NEKTAR

Hard Rock, Prog Rock, Art Rock, Progressive Metal ...

NEKTAR

Beitragvon Acrylator » 1. September 2013, 02:36

So, seit ich in letzter Zeit wieder weitere Alben der Band erstanden habe (und nun alles bis 1980 von NEKTAR besitze) - und da sie hier auch noch keinen eigenen Thread hat - wuchs in mir der Drang, mal etwas ausfĂĽhrlicher auf die Diskografie einzugehen und mich mit anderen Fans der Band auszutauschen.
Jetzt hab ich endlich mal Zeit und MuĂźe gefunden.

Gegründet wurde diese stilistisch sehr vielfältige Band 1969 von vier Briten in Hamburg: Roye Albrighton, Allan Freeman, Ron Howden und Derek Moore. Quasi fünftes Bandmitglied wurde Mick Brocket, der auf Konzerten für die psychedelischen Lichteffekte zuständig war, für die die Band auch bekannt wurde (mein Vater hat mir auch lebhaft davon erzählt).

Der Stil war vor allem anfangs eigentlich dem Psychedelic Rock der 60er näher als dem gerade aufkommenden Progressive Rock, bzw. verband er (ab dem ersten Album) Elemente von beidem miteinander (auch wenn der Progressive Rock sich ja teilweise aus dem Psychedelic Rock entwickelt hat, hört man letzteren bei Nektar auf jeden Fall viel deutlicher raus, als bei anderen Vertretern des Progressive Rock zu der Zeit).
1970 wurden Nektar erstmal von einem US-amerikanischen Produzenten in sein Studio eingeladen (er hatte zuvor einen Liveauftritt der Band besucht), um dort ihre allerersten professionellen Aufnahmen zu machen, die erst sehr viel später der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden (drei Songs davon kamen als stark überarbeitete Versionen knapp 3 Jahre später auf das dritte Album: „Goodday“, „New Day Dawning“ und „Do You Believe In Magic“) und noch nichts mit Progressive Rock zu tun hatten.
Dieses „Boston Tapes“ betitelte inoffizielle Debütalbum mit 8 Songs ist inzwischen auf folgenden Tonträgern als Bonus enthalten:
„Journey To The Centre Of The Eye“ Doppel-LP-Rerelease auf Missing Vinyl Records von 2011,
“A Tab In The Ocean” Doppel-CD-Rerelease auf It’s About Music.com, ebenfalls von 2011
Und “Remember The Future” Doppel-CD-Rerelease im Digipak auf Purple Pyramid Records von 2013.
Achtung, von “A Tab In the Ocean existiert neben der normalen Jewel-Case Variante mit gepressten CDs auch eine Version in billiger Papierklapphülle mit gebrannten CDs! (Dreisterweise ebenfalls als „Deluxe Edition“ betitelt)
Musikalisch wird hier größtenteils Psychedelic und Blues Rock geboten, technisch bereits auf sehr hohem Niveau und durch den tollen, gefühlvollen Gesang von Roye Allbrighton aufgewertet. Nicht selten erinnern einzelne Gesangsmelodien an die BEATLES, jedoch ist auch schon ein eigener Stil zu erkennen, der in den folgenden Jahren noch weiter ausgebaut wurde.
Die ersten beiden Songs kennen Fans der Band bereits von „Sounds Like This“, jedoch bieten sie auch für diese durchaus noch Neues. Die Songs sind in ihren 1970er Aufnahmen nämlich etwas langsamer eingespielt und die Gitarre nicht so hart und vordergründig wie auf dem späteren Album, außerdem wurde gerade bei „A New Day Dawning“ doch einiges umarrangiert: das längere Gitarrensolo, das man auf dem 1973er Album hört, gab es in der ursprünglichen Version noch nicht – dafür gibt es hier zwei verschiedene, schöne Parts mit Gesangsmelodien, die später nicht mehr verwendet wurden. Oft pendeln die Stücke zwischen ruhigeren und härteren Momenten, wie z.B. in den nie offiziell veröffentlichten „Candlelight“ oder „Where Did You Go“. Auch zweistimmige Gitarrenmelodien bekommt man hier mal zu hören, obwohl Nektar früher immer nur einen Gitarristen (und gleichzeitig Sänger) hatten, nämlich Roye Allbrighton. Neben den beiden erwähnten Songs und dem „Sealed With A Kiss“ Cover gibt es noch zwei weitere Stücke, die es auf kein Studioalbum der Band geschafft haben und die allesamt lohnend für Fans sind. Man darf halt nur nicht mit der Erwartungshaltung rangehen, Prog Rock zu bekommen. Dennoch kann man hier bereits sehr gute Songwriter und Musiker bewundern.



