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 7 Gäste