1971 erschien die erste LP “Journey To The Centre Of The Eye” und ist wohl knapp mein Lieblingsalbum der Band (hängt aber sehr von meiner aktuellen Stimmung ab). Es enthält nur scheinbar überwiegend kurze Stücke, im Grunde fügen diese sich aber alle zu einer Art 43-minütigen Suite zusammen und gehen oft nahtlos eineinander über (es handelt sich auch textlich um ein Konzeptalbum). Hier finden viele psychedelische Soundeffekte Verwendung, die damals vor allem auch im Krautrock typisch waren (zu dem die Band ja oft gezählt wird). Die Stimmungen sind sehr unterschiedlich, jedoch dominieren dramatische Momente, die die Scheibe sehr ergreifend/mitreißend machen. Harte Riffs gibt es übrigens teilweise auch, so dass auch aufgeschlossene Hardrock-Fans ihren gefallen daran finden könnten. Das unnachahmliche, psychedelische Spät-60er Flair (inklusive Beatles-Anleihen) macht außerdem noch einen Teil des Reizes dieser Scheibe aus und sorgt für weltentrücktes Träumen.


Im Folgejahr wurde “A Tab In The Ocean” veröffentlicht, das etwas kompakter und rockiger, bzw. noch hardrocklastiger wirkt (weniger Effektspielereien als auf dem Debüt), auch wenn es gleich mit dem 17-minütigen Titelsong beginnt (das geile Orgelintro lässt Großartiges erwarten, was die Band auch voll und ganz einlöst! Überhaupt ist es eines der besten und spannendsten Stücke der ohnehin hervorragenden 70er Alben der Band). Hier durchlebt man eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle und es wird zu keiner Sekunde langweilig! Aber auch die etwas kürzeren Stücke können voll und ganz überzeugen. Das treibende “Crying In The Dark/King Of Twilight” könnte einigen hier als Cover-Version von IRON MAIDEN (auf der “Aces High” Single als B-Seite) bekannt sein (das war der erste Nektar-Song den ich jemals gehört habe, auch wenn Maiden ihn umarrangiert haben).
Die Scheibe sollte man auf jeden Fall kennen, denn hier zeigt die Band wirklich hervorragend, wie man tolle Spannungsbögen aufbaut und gleichermaßen komplexe wie auch groovende Songs schreibt.
Die Produktion ist zudem auch wirklich groĂźartig, luftig und wuchtig zugleich!


1973 erblickte das Doppel-Album “...Sounds Like This” das Licht der Welt und führt einerseits den Stil des Vorgängers fort, klingt aber irgendwie auch ganz anders (wie überhaupt alle Alben der Band bis zur ersten Auflösung stilistisch ein wenig unterschiedlich klingen, auch wenn der Sprung von einem Album zum nächsten meist nicht allzu groß war).
Der Progressive Rock ist hier im Grunde ganz verschwunden, dafür bekommt man einen oft improvisiert wirkenden Mix aus Psychedelic und Blues Rock mit sehr ausgedehnten Solopassagen, was die Songlängen trotz nicht allzu komplexen Aufbaus meist über die 6-, öfter auch mal über die 10-Minuten-Marke ausdehnt. Jedoch ist es hier zum ersten Mal so, dass die längsten Stücke klar die schwächsten auf dem Album darstellen.
Bevor ich die „Boston Tapes“ kannte, habe ich mich immer gewundert, dass dieses Album eigentlich „altmodischer“ als seine Vorgänger klingt, was aber angesichts des teilweise jahrealten Songmaterials (wie ich nun weiß) nicht mehr verwundert.
Es wurde außerdem live eingespielt und ist leider mit einem nicht ganz so starken Sound wie der Vorgänger versehen, auch das Debüt klang eigentlich schon besser. Die Songs selbst würde ich auch nicht zu Nektars Glanzlichtern zählen, auch wenn die meisten einen coolen Groove haben und durchaus gut unterhalten, aber die Musik leidet meiner Meinung nach etwas unter der übertriebenen Albumlänge (immerhin 75 Minuten). Hier wäre eine Konzentration auf das Wesentliche, bzw. auf die besten Arrangements/Stücke evtl. besser gewesen.


Dass die Band nach so einem langen Album im selben Jahr sogar noch ein weiteres Album veröffentlichte, konnte auch nur in den frühen 70ern passieren!
“Remember The Future” ist zum Glück wieder deutlich besser produziert und enthält nur 2 Stücke, die wiederum in mehrere Titel unterteilt sind. Der Stil ist auch wieder näher an den ersten beiden Alben, jedoch ein wenig ruhiger, harte Riffs gibt’s hier eigentlich keine. Dafür aber tolle Kompositionen die einen auf einen psychedelischen Trip mitnehmen. Neben dem interessanten Songverlauf ist hier noch der völlig überirdische Schlagzeuger zu erwähnen, der sehr verspielt, manchmal geradezu hyperaktiv und dennoch immer absolut songdienlich agiert (sich in ruhigen Passagen auch mal zurücknimmt).
Erwähnenswert ist hier außerdem noch, dass sich der Mix der amerikanischen LP deutlich von dem der europäischen unterscheidet, die CD-Versionen scheinen aber alle nur den amerikanischen Mix zu haben, zumindest hab ich bisher noch keine digitalisierten Songs gefunden, die wie meine LP klingen und die gefällt mir von der Abmischung her deutlich besser. Die Gitarren sind da z.B. mehr im Vordergrund und die Orgel deutlich leiser, während bei der CD, bzw. den Songs, die ich bisher im Netz gefunden habe, die Orgel den Bass zwar noch raushören lässt, die Gitarre aber oft völlig übertönt, was vor allem deshalb schade ist, da die Orgel an einigen Stellen einfach stumpf die Gesangslinien mitspielt, während die Gitarre viel filligraner agiert.
Hier mal der erste Teil von Part1 (wie gesagt, leider nicht der bessere Mix, den meine LP hat):

Übrigens ist im letzten Jahr über Missing Vinyl noch eine Doppel-LP des Albums wiederveröffentlicht worden, die zwei rare (meines Wissens nur hier erhältliche) Longtracks enthält (über ein anderes Label gab es noch eine LP+7"-Version mit zwei kürzeren Bonustracks). Da ich die nun endlich auch bekommen habe, hier mal ein paar Infos dazu:
Die zweite LP beginnt mit “Sun Shine Down On the City”, das Stück soll von 1972 sein und scheint auch eine Art Vorläufe zu “Remember The Future” zu sein, denn einzelne Teile (wie z.B. der Anfang, auch der Grundrhythmus des längsten Teils der ersten Hälfte) kommen auf jener Platte auch vor. Stilistisch erinnert es allerdings mehr an “...Sounds Like This” als an das Nachfolgealbum, also etwas rauher, mehr improvisiert und mit langen Jam-Passagen. Ein alter Song vom Demo wurde hier auch noch mit eingebaut. Die Soundqualtität ist sehr gut, wahrscheinlich wurde es so nur nie veröffentlicht, da eben einzelne Teile davon später schon auf ein Album kamen. Es scheint auch live im Studio eingespielt worden zu sein (am Ende hört man sogar jemanden klatschen). Ich kann durchaus verstehen, dass das Stück vorher nicht veröffentlicht wurde, aber wer alles aus der klassischen Phase von Nektar haben will, für den ist es dennoch interessant genug und somit die Doppel-LP-Wiederveröffentlichung Pflicht (leider muss man mindestens 25,- bis 30,- Euro für die Scheibe hinblättern).
Der andere Bonustrack, “It’s All In Your Mind”, ist außerdem noch eine ganze Ecke besser! (Soundtechnisch aber ein wenig schwächer)
Er fängt sehr ruhig an (klare Gitarre, Gesang, später kommt dezent Mellotron dazu), bzw. mit Wechsel aus ganz ruhigen und härteren Passagen mit stark verzerrter E-Gitarre. Auch dieses Stück erinnert stilistisch am ehesten an “...Sounds Like this”, wäre auf dem Album aber klar der beste Longtrack!
Auch die zweite Hälfte ist durch den Wechsel von ruhig und hart geprägt, wobei auch hier wieder Parts auftauchen, die es in teilweise stark veränderter Form auf “Remember The Future” geschafft haben.
Um es als frühe Form des Stückes anzusehen, ist es insgesamt aber viel zu anders und mit etlichen Momenten versehen, die später nicht mehr verwendet wurden (vor allem die komplette erste Hälfte).
Ăśbrigens wurde bei diesem Vinyl-Rerelease dankenswerterweise der originale Euro-Mix der LP verwendet (soll aber wohl noch mal remastered sein). Ist also auch fĂĽr die Leute interessant, die bisher nur die alte US-LP oder die CD hatten. Welchen Mix der Digipak-CD-Rerelease des Albums hat, kann ich leider nicht sagen.


Auf “Down To Earth” von 1974 wurde dann auf einmal ein ziemlicher Stilbruch begangen, obwohl es sich auch wieder um ein Konzeptalbum handelt (die einzelnen Songs werden von einem Zirkusdirektor angesagt): Hier dominieren erstmals kurze, kompakte und oft auch eher fröhliche Songs (mit Ausnahme des melancholischen "Little Boy"), die mit Progressive und auch Psychedelic Rock nur wenig zu tun haben, dafür gibt es vermehrt Funk- und Boogie-Elemente sowie häufigen Bläsereinsatz. Lange Zeit habe ich deshalb einen Bogen um dieses Album gemacht, aber letzt hab ich die LP dann doch mal günstig mitgenommen (7,- Euro, US-Pressung mit Klappcover) und es absolut nicht bereut! Ich weiß nicht, ob es am sommerlichen Wetter liegt, oder einfach daran, dass gerade die Rhythmussektion der Band einen derart geilen, treibenden Groove draufhat, wie er heute kaum noch anzutreffen ist (das Bassspiel in “Nelly The Elephant” und “Show Me The Way“ erinnert mich sogar ziemlich an YES, nur repetitiver), jedenfalls macht mir das Album gerade richtig Spaß!
Hier mal einer der beiden einzigen längeren Songs (und für mich das Highlight der Scheibe):


Im Jahr darauf erschien mit “Recycled” für mich das letzte Meisterwerk von Nektar, nun wieder ein Konzeptalbum mit Suite-Charakter wie "Remember The Future". Diesmal wurden textlich die Sorgen der Bandmitglieder über Umweltverschmutzung etc. verarbeitet und in eine teilweise sehr fantasievolle Geschichte verpackt. Musikalisch ist es wohl das komplexeste Album der Diskografie, aber der Melodieanteil wurde hier auch noch mal gesteigert. Ziemlich verrückt und doch irgendwie eingängig, außerdem mit dem Debüt zusammen vielleicht das psychedelischste Album der Band. Die Keyboardsounds sind hier auch ganz anders als auf allen vorherigen NEKTAR-Alben, was aus heutiger Sicht teilweise vielleicht auch etwas merkwürdig anmutet, jedoch sind die Gitarren (im Originalmix) mindestens gleichberechtigt. Allerdings gibt es auch hier inzwischen (auf CD) einen alternativen Mix mit leiseren Gitarren.
Einige Momente erinnern mich sowohl textlich als auch musikalisch etwas an RUSH (wenn auch viel bunter und weniger hardrockig), nur dass die sowas ähnliches erst ein Jahr später auf “2112” gemacht haben.
In folgendem Video ist der Anfang des Albums zu hören:


Danach verließ Gitarrist und Sänger Roye Albrighton die Band.
Erst 1977 meldeten sich Nektar mit “Magic Is A Child” zurück, auf dem sich die verbliebenen Bandmitglieder (die auch auf den früheren Veröffentlichungen schon einige Gesangspassagen übernommen hatten) und Neuzugang Dave Nelson den Gesang teilten.
Der Stil wurde abermals geändert, es gab nun wieder kurze, für sich stehende Songs die untereinander vielleicht noch unterschiedlicher als jemals zuvor, aber allesamt sehr eingängig ausfielen. Hier zeichnete sich eventuell schon ein Einfluss des aufkommenden AOR ab.
Der erste Song beginnt mit weihnachtlichen Glocken fast wie ein MEAT LOAF Stück, während beim schönen Titelsong nur Gesang zu Cembalo-Klängen (sowie Keyboard und Streicher im Refrain) zu hören ist. Einige Stücke wie z.B. “Eerie Lackawanna“ oder “Love To Share” sind schon am ehesten als Pop zu bezeichnen (vielleicht färbte hier schon die Discowelle ab), während es beispielsweise in “Midnight Lite” oder ”Train From Nowhere” auch wieder etwas vertracktere und rockige Momente Gibt, jedoch immer noch in sehr eingängige Songs verpackt. Das getragene “Listen” gefällt mir evtl. am besten , aber bis auf die vielleicht schon etwas zu seichten “Eerie Lackawanna“ und “Love To Share” gefällt mir das Album auch sonst recht gut, man darf es halt nur nicht mit den Psych/Prog-Monumenten der vergangenen Jahre vergleichen.


Nach diesmal sogar drei Jahren Pause und der Rückkehr von Gründungsmitglied Albrighton, sowie dem Ausstieg der anderen Gründungsmitglieder Mo Moore und Ron Howden erschien 1980 “Man In The Moon“, welches den leicht AOR-lastigen Weg des Vorgängers noch deutlich weiter ausbaut, jedoch fehlte der Band ein überragender Sänger, wie ihn in diesem Genre ja fast alle Bands zu haben scheinen (auch wenn Roye Albrighton natürlich alles andere als schwach ist). An den früheren Stil erinnert nun absolut gar nichts mehr, was mich anfangs sehr enttäuscht hat (zumal ich da das Übergangsalbum "Magic Is A Child" noch nicht kannte), inzwischen habe ich aber dennoch mehr oder weniger meinen Frieden mit der Scheibe gemacht, auf der einzig der Titelsong noch ziemlich abgefahren ist (aber auch recht zäh und spannungsarm). Schlecht ist sie aber nicht, wenn auch für mich bis dahin der Tiefpunkt der Diskografie.
Folgendes StĂĽck erinnert vielleicht noch am ehesten an die psychedelische Vergangenheit der Band (fĂĽr mich auch klar das Highlight der Scheibe):


Das wäre es von meiner Seite zu den mir bekannten Studioalben.
Erwähnen möchte ich allerdings noch die absolut lohnenden Live-Aufnahmen von 1974, da hier 3 bzw. 5 ansonsten komplett unveröffentlichte Songs enthalten sind. Ersteres auf der „Sunday Night At The London Roundhouse“ LP von 1974 und letzteres auf „Unidentified Flying Abstract“ CD von 2002, wobei die beiden hierauf enthaltenen, exklusiven Stücke “One Mile Red/The Ticket“ und „We Must Have Been Smashed“ für mein Empfinden nicht so zwingend sind, wie die anderen drei Stücke, die auch auf der LP zu hören sind (meiner Meinung nach sogar in etwas besseren Versionen). Dazu gibt’s außerdem noch „Desolation Valley“ von „A Tab In The Ocean“ (bzw. auf der „London Roundhouse“ noch ein Stück von „Sounds Like This“), ansonsten, wie gesagt, ein Live-album mit damals komplett neuen Songs, die zwar teilweise auch von improvisierten Passagen getragen werden, aber alles andere als langweilige Jams darstellen!
Hier kann man die ganze LP hören:


In den frühen 80ern lösten sich Nektar erst einmal für ca. 20 Jahre auf.
Seit 2001 veröffentlicht die Band aber wieder mehr oder weniger regelmäßig Alben, die ich allerdings nur auszugsweise kenne. Es scheint auf jeden Fall tendenziell wieder progressiver zuzugehen, allerdings scheinen die Veröffentlichungen im Laufe der letzten Jahre immer seichter und glattpolierter zu klingen, am besten waren da wohl noch die ersten beiden Reunion-Alben.
Aber vielleicht kann hier ja mal jemand was dazu schreiben, der die Scheiben alle kennt. (Rauberer?)


Und da ich nicht ohne Listen kann (die ersten vier Plätze können je nach Stimmung wechseln):

1. Journey To The Centre Of The Eye
2. Recycled
3. A Tab In The Ocean
4. Remember The Future
5. Down To Earth
6. Sunday Night At London Roundhouse (Livealbum)
7. Magic Is A Child
8. Sounds Like This
9. Man In The Moon
Zuletzt geändert von Acrylator am 11. November 2014, 13:17, insgesamt 13-mal geändert.
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Re: NEKTAR

Beitragvon Ohrgasm » 1. September 2013, 09:14

Noch ein <3 - Thread.
Ganz toll, fĂĽr solche Threads kommt man gerne ins Forum.

Von Nektar habe ich noch nichts, doch spätestens seit dem Sampler von Boris bin ich angesteckt. Das dort verwendete King of Twilight hat mich ziemlich angesteckt.
Tab In The Ocean sowie Remember The Future stehen bereits auf der Liste und dank deinen Beschreibungen werde ich mir mit Sicherheit auch den Rest anhören. Thx for this.
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Re: NEKTAR

Beitragvon Prof » 1. September 2013, 09:57

Alle Achtung, Acrylator, fĂĽr diese Nektar-Bandgeschichte und Katalogbeschreibung. Sowas liest man gerne am ruhigen Sonntagmorgen.
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Re: NEKTAR

Beitragvon Fire Down Under » 1. September 2013, 10:44

Prof hat geschrieben:Alle Achtung, Acrylator, fĂĽr diese Nektar-Bandgeschichte und Katalogbeschreibung. Sowas liest man gerne am ruhigen Sonntagmorgen.

So isses!
:ahasoso:

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Beitragvon Pavlos » 1. September 2013, 12:29

Sehr schön, Herr Pinselschwinger. NEKTAR sind auch so eine ewige Baustelle, da kenn ich nur zwei, drei Scheiben und will schon seit gefühlten 100 Jahren tiefer in die Materie eindringen. Da kommt solch ein toller Thread natürlich wie gerufen....
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Beitragvon Acrylator » 1. September 2013, 20:51

Freut mich, dass der Thread hier so positive Reaktionen auslöst! Hoffe, ich kann damit auch dem einen oder anderen hier die Band oder einzelne Alben näherbringen.
Ich hatte ja selbst jahrelang nur die ersten vier Alben und "Recycled" und lange Zeit gab's von den anderen Scheiben auch keine Hörbeispiele im Netz, aber da ich gelesen hatte, dass "Down To Earth" und "Magic Is A Child" ziemlich anders sein sollen, hatte ich mich da nie so richtig rangetraut, zumal ich "Man On The Moon" auch schon blind gekauft hatte und davon dann ziemlich enttäuscht war.

Da ich letzten Monat noch in die fehlenden 70er Alben reingehört und die dann auch günstig gefunden habe, musste ich natürlich zuschlagen. Das hat bei mir dann eine regelrechte Nektar-Manie ausgelöst, hab auch die ganzen anderen Scheiben wieder öfter gehört.
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Re: NEKTAR

Beitragvon Nightrider » 1. September 2013, 23:56

Alle Achtung! Schön und sehr informativ geschrieben, sowas liest man immer wieder gerne. :yeah:
Mit Nektar gerät damit eine Band in meinen Fokus, mit der ich mich bislang ebenfalls noch überhaupt nicht beschäftigt habe. Die Band kannte ich bisher nur dem Namen nach, und kenne musikalisch bisher leider gar nichts von Nektar, das Maiden-Cover mal ausgenommen. Klingt wirklich sehr interessant, und eigentlich ist dieser Progressive-Sound gut meine musikalische Kragenweite, was mir nähere Beschäftigung anempfiehlt. Leider wird die Entdeckungsreise gen Nektar aber noch etwas auf sich warten lassen müssen, da einfach (dem Board sei Dank .mhmpf: ) zu viele andere "Baustellen" offen sind.
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Beitragvon Acrylator » 2. September 2013, 13:02

Schön, genau das ist ja auch immer meine Hoffnung, dass ich Leuten eine Band näherbringen kann, die sie vorher evtl. nur vom Hörensagen her kannten.

Aber es können sich hier auch gerne mal die anderen Fans der Band (Rauberer, Ulle, Kuttenbjuf...) zu Wort melden.
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Beitragvon Pavlos » 7. September 2013, 13:50

Hab mir gestern das neue Album "Time Machine" angehört. Der Opener ´A Better Way´ hat mir gleich auf Anhieb so richtig gut gefallen, der Rest braucht dann vielleicht noch ein paar Durchläufe. Der Vergleich auf den babyblauen Seiten mit GENESIS nach 1976 passt imo ganz gut.
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Re: NEKTAR

Beitragvon Max Savage » 7. September 2013, 14:29

Gut, Mister Acry hat mir durch diesen erwiesenermaßen sehr fein geschriebenen Thread die Band auch nocheinmal nähergelegt, nachdem mir bisher nur der Name grob etwas sagte und komischerweise das Cover der "Remember the Future", keine Ahnung warum. Jedenfalls, ich habe chronologisch angefangen und mich mal durch die ersten beiden Alben gehört und muss sagen, dass ich das ganz herrlich finde. Ein wenig überraschend vielleicht deswegen, weil dieser frühe Psych-Progressive Rock eigentlich gar nicht zu meiner musikalischen Ecke gehört. Doch gerade die "Journey to the Center of the Eye" lief bei mir in den letzten Tagen hier öfters, weil es sehr schöne, zum gepflegten "Versinken" einladende Mucke ist, Orgelflächen, guter Gesang, schöne Leadgitarren darüber stellenweise... ich werde mal die Tage mit der restlichen Diskografie fortfahren und beizeiten vielleicht nochmal was dazu schreiben.
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Re: NEKTAR

Beitragvon Acrylator » 12. September 2013, 12:46

Max Savage hat geschrieben:Gut, Mister Acry hat mir durch diesen erwiesenermaßen sehr fein geschriebenen Thread die Band auch nocheinmal nähergelegt, nachdem mir bisher nur der Name grob etwas sagte und komischerweise das Cover der "Remember the Future", keine Ahnung warum. Jedenfalls, ich habe chronologisch angefangen und mich mal durch die ersten beiden Alben gehört und muss sagen, dass ich das ganz herrlich finde. Ein wenig überraschend vielleicht deswegen, weil dieser frühe Psych-Progressive Rock eigentlich gar nicht zu meiner musikalischen Ecke gehört. Doch gerade die "Journey to the Center of the Eye" lief bei mir in den letzten Tagen hier öfters, weil es sehr schöne, zum gepflegten "Versinken" einladende Mucke ist, Orgelflächen, guter Gesang, schöne Leadgitarren darüber stellenweise... ich werde mal die Tage mit der restlichen Diskografie fortfahren und beizeiten vielleicht nochmal was dazu schreiben.

Es freut mich natürlich besonders, wenn ich damit sogar Leuten die Band näherbringen konnte, die mit diesem Stil ansonsten nicht so viel anfangen können.

Bei mir läuft übrigens immer noch seit über drei Wochen täglich die "Down To Earth" und macht nach wie vor saumäßig Spaß! Auch wenn sie nicht ganz an an die ersten beiden Scheiben, "Remember The Future" und "Recycled" herankommt.
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Re: NEKTAR

Beitragvon Acrylator » 12. September 2013, 12:49

Pavlos hat geschrieben:Hab mir gestern das neue Album "Time Machine" angehört. Der Opener ´A Better Way´ hat mir gleich auf Anhieb so richtig gut gefallen, der Rest braucht dann vielleicht noch ein paar Durchläufe. Der Vergleich auf den babyblauen Seiten mit GENESIS nach 1976 passt imo ganz gut.

Hab mir davon nur mal die Soundschnipsel auf Amazon angehört und das wirkte mir zu seicht und glattpoliert - aber das trifft ja auf GENESIS ab "Wuthering Winds" auch zu. (Und halbe Minuten von Stücken lassen sicher auch nicht immer auf die gesamten Songs schließen).
Bin jedenfalls, was Post-70er NEKTAR angeht wohl der Meinung, dass ich das nicht brauche.
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Re: NEKTAR

Beitragvon Ulle » 12. September 2013, 23:09

Ich muss mich da auch endlich mal mit beschäftigen. Ich kenne bisher nur die "Remember the Future" und finde die auch sehr geil. Hab ja jetzt noch ne Live-LP, nur eben leider noch nicht gehört.
Solche Threads sind jedenfalls selten und müssen gerade deshalb auch bevölkert werden :smile2:
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Re: NEKTAR

Beitragvon Boris the Enforcer » 13. September 2013, 08:43

Dann will ich wenigstens auch mal schreiben, wie toll ich diesen Thread hier finde.
Als ich mich einst durch die Musik-Sammler Liste vom Acrylator durchgeblättert habe, ist mir aufgefallen, dass ich mich noch viel zu wenig mit dieser Band beschäftigt hatte, was ich ihm dann auch in einem Kommentar so mitteilte.
Mit der Zeit bin ich dann aktiv geworden und habe mir nach und nach in dieser Reihenfolge die Alben
"A Tab In The Ocean", "Journey To The Centre Of The Eye" und "Remember The Future" angeschafft und
glaube auch fĂĽr mich die richtigen NEKTAR Alben gefunden zu haben.
Der Song "King Of Twilight" ist letztendlich sogar auf meinem Wichtelsampler gelandet.
Das jetzt gerade vom Acry die Bandvorstellung hier kommt, ist bezogen auf meine ersten Schritte mit der Band, natĂĽrlich besonders interessant fĂĽr mich. Danke dafĂĽr! :yeah:
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Re: NEKTAR

Beitragvon Acrylator » 13. September 2013, 13:07

Boris the Enforcer hat geschrieben:Dann will ich wenigstens auch mal schreiben, wie toll ich diesen Thread hier finde.
Als ich mich einst durch die Musik-Sammler Liste vom Acrylator durchgeblättert habe, ist mir aufgefallen, dass ich mich noch viel zu wenig mit dieser Band beschäftigt hatte, was ich ihm dann auch in einem Kommentar so mitteilte.
Mit der Zeit bin ich dann aktiv geworden und habe mir nach und nach in dieser Reihenfolge die Alben
"A Tab In The Ocean", "Journey To The Centre Of The Eye" und "Remember The Future" angeschafft und
glaube auch fĂĽr mich die richtigen NEKTAR Alben gefunden zu haben.
Der Song "King Of Twilight" ist letztendlich sogar auf meinem Wichtelsampler gelandet.
Das jetzt gerade vom Acry die Bandvorstellung hier kommt, ist bezogen auf meine ersten Schritte mit der Band, natĂĽrlich besonders interessant fĂĽr mich. Danke dafĂĽr! :yeah:

Gerne!
Die "Recycled" und vielleicht auch noch die "...Sounds Like This" sollten dann eigentlich auch noch was fĂĽr dich sein.
Die Live Scheibe "Sunday Night At London Roundhouse " lohnt sich auch, da fantastischer Sound und auf der B-Seite halt drei ansonsten unveröffentlichte Songs (von einem anderen Konzert - es gibt wohl allerdings auch Doppel-CD-Versionen, die zwar insgesamt mehr Songs enthalten, aber bei denen der Auftritt mit den unveröffentlichten Stücken fehlt - dieser ist allerdings komplett auf der "Unidentified Flying Abstract" Live-CD enthalten).
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